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Pflege- & Gartentipps

Haus und Garten winterfest machen

Kälte, Niederschläge und Stürme setzen Gebäuden im Winter kräftig zu. Spätestens im Oktober sollten Hausbesitzer deshalb einen ausführlichen Kontrollgang machen. In den Wochen danach gilt es dann, Haus und Garten auf den Winter vorzubereiten.

Werden beim Hauscheck Schwachstellen oder Mängel an der Gebäudehülle oder der Haustechnik entdeckt, können diese selbst beseitigt oder notfalls ein Fachunternehmen beauftragt werden, bevor die Substanz angegriffen wird oder schlechte Witterung notwendige Reparaturen erschwert.

Wer ein Objekt mietet, hat auch eine Obhutspflicht! Daraus ergibt sich auch die Pflicht, die Vermieter über Schäden zu informieren. Jedoch sollten Mieter keinesfalls ohne Absprache mit den Eigentümern Hand anlegen.

Dach
Haus Garten Herbst Winter

Foto: Fiskars

Dach

Lose oder zerbrochene Dachsteine sowie größere Schäden am Kamin können Laien mit einem Fernglas erkennen. Feine Risse hingegen bleiben sogar dem geschulten Auge leicht verborgen und sind oft erst an Feuchtespuren auf der Innenseite des Daches oder am Dachstuhl erkennbar. Dunkle Verfärbungen am Gebälk oder Korrosion an Schrauben, Feuchteflecken oder Verformungen an gedämmten Wänden sind Hinweise darauf, dass Wasser eindringt. Die undichte Stelle muss gefunden und abgedichtet werden – das ist ein Fall für den Dachdecker.

Die jährlichen Herbstarbeiten rund ums Dach kannst du aber selbst erledigen: Abläufe und Anschlüsse von Flachdächern, Dachrinnen und Abflussrohre müssen von Laub und Moos befreit werden, damit sie nicht verstopfen. Denn dann kann das Wasser nicht mehr ablaufen und sucht sich einen anderen Weg – an der Fassade hinunter oder über die Dachkonstruktion. Wenn dann noch Frost hinzukommt und das Wasser im verstopften Fallrohr gefriert, bringt es dieses leicht zum Bersten. Ein praktisches Hilfsmittel für den Herbstputz ist ein spezieller Dachrinnenreiniger mit ausfahrbarem Teleskopstiel.

Je nach Laubanfall kann die Rinnenreinigung sogar mehrmals im Herbst notwendig sein. Dieser Aufwand lässt sich mit Hilfe von Laubschutzgittern deutlich verringern. Sie sollten allerdings regelmäßig kontrolliert werden. Ist etwa durch einen Ast ein größerer Schaden entstanden, muss der Gitterabschnitt ersetzt werden.

Beim nächsten Regen nach der Rinnenreinigung heißt es dann genau hinschauen, ob es irgendwo tropft. Eine undichte Verbindungsmuffe lässt sich leicht ersetzen. Undichte Rinnenanschlüsse, kleinere Löcher oder Rissen lassen sich je nach Rinnenmaterial mit einer dauerelastischen, faserverstärkten Dichtmasse oder mit Silikon reparieren.


Hausfassade
Haus Garten Herbst Winter

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Hausfassade

Auch an der Fassade darf die Feuchtigkeit im Winter keine Angriffsfläche finden. Abblätternde Anstriche, feuchte Stellen, bröckelnder Putz oder gar Risse sind Alarmzeichen. Werden solche Stellen nicht schnell saniert, drohen größere Bauschäden. Gefahrenzonen sind Anschlüsse beispielsweise im Balkonbereich. Prüfe, ob alle Fugen dicht sind und versiegele diese bei Bedarf neu.
 
Bei einer Fassade aus Holz oder Schiefer werden schiefe oder lose Platten gerichtet oder auch ersetzt. Alle paar Jahre braucht das Holz außerdem einen neuen Schutzanstrich.
An gut erreichbaren Bereichen der Fassade können geübte Heimwerker solche Arbeiten meist selbst erledigen. Doch Vorsicht – plane ausreichend Zeit vor dem Winter ein. Die Temperatur der zu behandelnden Oberfläche muss über fünf Grad liegen.    


Fenster und Türen
Haus Garten Herbst Winter

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Fenster und Türen

Ob Fenster und Außentüren dicht schließen, lässt sich am besten bei Wind prüfen. Notfalls muss die Einstellung korrigiert oder auch mit einem zusätzlichen Dichtgummi oder einer Dichtungsbürste zum Aufkleben nachgeholfen werden. Auch alle vorhandenen Dichtgummis sollten kontrolliert und alle paar Jahre mit Talk eingerieben werden, damit sie länger geschmeidig bleiben. Und schließlich braucht die Mechanik von Fenstern und Türen ab und zu ein paar Tropfen feines Nähmaschinenöl.

Bei Kunststofffenstern muss der kleine Abfluss an der Entwässerungsrinne schmutzfrei gehalten werden. Bei Holzfenstern darf der Anstrich keine Risse aufweisen. Kleine Ausbesserungsarbeiten kannst du jedoch noch erledigen.

Wenn es draußen feucht ist und die Temperaturen unter null Grad sinken, kann es passieren, dass ein geschlossener Rollladen im Laufe der Nacht an der Fensterbank festfriert. Das kannst du verhindern, indem du kleine Holz- oder Plastikkeile oder ein Stück Kork zwischen die letzte Lamelle und die Fensterbank legst.


Heizung

Foto: DIY Academy / Draksal Verlag

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Heizung

Im Idealfall erledigt eine Installationsfirma die jährliche Wartung der Heizung vor Beginn der Heizperiode und nimmt sie dann gleich in Betrieb. Mit Blick auf die Energiekosten ist es sinnvoll, die Programmierung der Anlage zu überprüfen. Möglicherweise haben sich Tagesabläufe oder Gewohnheiten seit dem vergangenen Winter verändert und nun reicht auch ein Grad weniger im Raum oder die Schaltzeiten können verschoben werden.

Nach dem Einschalten der Anlage kommt der Funktionstest: Jedes Heizkörperthermostat wird aufgedreht und die Temperatur des Heizkörpers kontrolliert. Wird er nicht gleichmäßig warm oder gibt er gluckernde Geräusche von sich, dann ist vermutlich Luft im System. Mit Hilfe eines Vierkantschlüssels kannst du den Heizkörper ganz leicht selbst entlüften. Meist muss nun Wasser nachgefüllt werden. Wer das noch nie gemacht hat, sollte ein Fachunternehmen hinzuziehen. Das ist auch gefragt, wenn die Zirkulationspumpe unregelmäßige Geräusche macht.


Schuppen und Garage

Foto: DIY Academy

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Schuppen und Garage

Nach den letzten Herbstarbeiten werden der Grill, alle Gartenmöbel und –utensilien gründlich gesäubert und dann im Keller oder Gartenhaus untergebracht. Schlösser und Scheren sind dankbar für ein wenig Kriech- oder Silikonöl. Benzinbetriebene Geräte und Maschinen werden am besten nach Angaben des Herstellers überwintert.

Frost macht Farben und Lacke auf Wasserbasis unbrauchbar. Sie haben in unbeheizten Garagen oder Schuppen oder auf dem Balkon im Winter nichts zu suchen. Das gilt auch für Akku-Geräte sowie die meisten Reinigungs- und Pflanzenschutzmittel.


Rasen

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Rasen

Der Rasen wird gemäht, solange er wächst. So bequem sie ansonsten sind – Mähroboter haben in diesen Wochen möglicherweise Probleme, wenn immer wieder Fallobst oder Laubberge im Weg liegen. Praktisch ist jetzt ein Mäher mit Mulchfunktion: Er mäht das Herbstlaub gleich mit.

Das müssen Hausbesitzer sonst regelmäßig zusammenrechen. Zum einen muss das Gras atmen. Zum anderen sammelt sich unter welken Blättern gerne Feuchtigkeit – der ideale Nährboden für Pilze und Schimmel. Die Blätter kommen als Futter auf den Kompost. Auf Beeten und unter Sträuchern bleiben sie als wärmende und nährende Mulchschicht liegen. Und der Igel ist dankbar, wenn er in einer Ecke des Gartens einen schützenden Blätterhaufen findet.


Gartenteich
Haus Garten Herbst Winter

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Gartenteich

Auch im Gartenteich hat Laub nichts zu suchen. Wenn es absinkt, werden Nährstoffe freigesetzt, Schlick- und Algenbildung begünstigt und der Sauerstoffgehalt verringert.

 Das kann für Fische gefährlich werden. Wer nicht regelmäßig mit dem Kescher zu Gange sein will, legt vor Beginn des Laubfalls ein Fangnetz über den Teich.
 

Schneide die Uferpflanzen im Herbst großzügig zurück, damit absterbende Pflanzenteile gar nicht erst ins Wasser gelangen. Deine Fische machen in der kalten Jahreszeit Winterruhe und werden nicht mehr gefüttert. Die Teichpumpe wird nun abgebaut und im Haus gelagert. 
 


Gehölze

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Gehölze

Haben die Gehölze alle Blätter verloren, ist der Blick frei auf ihr Astwerk. Jetzt können abgestorbene oder kranke Äste und Zweige sowie Fruchtmumien an Obstgehölzen gut erkannt und mit wenig Aufwand entfernt werden. Robuste Gehölze vertragen einen leichten Rückschnitt.

Obstbäume werden mit Leimringen vor Frostspannerweibchen und Blutläusen geschützt und mit einem reflektierenden weißen Kalkanstrich gegen starke Temperaturschwankungen gewappnet.


Kübelpflanzen
Haus Garten Herbst Winter

Foto: DIY Academy

Kübelpflanzen

Alle nicht winterfesten Kübelpflanzen solltest du um höchstens ein Drittel zurückschneiden und dann ins Winterquartier räumen. Sehr große empfindliche Kübelpflanzen, die nicht ins Haus passen, werden vollständig eingepackt. Dafür gibt es sogar beheizbare Abdeckungen.

Auch alle winterharten Kübelpflanzen brauchen Schutz, weil die Töpfe viel schneller durchfrieren als der Boden. Die Gefäße werden in Noppenfolie, Filzmatten oder Vlies gehüllt. Gut macht sich darüber ein dekorativer Jutesack. Töpfe und Kübel, die draußen bleiben, müssen stabil stehen und notfalls befestigt werden, damit sie auch den einen oder anderen Sturm sicher überstehen.


Beete
Haus Garten Herbst Winter

Foto: Fiskars

Beete

In den Beeten sind jetzt nur noch wenige Handgriffe zu erledigen: Gesunde Stauden müssen nicht zurückgeschnitten werden. Nicht winterfeste Knollen wie die von Dahlien, Gladiolen oder Begonien werden jetzt ausgegraben. Sie überwintern im Keller in einer Kiste.  

Robuste Stauden und Gehölze, Kaltkeimer und Frühjahrszwiebeln können noch bis zum ersten Frost gepflanzt werden. Immergrüne Pflanzen werden ausgiebig gegossen, solange der Boden noch offen ist.


Wasser
Haus Garten Herbst Winter

Foto: Fiskars

Wasser

Sobald Frost droht, werden Außenwasserhähne von innen gesperrt, das Restwasser aus den Leitungen entleert und die Außenhähne dann offen gelassen. Auch Regentonnen, Gießkannen und andere Behälter im Freien gehen entleert in den Winter. Sie könnten bei Frost bersten.

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