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Boden, Wand & Decke

Vliestapete tapezieren

Moderne Vliestapeten erleichtern dir das Tapezieren, weil sie einfach zu verarbeiten sind: Sie werden ohne Einweichzeit direkt auf die vorgekleisterte Wand geklebt. Und wenn renoviert werden soll, kannst du sie in einem Stück wieder abziehen.

Vliestapeten sind eine beliebte Wahl. Im Gegensatz zu Papiertapeten besteht ihr Trägermaterial überwiegend aus Zellstoff und Textilfasern. Dadurch ist die Vliestapete dimensionsstabil, das heißt, sie dehnt sich bei Feuchtigkeit nicht aus. So kann sie geklebt werden, ohne vorher lange im Kleister "baden" zu müssen. Dies ermöglicht die sogenannte Wandklebetechnik, bei der nicht die Tapete, sondern die Wand eingekleistert wird. Die trockene Tapetenbahn wird dort eingebettet, angedrückt und die Überstände mit einem scharfen Cuttermesser abgeschnitten. Später ist die Vliestapete wieder trocken abziehbar!

01. Wände prüfen

Foto: Hailo/Alpina

Foto: Elke Scholl

01. Wände prüfen

Zu Anfang gilt es, den Untergrund zu prüfen. Dieser muss tragfähig und trocken sein. Möchtest du eine verputzte bzw. glatt verspachtelte Wand oder Betonwände tapezieren, musst du zuvor die Saugfähigkeit testen. Sprühe dazu etwas Wasser auf die Wand und warten einige Minuten. Zieht das Wasser schnell ein und bildet sich ein dunkler Fleck, ist eine Grundierung unbedingt notwendig. Diese lässt sich mit einem Quast auftragen und sorgt dafür, dass die neue Tapete richtig haftet.

Bevor es jedoch ans tatsächliche Heimwerken geht, werden nun die Fußleisten, Steckdosenblenden und Lichtschalter entfernt und der Boden großzügig mit Abdeckfolie geschützt.


02. Alte Tapeten entfernen

Foto: Elke Scholl

Foto: Elke Scholl

Foto: Elke Scholl

02. Alte Tapeten entfernen

Sollte sich noch eine alte Tapete – gern gleich mehrere, uralte Schichten – auf der Wand befinden (und es ist keine Vliestapete, die du trocken wieder abziehen kannst), musst du diese zuerst entfernen. Spezielle Tapetenablöser eignen sich bei Papiertapeten am besten. Der Ablöser wird mit Wasser verdünnt auf den alten Belag mit einer Malerbürste oder einer Rolle aufgetragen. Sorge bei dieser Arbeit für eine gute Belüftung und trage dabei Handschuhe und eine Schutzbrille. Sobald die Tapete eingeweicht ist, kannst du diese mit einem Spachtel abkratzen. Das ist manchmal ganz schön viel Arbeit und harte Tapetenbröckchen sind unangenehm. Denk also daran, dir ggf. einen Helfer zu organisieren. 

Tipp: Mit einer Nagelwalze (auch liebevoll Tapetenigel genannt), kannst du vorher die Oberfläche anrauen, dann kann der Ablöser besser in die Tapete eindringen und noch besser wirken.


03. Untergrund vorbereiten

Foto: Henkel

Foto: Henkel

03. Untergrund vorbereiten

Wenn sich Bohrlöcher, Risse und Vertiefungen in der Wand befinden, musst du diese zunächst mit einer gebrauchsfertigen Spachtelmasse oder mit Gips auffüllen. 

Untapezierte und saugende Wände musst du dann außerdem mit Tiefengrund behandeln, damit eine ausreichende Haftung gewährleistet ist. 


04. Tapetenkleister anrühren

Foto: Henkel

Foto: Elke Scholl

Foto: Elke Scholl

04. Tapetenkleister anrühren

Den Tapetenkleister mit Wasser klumpenfrei anrühren und nach Anleitung einige Minuten quellen lassen. Es gibt einige Kleister zur Auswahl, auch für Vliestapeten gibt es ein speziell geeignetes Produkt.

Tipp: Mittlerweile gibt es portionierbares Kleisterpulver, das einfach mit der passenden Menge an Wasser angerührt wird. Kurzum: So kannst du nur soviel Kleister ansetzen, wie du für dein Projekt benötigst. Das ist praktisch, wenn du zum Beispiel nur eine Wand tapezieren willst.


05. Tapetenbahnen anbringen

Foto: Henkel

Foto: Henkel

Foto: Henkel

05. Tapetenbahnen anbringen

Willst du neben den Wänden auch die Decke mit einer neuen Tapete verschönern, beginne mit ihr. Plane generell immer ein bisschen mehr Überstand pro Seite (etwa 5 bis 10 Zentimeter) ein und schneide die Reste später gerade ab.

Damit die Tapete wirklich gerade verläuft, die erste Bahn mit Hilfe eines Linienlasers oder Senklots anzeichnen. Mit einer kurzflorigen Rolle lässt sich der Kleister auf die Wand auftragen. Die Bahn mit etwas Überstand zur Decke ansetzen. Eine Bürste oder eine Moosgummirolle ist beim Andrücken der Tapete hilfreich. 

Du hast eine Tapete mit Rapport? Dann lies hier nach, was du beachten solltest.


06. Überstände abschneiden

Foto: Henkel

Foto: Henkel

06. Überstände abschneiden

Die Überstände am Boden und an der Decke schneidest du mit einem Cuttermesser und einer Tapetenschiene gerade ab. Öffnungen für Steckdosen und Schalter werden mit dem Cutter vorsichtig ausgeschnitten. 

Zum Schluss die Steckdosenblenden und Fußleisten wieder montieren.


07. Außenecke und Fensterlaibungen tapezieren

Foto: Elke Scholl

Foto: Elke Scholl

Foto: Elke Scholl

Foto: Elke Scholl

Foto: Elke Scholl

07. Außenecke und Fensterlaibungen tapezieren

Wenn es Muster und Motiv zulassen, oder wenn wie hier in dem Dachfenster mit einer einfarbigen Tapete gearbeitet wird, können Tapeten an Ecken auch überlappend geklebt werden. 

Dafür tapezierst du die Bahn ungefähr einen Zentimeter um die Kante und drückst sie mit einem Nahtroller an. Helfen kann bei spannungsreichen Tapeten auch ein Bordürenkleber zum Kleben an der Kante. Nun tapezierst du die nächste Bahn bis in die Ecke. Setze die nachfolgende Bahn in der Ecke an und schneide sie mit dem Andrückspachtel und dem Cutter ab. So tapezierst du Fensterbacke für Fensterbacke.



Profi-Tipp
Tipps beim Tapezieren

Foto: Elke Scholl

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Tipps beim Tapezieren

Damit du mit deinen Wänden am Ende des Tages zufrieden bist, haben wir coole Tipps für dich:

1. Großzügig einkaufen
Bevor du nochmal in den Baumarkt fahren musst, weil du die Menge falsch berechnet oder nicht ans ungenaue Messen und Zuschneiden beim Verarbeiten gedacht hast, kaufe lieber ein bis zwei Rollen mehr ein. Ungeöffnete Pakete kannst du wieder zurückgeben oder du wirst kreativ und schmückst deine Möbel damit.

2. Lose Ränder
Vliestapeten mit großer Textur sind sehr spannungsreich. Für einen besseren Halt bestreichst du die Kanten und Ecken mit Bordürenkleber. Dann bleibt die Tapete sicher haften.

3. Übergänge kaschieren
Im Gegensatz zu Papiertapeten, die sich durch die Feuchtigkeit im Kleister ausdehnen und sich an den Kanten immer noch etwas "ziehen" lassen, sind Vliestapeten sehr formstabil. Um die Stoßkanten zu kaschieren, wenn du die Bahnen nicht exakt aneinander tapezierst bekommst, gibt es folgenden Trick: entweder du betupfst die Kanten der Rollen mit Wattepad und etwas Abtönfarbe im ähnlichen Farbton oder du gibst etwas Abtönfarbe in den Tapeziergrund und streichst damit einen Streifen auf die Wand, wo die Bahnen zusammenstoßen würden. So fällt der Untergrund bei unsauberer Arbeit weniger auf - vor allem, wenn er aus verschiedenen Materialien besteht und eine unterschiedliche Farbgebung hat.

4. Zugluft vermeiden
Durch Zugluft kann es passieren, dass der Kleister schneller als die Tapete trocknet und die Bahnen nicht an der Wand haften. Lasse daher beim Tapezieren die Fenster geschlossen. Auch die Heizung solltest du ausstellen. Nach 4 bis 5 Stunden kannst du ein Fenster kippen, damit die Luftfeuchtigkeit entweichen kann.

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