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In Deutschland werden jedes Jahr Millionen Weihnachtsbäume gefällt, obwohl sie oft nur wenige Tage im Wohnzimmer stehen. Ein nachhaltiger Weihnachtsbaum bedeutet deshalb: kurze Transportwege, möglichst wenig Chemie im Anbau, eine durchdachte Weihnachtsbaumpflege sowie eine sinnvolle Entsorgung oder Weiterverwendung von Holz und Nadeln. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Möglichkeiten du hast, vom selbst geschlagenen Baum über den Weihnachtsbaum im Topf bis hin zu Alternativen aus Holz.
Für viele gehört zum Weihnachtsfest ein Baum einfach dazu. Vielleicht kennst du das: Du kaufst für viel Geld eine Tanne oder ein ähnliches Gehölz, trägst den Baum mühsam nach Hause, gewöhnst ihn langsam an das warme Wohnzimmer, stellst ihn auf, schmückst ihn liebevoll – und nach relativ kurzer Zeit liegt er abgeschmückt und mit der Hälfte seiner Nadeln am Straßenrand und wartet auf die Müllabfuhr. Irgendwie schade. Wenn du trotzdem nicht auf deinen Baum verzichten möchtest, kannst du mit ein paar Tipps deutlich nachhaltiger feiern.
Übrigens: Wenn du Bilder von Elefanten im Zoo kennst, die genüsslich an Tannen kauen, und hoffst, deinen Baum im Januar dort spenden zu können: Diese Bäume stammen meist von Händlern aus nicht verkauften Restbeständen. Alte Weihnachtsbäume von Verbraucherinnen und Verbrauchern werden in der Regel nicht angenommen, da mögliche Reste von Weihnachtsschmuck zur tödlichen Gefahr für die Tiere werden könnten.
Woran du einen nachhaltigen Weihnachtsbaum erkennst
Woran du einen nachhaltigen Weihnachtsbaum erkennst
Einen wirklich nachhaltigen Weihnachtsbaum erkennst du vor allem an drei Punkten: Herkunft, Anbauweise und Transport.
1. Regionale Herkunft
Je kürzer der Weg vom Wald in dein Wohnzimmer, desto besser die CO₂-Bilanz. Achte darauf, dass dein Baum möglichst aus deiner Region stammt, zum Beispiel aus einem regionalen Forst oder einer heimischen Baumschule. Oft ist das auf einem Schild oder direkt beim Verkauf angegeben.
2. Öko- und Biosiegel
Wenn du noch einen Schritt weiter gehen möchtest, kannst du gezielt nach zertifizierten Bäumen fragen. Verschiedene Siegel stehen für strengere Umweltstandards, etwa beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder bei der Bewirtschaftung der Flächen. Typisch sind Bio- oder Naturland-Zertifizierungen sowie Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft wie FSC. Sie zeigen dir, dass beim Anbau des Baums mehr Rücksicht auf Boden, Wasser und Artenvielfalt genommen wird.
3. Bewusster Transport
Auch der Weg vom Verkaufsstand zu dir nach Hause gehört zur Klimabilanz. Noch nachhaltiger wird dein Weihnachtsbaum, wenn du ihn zu Fuß, mit dem Fahrrad, Lastenrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportierst – oder bei einem Ausflug in den regionalen Forst gleich mehrere Bäume für Freunde und Familie mitnimmst.
So trägst du mit deiner Kaufentscheidung dazu bei, dass dein nachhaltiger Weihnachtsbaum nicht nur im Wohnzimmer gut aussieht, sondern auch ökologisch besser dasteht.
Selbst geschlagen: Der Weihnachtsbaum aus regionaler Forstwirtschaft
Selbst geschlagen: Der Weihnachtsbaum aus regionaler Forstwirtschaft
Immer mehr Forstverwaltungen, Baumschulen oder Bauernhöfe mit anliegendem Forst bieten Weihnachtsbaumaktionen an: An festgelegten Terminen in der Vorweihnachtszeit oder auch bei Firmenweihnachtsfeiern oder ähnlichen Veranstaltungen können Menschen ihren Baum aus einem festgelegten Bereich des Waldes selbst aussuchen.
„Das dürfte der nachhaltigste Weg sein, einen Weihnachtsbaum zu erwerben“, sagt David Köble, Trainer bei der DIY Academy. Zum einen ist das jährliche Abholzen notwendig zur Waldverjüngung, zum anderen ist der Transportweg denkbar kurz. Sicherheitshalber solltest du das Bäumchen der Wahl mit dem Zollstock ausmessen. Im Wald kann der Eindruck nämlich täuschen: Zwischen lauter großen Gehölzen wirkt manch ein Tannenbaum zierlich, zu Hause passt er jedoch nicht durch die Tür...
Auch wenig geübte Gärtner können das Fällen eines wohnzimmergroßen Baumes bewerkstelligen. „Forstbetriebe stellen oft das notwendige Werkzeug. Handschuhe sollte man jedoch auf jeden Fall mitnehmen, vielleicht auch eine weniger als 60 Zentimeter lange Bügelsäge mit einem groben Blatt, alternativ ein kleines Beil“, erklärt David Köble. Bei Bedarf gibt es außerdem im Forstamt helfende Hände. „Für den Heimtransport kann man den Baum mit Paketschnur zusammenbinden und idealerweise auf einem Dachgepäckträger transportieren.“ Dabei zeigt die Spitze am besten nach hinten, sodass sich der Wind weniger in den Ästen verfängt. Mit Spanngurten wird der Baum sicher fixiert.
Das Selbstschlagen im Wald um die Ecke ist aber nicht nur nachhaltig: Beim Familien- oder Kollegenevent kommt bestimmt vorweihnachtliche Stimmung auf. Und der Preis fällt beim Förster meist günstiger aus als beim Händler auf dem Markt. Wer ganz genau rechnet, muss hier aber die eigenen Transportkosten abziehen. Für manche vor allem in Großstädten ist ein kurzer Weg ohne Auto aber Gold wert.
Im Container: Der Weihnachtsbaum für den Garten
Im Container: Der Weihnachtsbaum für den Garten
Manch eine Gartenbesitzerin oder mancher Gartenbesitzer entscheidet sich für einen Weihnachtsbaum mit Wurzeln. Solche Bäume bekommst du nicht nur in der Baumschule oder im Gartencenter, sondern auch bei vielen saisonalen Verkaufsständen. Angeboten werden meist vergleichsweise kleine Exemplare, da größere Bäume einen sehr schweren Topf benötigen.
Der Baum nadelt kaum, verbringt die Feiertage stabil im Topf im Wohnzimmer und wird anschließend ins Freie gepflanzt – so zumindest die Theorie. DIY-Trainer David Köble ist skeptisch: „Nur wenige Prozent aller Weihnachtsbäume im Container überleben mittel- und langfristig. Der Wechsel von draußen nach drinnen und zurück bedeutet für sie hohen Stress.“ Die Überlebenschancen lassen sich jedoch deutlich erhöhen, wenn du ein paar Regeln beachtest.
Wichtig ist vor allem die Pflege des Weihnachtsbaums im Topf: Stelle ihn nicht direkt neben Heizung oder Kamin, sondern eher an einen kühleren Platz im Raum. Halte die Erde gleichmäßig feucht, vermeide jedoch Staunässe. Als Faustregel gilt: Ein Weihnachtsbaum im Topf sollte nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen im warmen Wohnzimmer stehen, damit er mehrere Jahre genutzt werden kann. Danach braucht er wieder einen kühlen, geschützten Platz im Freien.
- Bäume, die an einem Standort groß geworden und dann in den Topf gesetzt wurden (heißt auch "topfgedrückt"), sind keine gute Wahl. Beim Ausgraben werden die starken Wurzeln in der Regel unwillkürlich massiv beschädigt. Wurde das Gehölz hingegen im Container gezogen und zudem verschult – also mehrfach umgepflanzt –, hat es im Topf ein kompaktes, feines Wurzelwerk entwickelt und kann später gut anwachsen. Also vor dem Kauf am besten genauer nachfragen.
- Für die Topfhaltung sind Bäume mit tiefen Pfahlwurzeln wie Tannen, insbesondere Nordmanntannen, kaum geeignet. Fichten hingegen sind als Flachwurzler zufrieden mit dem Container.
- Soll der Weihnachtsbaum später im Reihenhausgarten Platz finden, darf er nicht zu starkwüchsig sein. Zwergformen wie die Zwergkorksilbertanne sind hier eine gute Wahl. Solche Züchtungen sind allerdings nicht gerade kostengünstig.
Wer dem Baum den Umzugsstress nicht zumuten will, holt ihn gar nicht erst ins Haus. „Eine nachhaltige Option ist, bei einer Baumschule in der Nähe ein Bäumchen im Topf zu erwerben, zu Hause im Freien aufzustellen und zu schmücken und nach den Feiertagen einzupflanzen“, schlägt David Köble vor. Auf einen leuchtenden Baum im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon zu schauen kann auch sehr heimelig sein. Und erspart den ein oder anderen Gang mit dem Staubsauger, reduziert die Bruchgefahr von Dekomaterial beim gleichzeitigem Besitz von Vierbeinern und das Verletzungsrisiko bei zu neugierigem Nachwuchs.
Du kannst auch das ganze Fest nach draußen verlegen – wir sagen dir, wie das gelingen kann.
Zur Miete: Der Weihnachtsbaum als vorübergehender Gast
Zur Miete: Der Weihnachtsbaum als vorübergehender Gast
Genau wie grünen Schmuck für Familienfeiern und Firmenevents gibt es auch Weihnachtsbäume im Topf zur Miete. Gegen eine einmalige Leasing-Gebühr bekommst du in vielen Baumschulen oder Gärtnereien einen Weihnachtsbaum auf Zeit, zum Beispiel von Mitte Dezember bis Mitte Januar. Anschließend wird er in der Baumschule wieder ausgepflanzt und später irgendwann als Gartenpflanze verkauft.
Ein Weihnachtsbaum zur Miete ist eine gute Option, wenn du dir einen nachhaltigen Weihnachtsbaum wünschst, aber keinen eigenen Garten hast oder keinen Baum dauerhaft übernehmen möchtest. Der Baum bleibt die meiste Zeit in professioneller Pflege, wächst weiter und wird nicht nach ein paar Tagen als Wegwerfprodukt entsorgt.
Achte bei der Wahl des Anbieters darauf, wie der Baum transportiert und gelagert wird und wie lange er maximal im warmen Wohnzimmer stehen darf. Viele Betriebe geben klare Hinweise zur Weihnachtsbaum Pflege im Topf und dazu, wie du den Baum während der Mietzeit schonend behandelst. So trägst du dazu bei, dass dein Miet-Weihnachtsbaum gesund bleibt und noch viele Jahre weiterverwendet werden kann.
Ohne Eingewöhnung geht es nicht
Ohne Eingewöhnung geht es nicht
Egal, ob der Baum im Topf gekauft oder frisch geschlagen wurde, vom Stand vor dem Supermarkt oder aus dem Forst: Bevor er ins Haus kommt, muss er Schritt für Schritt an das trocken-warme Klima im Wohnraum gewöhnt werden. Als erste Station bietet sich eine frostfreie Garage oder ein kühles, schattiges Treppenhaus an. Mindestens zwei Tage sollte der Baum dort bleiben.
Dabei darf er auf keinen Fall austrocknen. Ein geschlagener Baum kann in einen Eimer mit Wasser gestellt werden, ein Containergehölz solltest du im Topf reichlich wässern. Im Idealfall steht der nachhaltige Weihnachtsbaum später nicht direkt vor der Heizung oder dem Kamin.
Je sanfter dieser Übergang gelingt, desto besser behält der Baum seine Nadeln und desto länger bleibt er frisch. Besonders bei einem Weihnachtsbaum im Topf, den du mehrere Jahre nutzen möchtest, ist die langsame Eingewöhnung entscheidend für die Gesundheit der Wurzeln. Stelle den Baum nach der Zeit in der Garage zunächst in einen kühleren Raum und erst danach an seinen endgültigen Platz im Wohnzimmer. So vermeidest du Stress für den Baum und reduzierst das Risiko, dass er kurz nach den Feiertagen eingeht.
Stabiler Stand für jeden Baum
Stabiler Stand für jeden Baum
Im Plastiktopf ist die Standsicherheit dank des Gewichts meist kein großes Thema. Hauptsache, der Kübel steht waagerecht und kann nicht kippen.
Zur Verkleidung eignet sich neben einer Manschette aus Geschenkpapier, Deko-Filz oder einer Weihnachtsdecke auch ein Mantel aus Stroh- oder Bastmatten. Darauf lassen sich Sterne und anderer Weihnachtsschmuck gut befestigen. Und wenn der Baum nach dem Fest nach draußen umzieht, funktionieren die Matten zusätzlich als Winterschutz.
Für geschlagene Gehölze setzen sich Baumständer mit Seilzug oder Klemmbacken immer mehr durch. Darin wird der Stamm deutlich einfacher justiert als im klassischen Christbaumständer aus Metall mit Schraubenprinzip. Wichtig ist in jedem Fall: Die Stellfläche des Ständers muss groß genug für den Stammdurchmesser sein. Ist der Baum ausgerichtet, kommt der Wackeltest.
Gerade wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben, lohnt es sich, den stabilen Stand deines nachhaltigen Weihnachtsbaums besonders ernst zu nehmen. Wackle kurz kräftig am Stamm: Kippt der Baum leicht oder der Topf rutscht, solltest du nachjustieren oder zusätzlich sichern.
Notfalls ist eine zusätzliche Befestigung mit einem Seil oder Draht an der Wand sinnvoll; das gilt für echte Bäume genauso wie für einen Weihnachtsbaum aus Holz oder ein wiederverwendbares Modell. So bleibt dein Baum sicher stehen, der Schmuck ist geschützt und du minimierst das Verletzungsrisiko.
Dann kannst du dich endlich ans Schmücken machen!
Pflege über die Feiertage
Pflege über die Feiertage
Christbäume haben Durst. Wenn sie zu wenig Wasser bekommen, lassen sie schnell die Nadeln fallen. Tägliches Gießen mit handwarmem Wasser ist also Pflicht. Übrigens: Ist das Stammende angespitzt oder gefräst, kann der Baum das Wasser schlechter aufnehmen. Die meisten Baumständer verfügen deshalb über einen Wasserbehälter.
Eine Wasserstandsanzeige erleichtert die Dosierung – solange sie noch sichtbar ist, wenn der Baum die Äste ausgebreitet hat und opulent geschmückt ist. Auch erhöhte Luftfeuchte tut dem Baum gut. Er darf gerne ab und zu vorsichtig mit dem Handzerstäuber benetzt werden.
Für eine gute Weihnachtsbaum-Pflege solltest du den Wasserstand im Behälter täglich kontrollieren. Gerade in den ersten Tagen nimmt der Baum besonders viel Wasser auf. Fülle lieber öfter in kleinen Mengen nach, als den Ständer einmal randvoll zu machen – so verhinderst du Überschwemmungen auf dem Boden.
Steht dein nachhaltiger Weihnachtsbaum sehr nah an Heizung oder Kamin, trocknet er schneller aus und verliert eher Nadeln. Ein etwas kühlerer Standort im Raum und kurze Lüftungsintervalle helfen, den Baum länger frisch zu halten. Zusätze im Gießwasser sind in der Regel nicht nötig: Frisches Wasser reicht aus, damit Holz und Nadeln möglichst lange vital bleiben.
Auch beim Weihnachtsbaum im Topf gilt: regelmäßig, aber mit Gefühl gießen. Die Erde im Topf sollte feucht, aber nicht durchnässt sein. Staunässe schadet den Wurzeln, besonders dann, wenn du den Baum mehrere Jahre hintereinander nutzen möchtest.
Das zweite Leben nach dem Fest
Das zweite Leben nach dem Fest
Nach den Feiertagen ist erstmal großes Abschmücken angesagt. Nicht nur Lametta, Kugeln und Kerzenhalter, sondern auch vermeintlich kompostierbarer Schmuck muss von den Zweigen entfernt werden. Allzu oft ist eine Seite eben doch mit Lack behandelt oder ein Draht zur Stabilisierung eingezogen.
Dann darf das Bäumchen im Container nach draußen, wieder mit einer Zwischenstationen zur Akklimatisierung. An einem frostfreien Tag kann es eingepflanzt werden. Spätestens im März sollte das Gehölz in die Erde oder auch in einen größeren Kübel gesetzt werden.
Für geschlagene Bäume bieten viele Kommunen nach den Feiertagen Sammeltermine oder Sammelstellen an. Auf dem Land sind dabei oft Vereine oder die Freiwillige Feuerwehr eingebunden. Die Gehölze werden dann in der Kompostieranlage zu Häcksel oder Hackschnitzeln verarbeitet. Die Bäume dafür besser nicht im Müllsack draußen bereitlegen, das erschwert die Arbeit der Entsorgung.
Termin verpasst? Eine ausgediente Tanne einfach in den nächsten Wald zu werfen ist untersagt und kann ein Bußgeld kosten. Dann lieber den Baum in kleinere Teile zersägen und über die Biotonne loswerden.
Tipps vom Trainer zur Verwertung des Holzes
Tipps vom Trainer zur Verwertung des Holzes
Das ausgediente Holz deines Weihnachtsbaums kann auch zu Hause noch sinnvoll zum Einsatz kommen. Zum Verbrennen im Kamin ist zwar allenfalls der Stamm geeignet, nachdem er zwei Jahre abgelagert und gut getrocknet ist. Der Stamm sollte dabei luftig und regengeschützt gelagert werden, damit das Holz gut durchtrocknet und beim Verbrennen nicht unnötig qualmt oder den Schornstein belastet. Doch Zweige und Reisig können im Garten oder auf dem Balkon zum Beispiel als Abdeckung gegen Frost noch wertvolle Dienste leisten.
So bekommt dein Weihnachtsbaum aus Holz praktisch ein zweites Leben: Statt ihn komplett zu entsorgen, nutzt du Stamm, Äste und Nadeln weiter und schließt den Kreislauf im eigenen Garten.
David Köble empfiehlt folgende Anleitung:
1. Die Äste kannst du klein schneiden oder häckseln.
2. Anschließend werden sie kompostiert oder als Mulch verwendet.
3. Die Mulchschicht solltest du im Frühjahr einarbeiten, weil das Nadelholz nur langsam verrottet.
Immerwährender Baum
Immerwährender Baum
Während es in Deutschland viele Fans der „echten“ Tanne und ihres Duftes gibt, ist in anderen Kulturkreisen (teilweise auch aufgrund hoher Temperaturen oder mangels entsprechender Bäume) Weihnachtsdeko aus Plastik völlig üblich. So eine Kunststoff-Tanne kann erstaunlich echt aussehen, wenn es nicht gerade der Billig-Import vom Wühltisch ist. Wird sie konsequent einige Jahre lang wiederverwendet und im besten Fall auch nicht mit dem Containerschiff aus Fernost hertransportiert, kann so ein Plastikbäumchen eine Alternative sein.
Allerdings gilt: Ein künstlicher Weihnachtsbaum ist erst dann wirklich eine halbwegs nachhaltige Lösung, wenn du ihn über viele Jahre hinweg nutzt. Je nach Studie muss ein Kunststoffbaum grob zehn bis deutlich über zehn Jahre (also eher im Bereich von 10 bis 20 Jahren) im Einsatz sein, um bilanziell mit einem echten Baum mithalten zu können. Ein echter Weihnachtsbaum bindet während seines Wachstums CO₂ aus der Luft, ein Baum aus Kunststoff dagegen filtert kein CO₂ und verursacht bereits bei Herstellung und Transport Emissionen. Für viele Haushalte bleibt ein regionaler, echter und möglichst nachhaltig produzierter Weihnachtsbaum daher die bessere Wahl.
Auch ein (selbstgebautes oder gekauftes) Modell aus Holz, quasi ein „Skelett“ aus nachgebildetem Stamm und Ästen zum Hinstellen oder Aufhängen, kannst du immer wieder nutzen. Ein solcher Weihnachtsbaum aus Holz ist besonders langlebig, lässt sich jedes Jahr neu dekorieren und passt gut zu einem reduzierten, skandinavisch inspirierten Wohnstil. Wenn du handwerklich etwas geschickt bist, kannst du dir so einen Baum aus Restholz oder alten Brettern sogar selbst bauen und damit Ressourcen schonen.
Vielleicht reichen als Kompromiss aber auch schon ein paar schöne Zweige in der Vase? Sie steht für alle gut sichtbar auf dem Tisch und kann ebenfalls bunt geschmückt werden. In kleinen Wohnungen nimmt sie nicht so viel Raum weg und das Grün lässt sich erst bequem besorgen und später leicht wieder entsorgen.
Nachhaltiger Weihnachtsschmuck & Beleuchtung
Nachhaltiger Weihnachtsschmuck & Beleuchtung
Ein nachhaltiger Weihnachtsbaum hört nicht beim Kauf auf; auch der Schmuck und die Beleuchtung machen einen Unterschied. Statt jedes Jahr neue Deko zu kaufen, lohnt es sich, auf langlebige Materialien und zeitlose Designs zu setzen.
Natürlicher und langlebiger Schmuck
Besonders nachhaltig sind Anhänger aus Holz, Metall, Glas oder Stoff, die du viele Jahre verwenden kannst. Auch Selbstgemachtes aus Papier, Salzteig, Filz oder Naturmaterialien wie Tannenzapfen, Nüssen und getrockneten Orangenscheiben passt gut zu einem nachhaltigen Weihnachtsbaum. Auf Lametta, Kunstschnee und stark glitzernde Einweg-Deko verzichtest du besser: Vieles davon lässt sich weder gut recyceln noch kompostieren.
Lichterketten mit Köpfchen
Bei der Beleuchtung lohnt sich der Umstieg auf moderne LED-Lichterketten: Sie verbrauchen deutlich weniger Strom als alte Lämpchen und werden nicht so heiß. Mit einer Zeitschaltuhr oder einem smarten Stecker sorgst du dafür, dass der Baum nur dann leuchtet, wenn wirklich jemand im Raum ist. Das schont Umwelt und Stromrechnung.
Achte außerdem darauf, Kabel und Lichterketten so zu befestigen, dass sie für Kinder und Haustiere nicht zur Stolperfalle werden und keine Nadeln oder trockenen Zweige direkt an heißen Teilen anliegen. So bleibt dein nachhaltiger Weihnachtsbaum nicht nur ökologisch, sondern auch sicher ein Hingucker.
FAQ: Häufige Fragen zum nachhaltigen Weihnachtsbaum
FAQ: Häufige Fragen zum nachhaltigen Weihnachtsbaum
Was ist nachhaltiger: echter oder künstlicher Weihnachtsbaum?
Ein echter, regionaler Weihnachtsbaum aus möglichst umweltschonender Forstwirtschaft ist in der Regel die nachhaltigere Wahl, vor allem, wenn du ihn nach dem Fest sinnvoll entsorgst oder im Garten weiterverwendest. Ein künstlicher Weihnachtsbaum aus Kunststoff filtert während seines „Wachstums“ kein CO₂ und verursacht schon bei der Herstellung Emissionen. Damit er ökologisch halbwegs mithalten kann, solltest du ihn über viele Jahre (eher im Bereich von 10 bis 20 Jahren) nutzen.
Wie lange darf ein Weihnachtsbaum im Topf im Wohnzimmer stehen?
Ein Weihnachtsbaum im Topf sollte nur eine begrenzte Zeit im warmen Wohnzimmer bleiben, damit du ihn mehrere Jahre nutzen kannst. Als grobe Faustregel gelten wenige Tage bis maximal etwa zwei Wochen. Wichtig sind eine schonende Eingewöhnung, ein kühlerer Standort im Raum und eine sorgfältige Weihnachtsbaum Pflege mit gleichmäßig feuchter, aber nicht nasser Erde im Topf.
Kann ich meinen Weihnachtsbaum im Topf mehrere Jahre verwenden?
Ja, wenn du ihn gut pflegst. Dazu gehört: nicht zu lange im warmen Wohnzimmer stehen lassen, ein passender Topf mit genug Platz für die Wurzeln, regelmäßiges Gießen ohne Staunässe und ein geschützter Standort im Freien außerhalb der Festtage. Spätestens alle ein bis zwei Jahre solltest du den Baum in einen größeren Topf mit frischer Erde setzen oder in den Garten pflanzen.
Wie entsorge ich meinen Weihnachtsbaum möglichst nachhaltig?
Geschlagene Bäume gibst du am besten bei den kommunalen Sammelstellen oder zu speziellen Abholterminen ab. Dort werden sie zerkleinert und z. B. zu Mulch oder Hackschnitzeln verarbeitet. Ein Weihnachtsbaum im Topf kann (gut eingewöhnt) in den Garten oder in einen größeren Kübel umziehen. Einzelne Äste und das Holz lassen sich im Garten als Frostschutz, Mulch oder nach längerer Trocknung als Kaminholz verwenden.
Welche Alternativen gibt es zum klassischen Tannenbaum?
Neben dem klassischen Baum kannst du einen Weihnachtsbaum mieten, einen dauerhaften Weihnachtsbaum aus Holz verwenden oder einfach schöne Zweige in einer Vase dekorieren. Ein solcher Weihnachtsbaum aus Holz oder eine reduzierte Deko mit Zweigen spart Platz, kann viele Jahre genutzt werden und passt gut zu einem nachhaltigen Wohnstil.