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Im September ist Erntezeit: Reife Äpfel und Birnen hängen in Massen an den Bäumen und warten darauf, endlich gepflückt zu werden. Damit du die saftig leckeren Früchte möglichst lange genießen kannst, sind der richtige Erntezeitpunkt und eine passende Lagerung besonders wichtig.
Wusstest du, dass beliebte Apfelsorten wie Elstar, Cox Orange oder Boskoop ganz unterschiedliche Erntezeiten haben? Während Elstar bereits im Spätsommer pflückreif ist, brauchen Boskoop oder Cox oft bis in den Oktober. Der ideale Zeitpunkt hängt also stark von der jeweiligen Sorte ab – und beeinflusst, wie gut sich die Äpfel lagern lassen.
Achte bei der Ernte darauf, nur unversehrte und ausgereifte Früchte zu verwenden. So bleiben Äpfel und Birnen nicht nur länger haltbar, sondern behalten auch ihr volles Aroma.
Frühäpfel und Lageräpfel
Frühäpfel und Lageräpfel
Wichtig ist auch zu wissen: Frühäpfel, wie zum Beispiel Klaräpfel, sollten möglichst frisch verzehrt werden – sie sind nicht lagerfähig. Spätreifende Sorten wie Boskoop oder Ontario hingegen sind ideale Lageräpfel und entfalten ihr Aroma oft erst nach einigen Wochen im Lager. Auch der Standort des Apfelbaums hat Einfluss auf Ertrag und Reifezeitpunkt. Bäume an sonnigen, luftigen Standorten tragen oft aromatischere Früchte mit höherem Zuckergehalt als schattig stehende Bäume.
Apfelsorten und ihre Pflück- und Genussreife
Apfelsorten und ihre Pflück- und Genussreife
- Cox Orange: pflückreif Mitte bis Ende September - genussreif Oktober bis November
- Elstar: pflückreif Ende September bis Mitte Oktober - genussreif sofort nach Ernte bis Weihnachten
- Golden Delicious: pflückreif Mitte bis Ende Oktober - genussreif sofort nach Ernte bis Weihnachten
- James Grieve: pflückreif Ende August bis Mitte September - genussreif kurz nach Ernte bis Anfang Oktober
- Jonagold: pflückreif Ende September bis Mitte Oktober - genussreif sofort nach Ernte bis Weihnachten
- Roter Berlepsch: pflückreif Mitte September bis Ende Oktober - genussreif Anfang November bis März
- Roter Boskoop: pflückreif Ende September bis Mitte Oktober - genussreif November bis März
Den passenden Zeitpunkt abwarten
Den passenden Zeitpunkt abwarten
Generell sollten Äpfel und Birnen nicht zu früh geerntet werden, denn für einen aromatischen Geschmack benötigen die Früchte genügend Sonne. Werden sie zu früh gepflückt, fehlt es ihnen an Süße – und damit an Geschmack.
Ein wichtiger Unterschied: Äpfel erreichen zunächst die sogenannte Pflückreife – das ist der optimale Zeitpunkt, um sie vom Baum zu nehmen, ohne sie zu beschädigen. Die Genussreife stellt sich bei vielen Sorten jedoch erst später ein – oft nach Tagen oder sogar Wochen im Lager. Besonders Lageräpfel wie Boskoop oder Jonagold entfalten ihren vollen Geschmack erst durch diese Nachreifung.
Den Reifegrad beeinflussen verschiedene Faktoren. Deshalb ist es nicht immer so einfach, den genauen Reifezeitpunkt der beiden Kernobstfrüchte zu erkennen. Vor allem das Wetter spielt eine große Rolle: Je nach Sonneneinstrahlung können Äpfel und Birnen mal früher oder mal später reif werden. Aber auch die Stelle im Garten, an der die Früchte am Baum hängen sowie die Sorte, zum Beispiel früh- oder spätreifende, beeinflussen den Erntezeitpunkt.
Reife Früchte erkennen
Reife Früchte erkennen
Gemäß einer alten Gärtnerregel gibt die Kernfarbe der Frucht Auskunft über die Reife. So soll man Äpfel und Birnen ernten, wenn sich die Kerne dunkel gefärbt haben. Um die Farbe zu kontrollieren, schneidest du am besten einfach Fallobst auf. Dieser Tipp eignet sich besonders gut für Birnen. Bei Äpfeln sollte man sich darauf nicht immer verlassen, denn in Höhenlagen und bei Spätsorten sind die Äpfel trotz ihrer braunen Kerne mitunter noch nicht komplett ausgereift. Und gerade Spätsorten reifen erst nach Wochen im Lager von der Pflückreife zur Genussreife.
Dabei spielt das natürliche Reifegas Ethylen eine große Rolle. Äpfel geben dieses Gas ab – es fördert nicht nur ihre eigene Nachreifung, sondern auch die anderer Obstsorten. Deshalb ist es ratsam, Äpfel getrennt von anderem Obst zu lagern, um ungewolltes Überreifen zu vermeiden.
Um sicher zu gehen, dass Birnen und Äpfel reif für die Ernte sind, hilft bei Sorten mit ausreichend langem Stiel auch die „Kipp-Probe“. Dazu biegst du die Frucht am Zweig um bis zu 90 Grad hoch, beziehungsweise zur Seite. Ist die Pflückreife erreicht, löst sich die Frucht mitsamt Stiel einfach vom Zweig ab und die Früchte sind bereit für die Ernte. Bleibt der Stiel hingegen am Baum haften und löst sich stattdessen nur die Frucht, solltest du mit der Ernte noch warten.
Ernten will gelernt sein
Ernten will gelernt sein
Bei der Obsternte solltest du besonders vorsichtig sein. Denn möchtest du die Früchte einlagern, sollten diese möglichst keine Druckstellen oder Risse in der Schale haben. Befülle deine Körbe oder Eimer deshalb mit Bedacht und lege die Früchte vorsichtig hinein. Mit einem Obstpflücker lassen sich die reifen Exemplare bequem vom Boden aus ernten, ohne auf eine Leiter steigen zu müssen. Das klappt natürlich nicht immer – die Äpfel fallen auch dann vom Baum, wenn du gerade nicht da bist. Doch Fallobst sollte besser nicht zu lange liegen bleiben, dann wird es matschig, schimmelig und angefressen. Äpfel am Boden lässt sich bequem mit einem Rollsammler auflesen.
Bei der Ernte sollten auch die Wetterverhältnisse berücksichtigt werden. Möchtest du deine Früchte einlagern, solltest du diese nicht in der prallen Sonne ernten. Dann sind die Äpfel und Birnen nämlich zu warm, um in den Obstkisten verstaut zu werden. An Regentagen sollte man ebenfalls auf das Ernten verzichten, weil nasses Obst schneller verdirbt.
Rezeptidee: Apfelpfannkuchen
Rezeptidee: Apfelpfannkuchen
Kleinere Druckstellen sind jedoch kein Grund, das Obst zu entsorgen. Aus Äpfeln mit kleinen Makeln lassen sich im Handumdrehen köstliche Apfel-Pfannkuchenzubereiten – ein Lieblingsgericht für Groß und Klein. Einfach schälen, in dünne Scheiben schneiden und in einem Pfannkuchenteig ausbacken – fertig ist der fruchtige Genuss!
Die richtige Lagerung
Die richtige Lagerung
Frühsorten halten sich nicht lange im Obstlager. Deshalb nimmst du zum Einlagern am besten ausgewiesene Spät- und Lagersorten, die bis spät ins Frühjahr frisches Obst garantieren. Vor dem Einlagern solltest du dein Obst gründlich prüfen. Nur Früchte mit einer optimalen Qualität und ohne Druck- und Faulstellen sind für die Lagerung über den Winter geeignet. Auch der Stiel sollte im besten Fall vorhanden sein. Anfangs ist eine wöchentliche Kontrolle der Früchte zu empfehlen, damit beschädigte Früchte sofort entfernt und in der Küche verarbeitet werden können.
Wer viele Äpfel hat, kann überlegen, einen Teil der weniger lagerfähigen Sorten direkt zu Saft, Kompott oder Apfelmus zu verarbeiten – ideal zur Vorratshaltung oder für Kuchen.
Lagerort mit hoher Luftfeuchtigkeit wählen
Lagerort mit hoher Luftfeuchtigkeit wählen
Wohl fühlen sich Äpfel und Birnen an einem kühlen Lagerort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Hierfür eignen sich dunkle Räume mit einer Temperatur zwischen ein und drei Grad Celsius. Besonders günstig für die Lagerung ist demnach ein kühler, dunkler Keller oder eine frostsichere Garage.
Wichtig: Lagere Äpfel niemals zusammen mit anderen Früchten oder Kartoffeln, denn sie scheiden das natürliche Gas Ethylen aus und beschleunigen so bei anderen Früchten den Reifeprozess.
Unterschiede bei der Ernte von Äpfeln und Birnen
Unterschiede bei der Ernte von Äpfeln und Birnen
Obwohl Äpfel und Birnen oft gemeinsam geerntet werden, gibt es einige wichtige Unterschiede im Umgang mit den beiden Kernobstarten.
Birnen sind besonders empfindlich: Ihre weiche Schale und das zarte Fruchtfleisch machen sie anfällig für Druckstellen. Daher sollten sie noch behutsamer gepflückt und transportiert werden als Äpfel.
Auch der Erntezeitpunkt ist kritischer: Während viele Apfelsorten nach der Ernte noch nachreifen, sollten Birnen kurz vor der Vollreife geerntet werden – wartet man zu lange mit der Ernte, schmecken sie schnell mehlig und verlieren an Saftigkeit. Äpfel hingegen lassen sich meist etwas flexibler ernten. Viele Sorten erreichen nach der sogenannten Pflückreife erst Wochen später ihre volle Genussreife – ideal für die Lagerung. Bei Birnen ist das anders: Sie reifen kaum nach und verderben schneller, wenn sie überreif sind.
Die Reifekontrolle unterscheidet sich ebenfalls leicht: Während bei beiden Früchten die Kernfarbe ein Indikator für die Reife ist, reagieren Birnen zusätzlich sensibel auf leichten Druck am Stielansatz – ist das Fruchtfleisch dort leicht nachgiebig, sind sie bereit zur Ernte.
Kurz gesagt: Birnen brauchen mehr Fingerspitzengefühl, während Äpfel etwas robuster und lagerfähiger sind.