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Pflege- & Gartentipps

Unkraut entfernen

Löwenzahn und Disteln auf Gartenwegen und vermooste Terrassen sehen nicht nur ungepflegt aus, sie können bei Nässe auch zu einer rutschigen Angelegenheit werden. Wir zeigen, wie du Unkraut auf eine umweltfreundliche Art loswerden kannst.

Auch wenn es häufig als die einfachste Lösung erscheint: Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln (dazu zählen auch Hausmittel wie Essig und Salz!) auf versiegelten oder befestigten Flächen wie Garagenzufahrten und Gehwegen ist gesetzlich verboten, da schädliche Substanzen ins Oberflächen- und Grundwasser gelangen können. Um Unkräuter, Moos und Algen loszuwerden, gibt es aber einige wirkungsvolle mechanische Helfer wie Fugenkratzer, Hochdruckreiniger oder leistungsstarke Bürsten mit Motor. Auch das Abflämmen ist eine beliebte Methode.

Kratzen und bürsten

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Kratzen und bürsten

Besonders einfach und rückenschonend gelingt das Entfernen nach einem Regenschauer, wenn der Boden aufgeweicht ist. Außerdem solltest du zu ergonomischen Gartenwerkzeugen wie zum Beispiel einem Fugenkratzer oder einer Fugenbürste mit langem, leichtem Stiel greifen.

Es gibt auch Akku- und strombetriebene Bürsten, mit denen du relativ schweißfrei Ritzen und Oberflächen von unerwünschtem Grün befreien kannst. 

Wenn sich allerdings das Übel nicht bei der Wurzel packen lässt, da diese schlecht erreichbar sind oder tief im Boden liegen, kommt das Unkraut nach einiger Zeit wieder. Auch Wildkräuter in der Nachbarschaft begünstigen ein erneutes Ausbreiten der grünen Fugenfüller. Dann hilft nur eine weitere Säuberungsaktion.


Wasser marsch

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Wasser marsch

Verschmutzungen auf und zwischen Pflastersteinen und Platten lassen sich ebenso gut mit einem Hochdruckreiniger entfernen. Für Terrassen gibt es spezielle Reinigungsbürsten, die das Material schonen. Denn mit einem solchen Reiniger kann man sich auch den Untergrund "kaputtmachen". Ein zu starker Wasserdruck kann Pflastersteine beschädigen und Schmutz lagert sich danach noch leichter und schneller wieder an. Um unempfindlichsten sind Hartgesteinen wie Quarzit, Granit oder Basalt.

Bei weicherem Material wie Holz, WPC etc. solltest du den Wasserdruck reduzieren und den Strahl nicht zu nah an der Oberfläche führen. Es gibt als Zubehör oft Flächenreiniger, die erleichtern die Arbeit vor allem bei mehr Quadratmetern erheblich und schützen auch vor Spritzern.

Wer die Möglichkeit und ein passendes Gerät hat, verwendet dabei warmes Wasser. Wichtig beim Reinigen mit der Düse ist, dass der Wasserstrahl nicht senkrecht zu den Fugen gehalten wird – nicht nur ist das besser für das Material, du spülst dir so auch nicht die Fugenfüllung heraus. Optimal ist ein Winkel von circa 45 Grad.

Am besten beginnst du zunächst mit einem geringeren Druck, der nach Bedarf gesteigert werden kann. Zum Schutz vor herumfliegenden Steinen, gelösten Schmutzpartikeln oder Sand solltest du beim Reinigen möglichst eine Schutzbrille tragen!

Falls sich neben Moos auch zu viel Sand aus den Fugen gelöst hat, solltest du bei Pflastersteinen umgehend neuen Sand einkehren. Diesen danach einschlämmen und noch einmal nachfüllen.

Tipp: Mit einem Hochdruckreiniger kannst du auch unerwünschten Algenbewuchs von deinen Tontöpfen entfernen. Aber hier besonders vorsichtig vorgehen, sonst ist gleich der ganze Topf hinüber!


Es wird heiß!

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Es wird heiß!

Körperlich wenig fordernd und effizient ist die thermische Unkrautentfernung. Dabei wird das Gerät einige Sekunden mit der Gasflamme oder einem Hitzestrahl direkt über das Unkraut gehalten. Die enorme Hitzeeinwirkung bringt das Eiweiß der Pflanzenzellen zum Gerinnen. Die Ausdehnung der Zellflüssigkeit sprengt dann die Zellwände. Innerhalb weniger Tage nach der Anwendung vertrocknet die Pflanze. Viele Unkräuter sterben bei dem Vorgang komplett ab, da die Wurzeln durch das fehlende Blattwerk nicht mehr versorgt werden. Außerdem zerstört die Hitze auch die Samen auf dem Boden.

Gerade bei empfindlicheren Oberflächen ist das Arbeiten mit einer offenen Flamme aber eventuell nicht empfehlenswert. Hier solltest du es ggf. vorher an einer nicht exponierten Stelle testen und beim Arbeiten natürlich vorsichtig sein – kurze Shorts und Flipflops sind keine geeignete Kleidung! 

 

 

Praxis-Tipp
Unkraut gegen Unkraut

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Unkraut gegen Unkraut

Besonders gezielt lässt sich Unkraut mit einem Brennnessel-Aufguss bekämpfen: Dazu Brennnesseln kleinhacken und mit der zehnfachen Menge an gekochtem Wasser verrühren. Der Sud muss anschließend mindestens 24 Stunden lang an einem sonnigen Platz ziehen, damit die natürlichen Giftstoffe freigesetzt werden. Du kannst das Ganze aber auch ca. zwei Wochen zu einer Jauche gären lassen (Achtung, das kann unangenehm riechen!).

Anschließend wird der Aufguss von den groben Bestandteilen gefiltert und verdünnt direkt auf die unerwünschte Pflanze gesprüht oder gegossen.

Löwenzahn bekämpfen und vorbeugen
Löwenzahn

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Löwenzahn bekämpfen und vorbeugen

Ein sehr häufiger "Gast" ist Gewöhnlicher Löwenzahn. Er sprießt mit Vorliebe zwischen Pflastersteinen und kann sich unter ihnen ungestört ausbreiten. Ob Garten oder Gehweg – Löwenzahn bekämpft man am besten, so schnell es geht. Generell gilt: Stelle dich auf eine lange Beziehung mit dem Wildkraut ein, denn es kommt immer wieder.


Zwar wuchert der Gewöhnliche Löwenzahn wie Unkraut, ist aber gleichzeitig eine vielseitig einsetzbare Pflanze:

  • Als essbares Wildkraut kannst du Löwenzahn in der Küche zu Salaten, Tees (Achtung: harntreibend) und Suppen weiterverarbeiten. Sogar die Löwenzahn-Blüte ist essbar und macht sich schön in einem Salat. 
  • In der Heilkunde wird Löwenzahn zur Unterstützung von Niere, Leber und Galle eingesetzt. 

Bekämpfen

Blüht der Löwenzahn schon, unterbindet man die Verbreitung über seine Flugsamen: Schneide die gelbe Löwenzahn-Blüte einfach beim ersten Aufblühen ab. Denn ist der Löwenzahn einmal eine Pusteblume, verbreitet er sich mit seinen bis zu 300 Samen pro Blume mit Leichtigkeit. 

Die primäre Blütezeit des Gewöhnlichen Löwenzahns ist April bis Mai – oft blüht er aber noch bis in den Frühherbst hinein. 
Wichtig: Wenn du Bienen und anderen Insekten länger Zugang zu dem Nektar gewähren möchtest, schneide die Blüte des Löwenzahns erst nach dem Verblühen ab.

Versuche immer, alle Wurzelfragmente zu entfernen. Denn aus einem kleinen Stückchen Wurzel kann nach kurzer Zeit ein neues Pflänzchen wachsen.

Vorbeugen

Um zwischen Gehwegplatten langfristig den Wuchs von Löwenzahn zu unterbinden, sollten Lücken mit einem für Pflasterfugen geeigneten Mörtel versiegelt werden. Bei gut versiegelten Fugen ist für das Unkraut kein Durchkommen. Alternativ trittfeste Pflanzen in die Fugen säen, das verhindert auch das Wachstum von Löwenzahn.

Unerwünschtes Grün im Beet loswerden

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Unerwünschtes Grün im Beet loswerden

Nicht nur in den Fugen, sondern auch in den Beeten und natürlich im Rasen machen sich gerne Unkräuter breit. Wenn du ein Beet neu bepflanzt, solltest du besonders gründlich dem Fremdbewuchs zu Leibe rücken, aber auch zwischendurch muss man natürlich jäten. Denn wo Unkraut wächst, entzieht es umliegenden Pflanzen Nährstoffe und Wasser. Damit nichts nachwächst, sollte das Kraut mitsamt dem Wurzelwerk aus der Erde gezogen werden.

Eine Jätschuffel mit ihrer scharfen Klinge ist nicht nur ideal, um Unkraut und Moos von Fliesen und Pflastersteinen zu entfernen, sondern sorgt auch im Beet rasch für Ordnung. Dank des langen und leichten Stiels wird der Rücken dabei entlastet. Auch für das Ziehen von Saatrillen ist sie übrigens gut geeignet. Ein Krümmer lockert den Boden vor dem Bepflanzen auf und sorgt für Durchlüftung.

Ist alles bereinigt, ist eine bewährte Methode, flächendeckend Rindenmulch auf dem Boden zu verteilen, besonders unter Hecken und im Gemüsebeet. Das organische Material aus zerkleinerter Baumrinde wirkt wie eine Schutzschicht und hält den Boden dazu schön feucht. Um das Durchwachsen von Unkraut länger zu verhindern, kannst du ein Unkrautvlies oder Zeitungspapier darunter ausbreiten. Um die Erde zu lockern und den Mulch zu verteilen, hilft am besten ein (Blumen)Rechen mit stabilen Zinken. 

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