- Bauen & Renovieren
- Boden, Wand & Decke
- Verputzen, Streichen & Tapezieren
- Wände richtig streichen
Boden, Wand & Decke
Wände richtig streichen
- Veröffentlicht: 16.11.2018
Streichen muss eigentlich jeder mal. Ob beim Umzug in eine neue Wohnung oder einfach deshalb, weil die eigenen vier Wände eine Auffrischung brauchen oder der Raum seine Bestimmung wechselt – etwa vom Gäste- zum Kinderzimmer. Wenn du ein paar grundlegende Tipps beachtest, geht es schnell und einfach von der Hand.
Video: Wände streichen
Video: Wände streichen
Zum Wände streichen brauchst du:
Zum Wände streichen brauchst du:
Farbrolle, Pinsel, Eimer und los geht's? Vor dem Streichen solltest du dir deine Materialien zurechtlegen und prüfen, ob auch nichts fehlt. Sonst lieber jetzt in den Baumarkt gehen, bevor du deine Arbeit mittendrin unterbrechen musst!
- Malerfolie zum Abdecken von Fußboden und Möbeln (z.B. von tesa)
- Malerkrepp zum Abkleben von Decke, Wänden, Fenster und Türrahmen, Schalter etc.
- Farbwanne und Abstreifgitter
- Rührquirl für die Bohrmaschine zum Mischen
- Farbrolle (Lammfell oder Synthetikfaser) (am besten kaufst du mehrere Exemplare)
- Teleskopstange zum Verlängern von Farbrollen
- Pinsel mit Naturhaar zum Vorstreichen von Ecken und Kanten (auch hier kaufe am besten mindestens zwei Stück)
- Für Streichputze benötigst du eine Spezialrolle und ggf. Effektpinsel zum Strukturieren
- stabile Leiter
- ggf. Malereimer zum Umfüllen
Qualität hat ihren Preis, lohnt sich aber!
Qualität hat ihren Preis, lohnt sich aber!
Vergleiche möglichst schon beim Einkauf die Qualität von Pinsel, Rollen, Malerkrepp und Co. Denn Pinselhaare oder Fussel möchtest du bestimmt nicht an der Wand haben! Greif am besten nicht sofort zum günstigsten Set, sondern schau dir die Einzelteile genau an. Meist erkennt man anhand der Verarbeitung schon gut, an welchem Werkzeug du länger Freude haben kannst.
Auch Farbe hat bekanntlich große Qualitätsunterschiede, die sich (oft zu Recht) im Preis widerspiegeln. Eine gute Deckkraft schon beim ersten Anstrich erspart dir später viel Arbeitszeit. Achte auf die Angaben auf dem Farbeimer im Zusammenhang mit der voraussichtlichen Reichweite bzw. Ergiebigkeit des Inhalts.
Die Nassabriebbeständigkeit gibt dagegen Aufschluss über die Strapazierfähigkeit und Reinigungsfähigkeit einer trockenen Wandfarbe, wenn sie etwa mit Wasser und einem Lappen abgewischt wird. Sie wird in 5 Klassen eingeteilt, wobei Klasse 1 die beste Kategorie ist. Für beanspruchte Räume wie Flur, Bad, Küche und Kinderzimmer sind die Kategorien 1 und 2 empfehlenswert.
Wenn es nicht Weiß sein soll, kannst du dir deinen Wunsch-Farbton selbst mischen oder vom Profi direkt im Baumarkt von der Maschine mischen lassen. Der Vorteil: Dieser Farbton lässt sich exakt nachkaufen, sollte es doch zu wenig gewesen sein.
Tipp aus der Praxis
Tipp aus der Praxis
Gerade bei farbigen Wänden lohnt es sich, einen kleinen Farbrest in einem beschrifteten Schraubglas aufzubewahren. So kannst du später kleine Flecken oder Macken schnell ausbessern, ohne den Farbton neu mischen zu müssen.
Was du unbedingt vor dem Streichen tun solltest:
Was du unbedingt vor dem Streichen tun solltest:
- Das Zimmer möglichst komplett ausräumen
- Große Möbelstücke abdecken, auch die Türen! Wenn möglich diese aushängen.
- Leuchten abnehmen
- Abdeckungen von Lichtschaltern und Steckdosen besser entfernen (Abkleben dauert länger! Nicht abkleben beschert dir vermutlich einige mühsam zu reinigende Kunststoffteile...)
- Fußleisten entfernen oder abkleben
- Den Fußboden komplett (!) mit Folie auslegen
- Ggf. lose Tapetennähte wieder schließen
- Löcher ggf. zuspachteln
- Falls es Winter ist: Die Heizung runterdrehen, sonst trocknet die Farbe eventuell zu schnell und es entstehen hässliche Ränder!
Richtig abkleben für saubere Kanten
Richtig abkleben für saubere Kanten
Saubere Farbkanten sind entscheidend für ein schönes, sauberes Ergebnis. Verwende hochwertiges Malerband oder Kreppband, um Decke, Fensterrahmen und angrenzende Flächen exakt abzukleben. Besonders wichtig ist das Abkleben der Decke vor dem Wand streichen, damit keine unsauberen Übergänge entstehen.
Auch bei einzelnen Farbfeldern oder wenn du eine Wand mit Rand streichen möchtest, sind saubere Kanten das A und O. Drücke das Klebeband sorgfältig an, damit keine Farbe unter das Band läuft. Streiche dann die Ränder mit einem Pinsel, bevor die Rolle zum Einsatz kommt. Entferne es am besten, solange die Wandfarbe getrocknet ist, so erhältst du besonders saubere Kanten ohne Abreißen der Farbe.
Schritt 1: Untergrund prüfen und vorbereiten
Schritt 1: Untergrund prüfen und vorbereiten
Bevor du mit den Malerarbeiten beginnst, solltest du den Untergrund genau prüfen. Alte Anstriche, Tapeten, rissige Stellen oder stark saugende Flächen können das Gesamtbild negativ beeinflussen. Lose Tapeten solltest du entfernen oder neu verkleben. (Dübel-)Löcher werden sorgfältig verspachtelt und glatte Flächen leicht angeschliffen.
Glaube es uns: Ein tragfähiger, sauberer Untergrund sorgt dafür, dass die Wandfarbe gleichmäßig haftet und der Farbauftrag später streifenfrei und deckend wird. Wie so oft gilt: Je sorgfältiger du vorbereitest, desto schöner wird das Endergebnis.
Feuchte die Rolle zu Beginn leicht mit Wasser an, tauche sie anschließend in den Farbeimer und streife überschüssige Farbe am Gitter ab.
Schritt 2: Decke streichen
Schritt 2: Decke streichen
Bevor du mit den Wänden startest, streichst du zuerst die Decke. Setze die Rolle an der Fensterseite an und arbeite in gleichmäßigen Bahnen in den Raum hinein. Wichtig ist, dass du stets „nass in nass“ arbeitest und zügig vorgehst, ohne längere Pausen einzulegen. So vermeidest du sichtbare Ansätze und sorgst für ein gleichmäßiges, sauberes Ergebnis auf der gesamten Fläche. Gute Farbe spritzt und tropft sehr wenig. Sonst solltest du Haare und Gesicht etwas schützen.
Schritt 3: Ecken und Kanten bearbeiten
Schritt 3: Ecken und Kanten bearbeiten
Sobald die Decke vollständig getrocknet ist, klebst du die Übergänge zu den Wänden sauber ab. Anschließend streichst du Ecken, Kanten und schwer erreichbare Stellen mit einem Pinsel vor. Hier trägst du mit einem Pinsel ebenso wie in den Raumecken zuerst die Farbe auf. Die Farbe muss genau in den Ecken verteilt sein und sollte jeweils 3 cm in jede der Wandflächen reichen.
Schritt 4: Streifenfrei streichen
Schritt 4: Streifenfrei streichen
Streiche mit der Rolle vom Fenster aus in Richtung Raummitte. Trage die Farbe zunächst in kreuzweisen Bewegungen auf (z. B. in W- oder M-Form), damit sie sich gut verteilt. Streiche danach noch einmal senkrecht von oben nach unten über die Wand. Auch hier kannst du gut mit einer Teleskopstange arbeiten
Achte dabei auf einen gleichmäßigen Farbauftrag. Arbeite dabei auch wie bei der Decke zügig und immer „nass in nass“: Gehe die frisch gestrichenen Bereiche direkt noch einmal leicht nach, solange die Farbe noch feucht ist. Jetzt alles trocknen lassen. Danach kann eventuell ein zweiter Anstrich nötig sein.
Häufige Fragen zum Wände streichen
Häufige Fragen zum Wände streichen
Wie streicht man Wände ohne Streifen? Bereich zuklappen Bereich aufklappen
Arbeite immer „nass in nass“ und verteile die Wandfarbe gleichmäßig. Die W-Technik hilft, die Farbe optimal auf der Fläche zu verteilen.
Muss ich die Decke vor dem Wand streichen abkleben? Bereich zuklappen Bereich aufklappen
Ja, das Abkleben der Decke mit Kreppband sorgt für saubere Übergänge und verhindert unsaubere Farbkanten.
Welche Rolle eignet sich zum Wände streichen? Bereich zuklappen Bereich aufklappen
Für glatte Wände eignen sich kurzflorige Rollen, für strukturierte Wände eher langflorige Rollen.
Wie verhindere ich Farbspritzer beim Streichen? Bereich zuklappen Bereich aufklappen
Verwende hochwertige Rollen, arbeite mit gleichmäßigem Druck und schütze den Boden mit Abdeckfolie oder Malervlies.
Wie lange muss Wandfarbe trocknen? Bereich zuklappen Bereich aufklappen
Die Trocknungszeit beträgt je nach Produkt etwa 4 bis 8 Stunden. Für einen zweiten Anstrich solltest du die Herstellerangaben beachten.