Teppich selbst verlegen - Schritt-Anleitung für Selbermacher/innen

Foto: tesa

Boden, Wand & Decke

Teppich selbst verlegen

Teppichböden sorgen für ein besonders warmes Wohngefühl. Die Schalldämmung ist bei Teppichen meist gleich inklusive, was die Wohnatmosphäre zusätzlich verbessert. Doch Teppich ist nicht gleich Teppich – es gibt verschiedene Teppicharten wie Schlingenware, Velours oder Nadelfilz, die sich in Optik, Haptik und Pflege unterscheiden.

Auch die Verlegeart spielt eine große Rolle: Teppich kann vollflächig verklebt, mit doppelseitigem Klebeband fixiert oder einfach lose verlegt werden. Welche Methode für dich die beste ist und wie du die sogenannte Auslegware richtig verarbeitest, zeigen wir dir in dieser Anleitung Schritt für Schritt.

Profi-Tipp zum Kauf
Qualität vor Quantität

Qualität vor Quantität

Damit du lange Freude an deinem neu verlegten Teppich hast, solltest du dich für eine gute Qualität entscheiden. Bei minderwertigem Material musst du leider damit rechnen, dass die Fasern ausbleichen. Das führt zu unangenehmen Überraschungen, zum Beispiel wenn du Möbel umstellst und der Teppich darunter deutlich dunkler ist. Oder es bilden sich sogenannte Laufstraßen, dort, wo der Boden besonders intensiv genutzt wird.

Kann ich einen Teppich auf einem alten Untergrund verlegen?

Kann ich einen Teppich auf einem alten Untergrund verlegen?

Grundsätzlich kannst du einen Teppich auf einem alten Untergrund verlegen, aber nicht jeder Bodenbelag eignet sich gleichermaßen. Hier ist eine Übersicht:

Geeignete Untergründe (problemlos möglich)

- Glatter Estrich – perfekt geeignet, einfach reinigen und Teppich verlegen.
- Fliesen – wenn die Fugen nicht zu tief sind, kann Teppich direkt darauf verlegt werden. Bei tiefen Fugen hilft eine Ausgleichsmasse.
- PVC oder Linoleum – eben und glatt, ideal als Untergrund für Teppich.
- Alter Teppichboden (fest verklebt, flach und sauber) – kann als Unterlage dienen, wenn er nicht beschädigt oder zu dick ist.

Untergründe mit Einschränkungen (zusätzliche Arbeit nötig)

- Dielenboden oder Parkett – bewegliche Dielen oder Fugen sollten mit einer Hartfaserplatte oder Trittschalldämmung ausgeglichen werden.
- Betonboden – muss sauber und trocken sein und ggf. mit einer Grundierung behandelt werden, um Staub zu binden.
- Alte Kleberreste oder Farbanstriche – sollten entfernt oder mit einem Sperrgrund behandelt werden, um Unebenheiten zu vermeiden. Alte Teppich- oder Klebereste solltest du vorher mit der Hand oder einem Elektroschaber entfernen. Falls sich alte Klebereste schwer lösen lassen, kann ein Lösungsmittel oder Teppichkleber-Entferner helfen.

Problematische Untergründe (nicht empfehlenswert oder sehr aufwendig)

- Hochfloriger Teppich – zu weich, kann Falten und Wellen verursachen. Besser entfernen.
- Feuchte oder nasse Böden – Gefahr von Schimmelbildung! Erst trocknen und abdichten.
- Untergründe mit Schimmel oder Schäden – müssen vorher saniert werden, sonst kann der Teppich Schaden nehmen.

Tipp: Wenn du unsicher bist, kann eine Trittschalldämmung oder eine dünne Sperrholzplatte als Unterlage helfen, um Unebenheiten auszugleichen!


Vorbereitung

Foto: tesa

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Vorbereitung

Bevor du deinen Teppich kaufst, miss den Raum genau aus und berechne rundherum zusätzlich Verschnitt. Ist eine Fußbodenheizung vorhanden, solltest du darauf achten, dass der gewählte Teppich dafür geeignet ist. Dann lasse dir den Teppich zuschneiden. Zuhause rollst du den Teppich im Raum aus und ziehst ihn in die richtige Lage. Lasse ihn über Nacht liegen, damit er sich akklimatisieren kann.

Wichtig: Säubere den Boden gründlich von Staub und Verschmutzungen bevor du den Teppich ausbreitest. Sorgfältiges Arbeiten lohnt sich, da sonst Unebenheiten entstehen können, die sich später auf dem neuen Teppich abzeichnen.

 


Teppich auslegen & zuschneiden

Foto: DIY Academy/Draksal Verlag

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Teppich auslegen & zuschneiden

Jetzt breitest du den Teppich lose im Raum aus. Viele Bodenbeläge dehnen sich je nach Temperatur leicht aus oder ziehen sich zusammen. Gib dem Teppichboden vor dem Verlegen daher etwas Zeit, sich an das Raumklima anzupassen. Achte bezüglich der Dauer auf die Angaben des Herstellers.

Schneide den ausgebreiteten Teppich als nächstes grob mit ca. 10 cm Zugabe an den Rändern zu. Am besten eignet sich dazu ein Teppichmesser mit Trapezklinge oder Hakenklinge, da du damit präzise schneiden kannst. Achte darauf, die Florrichtung des Teppichs zu berücksichtigen, damit er auf dem Boden später ein einheitliches Erscheinungsbild ergibt. Falls du mehrere Teppichbahnen verlegst, klebe diese mit doppelseitigem Klebeband Stoß an Stoß zusammen. 

Achte bei einem gemusterten Teppich darauf, dass die Muster exakt aufeinanderpassen, bevor du mit der Fixierung beginnst. 

Benutze für exakte Kanten eine Teppichschiene oder eine Cutterkantschiene.


Lose verlegen, fixieren oder kleben?

Lose verlegen, fixieren oder kleben?

Es gibt drei Möglichkeiten, Teppichböden zu verlegen: vollflächiges Verkleben, Fixieren mit Klebeband oder loses Verlegen. Welche Methode die beste ist, hängt von der Raumnutzung, dem Untergrund und deinen persönlichen Vorlieben ab. Für Mieter bietet sich in der Regel die lose Verlegung oder die Verlegung mit doppelseitigem Klebeband an.

Lose Verlegung: Funktioniert gut bei schweren Teppichen oder in kleinen Räumen. Hier wird der Teppich nur durch sein Eigengewicht gehalten.

Fixierung mit doppelseitigem Klebeband oder Haftfixierung: Eine gute und beliebte Alternative, besonders für Mieter. Der Teppich bleibt an Ort und Stelle, kann aber später relativ leicht entfernt werden.

Vollflächige Verklebung: Diese Methode ist besonders für stark beanspruchte Räume wie Flure oder Büros geeignet. Der Teppich haftet fest auf dem Boden, lässt sich aber nur mit großem Aufwand entfernen.


Teppich-Fixierung anbringen

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Foto: Henkel

Teppich-Fixierung anbringen

Bei der Fixierung mit doppelseitigem Klebeband bringst du ein geeignetes Klebeband gitterförmig oder umlaufend auf dem Boden an. Danach wird der Teppich vorsichtig daraufgelegt und fest angedrückt. Drücke auch die Ecken fest an. Diese Methode eignet sich besonders für Wohnbereiche in Mietwohnungen, da der Bodenbelag später leicht entfernt werden kann.

Falls du dich für das vollflächige Verkleben entscheidest, solltest du zunächst einen Tiefengrund auf den Boden auftragen und gut trocknen lassen. Danach schlägst du den Teppich zur Hälfte zurück und trägst mit einer Zahnspachtel gleichmäßig einen geeigneten Teppichkleber auf. Achte darauf, den Kleber nicht zu dick aufzutragen, da sich sonst Blasen bilden können.

Tipp: Achte bei allen Methoden darauf, den Teppich von der Mitte aus nach außen hin anzudrücken, um Blasen oder Falten zu vermeiden. Nutze dafür eine Teppichrolle oder ein schweres Brett.


Stöße miteinander verbinden

Foto: Henkel

Foto: Henkel

Stöße miteinander verbinden

Treffen im Türrahmen zwei Bahnen aufeinander, verbindest du diese am besten mit einem Nahtschnitt. Dazu werden die beiden Bahnen 3 bis 4 cm überlappend aufeinandergelegt und dann mit einem scharfen Teppichmesser mit Trapezklinge gleichzeitig zugeschnitten. Dadurch entsteht eine exakte Kante, die nahezu unsichtbar ist. Eine Cutterkantschiene hilft dir dabei, den Schnitt präzise zu führen.

Damit sich die Schnittkanten nicht auflösen, kannst du sie mit einem Nahtversiegler behandeln. Besonders bei Teppicharten mit hohem Flor verhindert das ein späteres Ausfransen.


Sockelleisten & Übergangsprofile anbringen

Sockelleisten & Übergangsprofile anbringen

Um den Übergang zwischen Teppich und Wand sauber abzuschließen, kannst du Sockelleisten aus Holz oder Kunststoff anbringen. In Türbereichen oder beim Übergang zu einem anderem Bodenbelag (z. B. Laminat oder Fliesen) sind Übergangsprofile aus Aluminium oder Kunststoff ideal, um eine saubere Verbindung herzustellen. Falls du den Teppich auf einer Treppe verlegst, kannst du mit speziellen Treppenkantenprofile die Stufen schützen und gleichzeitig ein Verrutschen des Teppichs verhindern.


Wie oft sollte ein Teppich erneuert werden?

Wie oft sollte ein Teppich erneuert werden?

Ein Teppichboden hält nicht ewig – aber wie lange genau? Die Lebensdauer hängt sehr stark von den Einflussfaktoren wie Material, Qualität, Nutzung und Pflege ab, deshalb kann man keine pauschale Aussage über die Lebensdauer des Teppichbodens treffen. 

Hochwertige Teppiche mit einer hohen Nutzungsklasse (z. B. in Büros oder Fluren) halten etwa 10 bis 15 Jahre.
Günstigere Teppiche oder solche in weniger genutzten Räumen (z. B. Schlafzimmer) können etwa 15 bis 20 Jahre durchhalten.
Stark beanspruchte Teppiche in Haushalten mit Kindern oder Haustieren sollten oft schon nach etwa 8 bis 10 Jahren ausgetauscht werden.

Ein Zeichen dafür, dass ein Teppich ersetzt werden sollte, sind starke Laufstraßen, ausgeblichene Farben oder unangenehme Gerüche, die sich auch durch Reinigung nicht mehr beseitigen lassen.

Praxis-Tipp
Teppichpflege
Rote Flecken auf dem Teppich

Foto: DIY Academy

Teppichpflege

Wer die Lebensdauer verlängern möchte, sollte den Teppich regelmäßig saugen, Flecken sofort entfernen und von Zeit zu Zeit auch eine gründliche Reinigung mit einem Waschsauger vornehmen. Besonders bei hochflorigen Teppichen oder stark beanspruchten Flächen lohnt sich eine solche Tiefenreinigung.

Wusstest du, dass du in einigen Baumärkten Waschsauger mieten kannst? Viele große Baumarktketten bieten diesen Service an, oft inklusive passendem Teppichreiniger: Es lohnt sich, die Verfügbarkeit vorher online zu prüfen. In den meisten Fällen kannst du den Waschsauger direkt online reservieren. Ansonsten bietet es sich an telefonisch nachzufragen, ob dein nächster Baumarkt einen Mietservice für Waschsauger anbietet.

In Bereichen mit viel Bewegung kann ein Teppichläufer helfen, um den Hauptteppich zu schützen.

Kleinere Flecken kannst du mit Reinigungsschaum oder -pulver entfernen. Für hartnäckige Verschmutzungen eignet sich ein Waschsauger mit speziellem Teppichreiniger. Achte darauf, den Teppich nach der Nassreinigung gut trocknen zu lassen, um Schimmelbildung oder unangenehme Gerüche zu vermeiden.

Wenn man dann noch alle paar Jahre eine professionelle Grundreinigung vom Experten durchführen lässt, hat man lange Freude am neuen Boden.

So kannst du Teppichreste verwerten

So kannst du Teppichreste verwerten

Nach dem Teppichverlegen bleiben oft Teppichreste und Verschnitt übrig. Anstatt sie zu entsorgen, kannst du sie kreativ weiterverwenden:

Trittschutz für Möbel: Schneide kleine Stücke zurecht und klebe sie unter Stuhl- oder Tischbeine, um den Boden vor Kratzern zu schützen.

Individuelle Fußmatten: Größere Teppichreste kannst du in rechteckige oder runde Formen schneiden und sie als Türvorleger oder Fußmatten nutzen und diese mit einem rückstandsfrei entfernbaren Teppichklebeband fixieren.

Katzen- oder Kratzmatte: Haustierbesitzer können Teppichreste als Kratzunterlage für Katzen oder als Liegefläche für Hunde verwenden.

Werkstatt & Garten: Dickere Teppichreste eignen sich ideal als Kniepolster beim Heimwerken oder Gärtnern.

Schutz für Kofferraum oder Keller: Ein großes Stück Teppich im Kofferraum verhindert das Verrutschen von Gegenständen. Auch in Kellerräumen oder Werkstätten kann er für mehr Komfort sorgen.

Teppichreparatur: Falls dein Teppich beschädigt ist, kannst du mit passenden Reststücken kleinere Löcher oder abgenutzte Stellen ausbessern. Dafür wird das beschädigte Stück vorsichtig ausgeschnitten und durch ein exakt passendes Ersatzstück aus dem Teppichrest ersetzt. Ein Nahtversiegler hilft, die Schnittkanten zu fixieren.

Spenden an Tierheime: Viele Tierheime oder soziale Einrichtungen freuen sich über gut erhaltene Teppichstücke.

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