Selber Knoblauch ernten

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Pflanzen im Garten

Knoblauch selber pflanzen

Ob im Garten, im Hochbeet oder auf dem Balkon – Knoblauch selber pflanzen ist nicht schwer und gelingt sogar im Topf auf der Fensterbank. Dabei kannst du zwischen Sommerknoblauch und Winterknoblauch wählen. Jede Sorte hat ihre Vorteile.

Würzig, aromatisch, gesund – all diese Eigenschaften werden Knoblauch nachgesagt. Aber das Zwiebelgewächs hat es auch ganz schön in sich. Deshalb lieben ihn die einen, während andere lieber Abstand halten. 

Diese Anleitung richtet sich an alle Knofi-Fans: Denn die tolle Knolle ist pflegeleicht und wächst im eigenen Garten, im Hochbeet, auf dem Balkon oder sogar auf der Fensterbank. Allerdings sollte man für den Start der Anzucht frischen Knoblauch aus der Region nehmen. Beim Einkauf solltest du deshalb auf die Herkunft achten! 

Gut für die Gesundheit: Knoblauch enthält die natürliche Schwefelverbindung Allicin, die nicht nur für den typischen Geschmack verantwortlich ist, sondern auch eine antibakterielle Wirkung hat und den Blutdruck senken kann.

Video: Knoblauchzehen setzen

Video: Knoblauchzehen setzen

Schritt 1: Boden vorbereiten

Knoblauch selber pflanzen: In einem Hochbeet wird die Erde mit einer Mistgabel aufgelockert

Foto: Fiskars

Schritt 1: Boden vorbereiten

Knoblauch mag es hell, sonnig und nicht zu feucht. Der Boden sollte locker und nährstoffreich sein: Mische daher die Erde mit etwas Dünger oder Kompost und ggf. Sand. Danach die Oberfläche ebnen.

Die Anzucht funktioniert aber auch im Balkonkasten oder auf der Fensterbank! Vermeide aber gerade hier unbedingt Staunässe! Auch im Topf oder Hochbeet kannst du Knoblauch problemlos anpflanzen – achte dabei auf eine gute Drainage, regelmäßiges Wässern (ohne Staunässe) und eine lockere Struktur. 

Tipp: Regelmäßiges düngen sorgt für kräftige Pflanzen.


Schritt 2: Knollen pflanzen

Knoblauch selber pflanzen: Nahaufnahme von eingepflanzten Knoblauchzehen

Foto: Fiskars

Schritt 2: Knollen pflanzen

Knoblauch kann im Frühjahr oder Herbst angepflanzt werden. Die ideale Zeit ist von September bis Oktober. Trenne dafür eine heimische Knoblauchknolle in einzelne Zehen. Diese setzt du in Reihen etwa 3 cm tief und mit mindestens 10 cm Abstand zueinander in den vorbereiteten Boden.

Wichtig: Die Zehen müssen mit dem spitzen Ende nach oben und dem bewurzelten Ende nach unten zeigen. Vor dem Pflanzen kannst du die Knoblauchzehen über Nacht in Wasser einweichen, um das Wurzelwachstum anzuregen. Entferne lose, äußere Schalen, aber beschädige die Zehe nicht. So bereitest du sie optimal fürs Anpflanzen vor.

Knoblauch gilt zwar als winterhart, trotzdem solltest du in der kalten Jahreszeit das Beet mit Mulch, Stroh o.Ä. schützen. Das hilft auch gegen Unkraut. Jäten solltest du regelmäßig, damit der Knoblauch so groß und saftig wie möglich werden kann. Zwischendurch empfiehlt es sich, den Boden aufzulockern.

Gut zu wissen

Knoblauchsorten zur Auswahl:

Knoblauchsorten zur Auswahl:

Bei der Auswahl kannst du auf robuste Knoblauchsorten wie 'Germidour' oder 'Thermidrome' setzen. Unterschiede gibt es auch zwischen Sommer- und Winterknoblauch: Sommerknoblauch wird im Frühjahr gesteckt und ist milder, Winterknoblauch wächst kräftiger und ist intensiver im Geschmack.

Eine besonders beliebte Variante ist der sogenannte Weichhals-Knoblauch (Allium sativum ssp. sativum) – auch bekannt als Gemeiner Knoblauch. Diese Sorten sind ideal für Einsteiger und stammen häufig aus dem Supermarkt. Sie werden im Spätsommer gesteckt und im folgenden Juli geerntet. Die Knollen sind von einer weißen oder rosa papierartigen Schale umhüllt und lassen sich mehrere Monate lagern. Der Geschmack ist zunächst mild und entwickelt im Laufe der Lagerung mehr Intensität.

Beliebte Weichhals-Sorten:

  •  Arno – mittlere Intensität, rosa Zehen
  •  Germidour – mild-aromatisch, rosa Zehen
  •  Messidor – intensiver Geschmack, lange Haltbarkeit, sogar die Blätter sind essbar

Dem gegenüber stehen die Harthals-Knoblauchsorten (Allium sativum ssp. ophioscorodon) – auch bekannt als Schlangen-Knoblauch. Sie sind besonders kältetolerant und somit ideal für Regionen mit strengem Winter. Geschmacklich sind sie komplexer und oft intensiver, allerdings weniger lange lagerfähig.

Empfehlenswerte Harthals-Sorten:

  • Rocambole – milder Geschmack, auch roh lecker in Salaten oder auf Brot
  • Sprint – Gourmet-Sorte mit früher Reifung und rosa geflammten Knollen

Schritt 3: Knoblauch ernten

Knoblauch selber pflanzen: Nahaufnahme einer Knoblauchknolle

Foto: Fiskars

Schritt 3: Knoblauch ernten

Den im Herbst angepflanzten Knoblauch kannst du Ende Juni oder im Juli des folgenden Jahres ernten. Ein bisschen Geduld brauchst du also schon. Wenn du auf besonders große Knollen scharf bist, solltest du zudem die Blütenstände abschneiden.
Sobald die unteren Blätter gelb und trocken werden, kannst du ernten. Dazu die Pflanzen vorsichtig mit einer Pflanzgabel oder Hacke herausziehen.

Entferne vor der Lagerung das Laub, lasse die Knoblauchpflanze aber zunächst 1–2 Wochen an einem luftigen, schattigen Ort trocknen. Das verbessert die Haltbarkeit. Frisch bleibt Knoblauch im Kühlschrank bis zu einer Woche, bei Raumtemperatur ca. zwei Wochen. An einem trockenen und schattigen Ort hält er sich richtig gelagert unter Umständen sogar monatelang.

Tipp: Zur Weitervermehrung kannst du neben Zehen auch sogenannte Brutzwiebeln oder Bulbillen verwenden, die sich in den Blütenständen entwickeln. Diese brauchen allerdings 1–2 Jahre bis zur vollständigen Reife. Aber nicht vergessen, neues Pflanzgut für die nächste Saison zurückzubehalten.
Je nach Sorte entwickelt der Knoblauch einen eher milden oder intensiven Geschmack – ideal für mediterrane Gerichte, Dips oder als natürliches Hausmittel.

Schritt 4: Welche Pflanzen vertragen sich mit Knoblauch?

Knoblauch schützt Erdbeeren vor Schädlingen

Foto: Helix

Schritt 4: Welche Pflanzen vertragen sich mit Knoblauch?

Der Knoblauch-Geruch schreckt auch einige Schädlinge ab. Pflanz ihn doch deshalb einfach mit ins Gemüsebeet. Für Erdbeeren ist er die perfekte Mischkultur. Keine guten Nachbarn sind allerdings Zwiebel, Schnittlauch und Lauch. 

Durch seine starke Wirkung gegen Pilze und Bakterien eignet sich Knoblauch auch als natürlicher Pflanzenschutz. Dennoch können Krankheiten wie Rost auftreten – achte auf regelmäßige Belüftung und vermeide zu enge Pflanzabstände.

FAQ´s:

Knoblauch selber pflanzen

Knoblauch selber pflanzen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Knoblauch zu pflanzen?
Knoblauch kannst du entweder im Herbst (September–Oktober) oder im Frühjahr (März–April) pflanzen. Herbstanbau bringt meist größere Knollen, Frühjahrsanbau ist besser für milde Sorten.

Kann ich Knoblauch auch im Topf ziehen?
Ja, Knoblauch wächst gut im Topf oder Balkonkasten, wenn du auf sonnige Lage, lockere Erde und regelmäßige Bewässerung achtest.

Welche Knoblauchsorten sind empfehlenswert?
Beliebte Sorten sind z. B. Germidour (mild, lagerfähig), Thermidrome (kräftig), oder Messidrome (winterhart, aromatisch).

Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterknoblauch?
Sommerknoblauch wird im Frühjahr gepflanzt und ist milder. Winterknoblauch wird im Herbst gesteckt und liefert meist größere Knollen mit kräftigerem Geschmack.

Wie kann ich Knoblauch lagern?
Nach dem Trocknen lagerst du ihn am besten luftig, dunkel und trocken – z. B. in einem Netz oder offenen Korb.

Was sind Brutzwiebeln bzw. Bulbillen?
Das sind kleine Brutknöllchen in den Blütenständen, mit denen du Knoblauch auch vermehren kannst – allerdings dauert die Entwicklung 1–2 Jahre.

Welche Knoblauchsorten eignen sich für Anfänger?
Weichhals-Knoblauch wie "Arno", "Germidour" oder "Messidor" sind robust, gut lagerfähig und einfach zu pflanzen.

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