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Boden, Wand & Decke

Laminat verlegen

Dank der Klicktechnik ist das Verlegen von Laminat keine große Kunst. Selbst unerfahrene Heimwerker können mit der richtigen Planung den neuen Fußboden schon nach einem Tag bestaunen.

Laminat ist ein Hartbelag, im Gegensatz zu elastischen Vinyl-Böden. Auf eine Trägerplatte aus Holzfaserstoff wird eine dünne Dekorschicht aufgebracht. Insgesamt besitzt Laminat eine Aufbauschicht von 6 bis 10 mm. Praktische Klickverbindungen sind Standard. Deshalb ist ein solcher Boden vergleichsweise schnell verlegt. Er kann jedoch nicht abgeschliffen werden wie Parkett. Wird die Dekorfolie beschädigt, kommt die darunterliegende Holzfaserplatte zum Vorschein. Eine hohe Abriebfestigkeit lohnt also. 

Wie du Kratzer im Parkett und Laminat beseitigst, zeigen wir dir hier.

Die wichtigsten Verlegewerkzeuge

Die wichtigsten Verlegewerkzeuge

Laminat und Fertigparkett lassen sich nahezu werkzeuglos verlegen. Im Prinzip reichen Handsäge, Lineal und Bleistift aus. Die Verlegung gelingt dank Klickverbindungen durch einfaches Einschwenken und Herunterdrücken.

Doch schon hier hakt es manchmal: Nut und Feder weisen Maßtoleranzen auf, sind beschädigt oder liegen nicht exakt parallel aneinander, und schon passen Elemente nicht sauber zusammen. Selbst wenn man die Nuten säubert und alles genau ausrichtet, verlangen Elemente mitunter etwas mehr Nachdruck.

Genau hier helfen ein Schlagklotz, den du aus Holz selbst zusägen kannst, und ein Hammer weiter. Zuschnitte wiederum gelingen mit einer elektrischen Säge ungleich präziser und einfacher als mit einer Handsäge. Vor allem eine elektrische Stichsäge ist bei der Verlegung Gold wert. Auf langen Geraden bist du mit ihr eventuell aber auch überfordert, hier freut man sich über eine Handkreissäge. Geht es abschließend um den Zuschnitt von Sockelleisten, kannst du natürlich Pi mal Daumen drauflossägen. Über Eck liegen Leisten aber nur sauber aneinander, wenn man sie entsprechend dem Winkel exakt zugeschnitten hat. Eine Gehrungslade stellt hierfür die Mindestvoraussetzung dar. Gibt es keine rechten Winkel, helfen Schmiegen oder Gehrungssägen weiter.

Schon bei Vorarbeiten sind Kleinigkeiten hilfreich. So solltest du einen Cutter oder zumindest eine Schere bereithalten, um Trittschallunterlagen und PE-Folien zuschneiden zu können. Im Grunde benötigst du diese Schneidhilfen schon zum Öffnen der Pakete.

Laminat verlegen Werkzeug

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  • A Laminatschneider: Hartbeläge lassen sich hiermit an den Kopfseiten staublos kürzen
  • B Schmiege und Schneidlade: Mit dieser Spezialgehrungslade von wolfcraft kannst du Winkel abnehmen und Leisten passend zuschneiden
  • C Lineal: Praktisch, um längsseitige Markierungen vorzunehmen
  • D Winkel: Hilfreich für rechtwinklige Markierungen
  • E Knieschoner: Deine Knie werden es dir danken!
  • F Zugeisen: Damit bekommt man die jeweils letzten Elemente gut eingefügt
  • G Schmiege: Zum Abnehmen und Übertragen von Winkeln aller Art
  • H Keile: Sie stellen die Dehnungsfuge zur Wand sicher
  • I Schlagklotz: Manche Elemente benötigen von oben oder seitwärts etwas Nachdruck, um zusammenzugehen
  • J Gummihammer: Zur Betätigung des Schlagklotzes
  • K Feinsäge mit gekröpftem Griff: Praktisch, um Türzargen zu kürzen
  • L Rückenlose Handsäge: Erforderlich, um Leisten in der
  • M Gehrungslade zuschneiden zu können
  • N Stichsäge: Bei kleinen eckigen und kurzen geraden Schnitten hilfreich
  • O Handkreissäge: Diese ist hilfreich für gerade Längsschnitte an Elementen oder an Türblättern
Werkzeuge für die Verlegung

Foto: sidM

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Werkzeuge für die Verlegung

Holzstücke oder Kunststoffkeile, die man verschieden dick zusammensetzen kann, helfen, Dehnungsfugen sicherzustellen.

Mit Hilfe eines Schlagklotzes lassen sich Elemente bei Bedarf von oben oder seitlich mit etwas mehr Druck zusammenfügen.

Die letzten Elemente einer Reihe bekommt man oft nur schwer zusammengefügt. Hier hilft ein Zugeisen, das man am Wandrand ansetzt. Schiebt oder schlägt man dann den Schlitten oder Amboss raumseits, fügt man so das letzte Element ins vorletzte ein.

Für rechtwinklige Markierungen unersetzlich, aber auch zum Anzeichnen einfacher gerader Linien hilfreich: ein Winkel.


Werkzeuge für den Zuschnitt

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Werkzeuge für den Zuschnitt

Eine elektrische Stichsäge ist praktisch, um Elemente quer zu kürzen oder Ausschnitte an Ecken und Rohren vorzunehmen. 

Elemente lassen sich quer auch mit einem Laminatschneider kürzen. Dieser muss auf Dielenbreite eingestellt werden. Breite Dielen erfordern ein zweimaliges Ansetzen. Vorteil dieser Schneider: Es staubt nicht, grobe Späne fallen einfach zu Boden. Schmalere Dielen können mit einem Schnitt durchtrennt werden. Zuschnitte gehen aber auch mit Fuchsschwanz oder Japansäge. Längsschnitte gelingen am besten mit einer Handkreissäge (und Führungsschiene). Auch Türblätter lassen sich damit präzise kürzen.

Kommen Heizkörperrohre in die Quere, bohrt man an entsprechender Stelle (mit Forstnerbohrer) ein Loch ins Element: Zur Wand hin das Reststück zunächst aussägen, Element dann einfügen und das Reststück abschließend wieder einleimen.

Ein neuer Hartbelag erfordert oft ein Kürzen von Türzargen. Dabei hilft eine Feinsäge mit gekröpftem Griff.

Ein praktisches Hilfsmittel, um für den Zuschnitt von Leisten auch schräge Winkel abzunehmen: Schmiege und Schneidhilfe. Bei rechten Winkeln gelingt das auch sauber mit einer normalen Gehrungslade.


Das erdet
Laminat verlegen

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Das erdet

Wenn du mal wieder festen Boden unter den Füßen brauchst, ist Laminatverlegen genau richtig für dich. Ein Wochenende reicht, um deine Selbermach-Laune-Kurve extrem in die Höhe steigen zu lassen! Die Zeit, die du für die Arbeit brauchst, bemisst sich natürlich nach der Größe des Raums, den du auslegen möchtest.

Ein Blick in die Anleitung lohnt sich: Mit der richtigen Klicktechnik, die je nach Produkt unterschiedlich ist, lässt sich zusätzlich ordentlich an Tempo gewinnen. Laminatboden kannst du für fast alle Räume verwenden, nur für das Bad eignet er sich nicht. Um die Menge zu berechnen, misst du Länge und Breite des Raums aus. Ecken und Nischen solltest du dabei unbedingt mitberechnen. Denke beim Einkauf an den Verschnitt, den du mit etwa zehn Prozent einkalkulieren musst. Qualität beim Einkauf zahlt sich aus. So solltest du kein Laminat unter sieben Millimeter Dicke auswählen, weil sonst das Klicksystem beeinträchtigt werden kann.

Das brauchst du:

Das brauchst du:

Wichtig: Die Laminat-Pakete müssen sich 48 Stunden akklimatisieren. Sie werden unausgepackt und waagerecht bei mindestens 18 °C im betreffenden Raum gelagert. So kann sich nichts verziehen!

01. Die Vorarbeiten
Laminat verlegen Vorbereitung

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01. Die Vorarbeiten

Zuerst misst du den Raum sorgfältig aus, dann gehst du einkaufen. Sicher hast du dir Farbe und Dekor deines neuen Laminats schon ausgesucht, achte aber auch auf die Nutzungsklasse: 21−23 sind für die private, 31−33 für die gewerbliche Nutzung gedacht.

Eine hohe Abriebfestigkeit lohnt sich, denn Laminat kann im Vergleich zu Parkett nicht abgeschliffen werden. Die Dekor-Aufbauschicht auf der Trägerplatte ist nur 6 bis 10 mm dick.

Voraussetzung für einen schönen Laminatboden ist ein tragfähiger und gerader Untergrund. Entferne deshalb alte Beläge – auch den Teppichböden. Wird dabei der darunterliegende Estrich beschädigt, musst du den Boden mit Ausgleichsmasse ausgleichen. Läuft alles gut, kannst du direkt loslegen:

  • Fuß- und Übergangsleisten abschrauben und entfernen
  • Zimmertüren, die sich in den Raum öffnen, am besten aushängen
  • Groben Schutz beseitigen und den Fußboden sorgfältig absaugen

02. Trittschall verlegen

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02. Trittschall verlegen

Verfügt ein Hartbelag wie Laminat über keine integrierte Trittschalldämmung (z. B. ein rückseitig aufkaschiertes Vlies), muss darunter eine Trittschallmatte gelegt werden. Achte bei der Wahl auf das Trittschallverbesserungsmaß, das auf der Packung angegeben ist: Je höher der Wert, desto besser.

Die Bahnen sind schnell im Raum verlegt. Faltplatten entfalten sich zu langen Bahnen, die nur entsprechend gekürzt und miteinander verklebt werden. Die hier verwendeten Dämmmatten aus Polyurethanschaum haben eine Alubeschichtung als Feuchtigkeitsbremse. Gut zu wissen: Die 2 mm der Unterlage sorgen für ein Trittschallverbesserungsmaß von ca. 18 Dezibel.

Zuerst verlegst du die Trittschallmatte, hier ist es eine Faltplatte. Die Bahnen lassen sich mit einem Cuttermesser leicht zuschneiden.

Lege den Untergrund vollflächig aus. Die Bahnen auf Stoß setzen und untereinander verkleben, hier sind dazu Selbstklebestreifen angebracht.

Tipp: Verlege die Trittschallmatte immer abschnittsweise, dann nimmt sie weniger Schaden durch die Laminatverlegung.

Das Klick- und das Schneid-Prinzip
Laminat verlegen Nut und Feder

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Das Klick- und das Schneid-Prinzip

Die Paneele besitzen an Stirn- und Längsseite eine Nut bzw. eine Feder. Die Feder ist ein kleiner Vorsprung, der in die Nut der vorher verlegten Diele gesteckt wird. Klickt die Verbindung, hält sie bombenfest.

So ein Laminatstück ist durchaus robust, aber Grenzen gibt es: Die Breite von 6 und die Länge von 30 Zentimetern sollten nicht unterschritten werden. Sonst würden die Teilstücke wegbrechen. Vorausschauendes Ausmessen hilft da!

03. Dielen verlegen: Die erste Reihe

Foto: sidM

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03. Dielen verlegen: Die erste Reihe

Ein Tipp vorab: Mischst du Laminatelemente aus verschiedenen Packungen, ergibt sich ein abwechslungsreiches (und am Ende harmonisches) Erscheinungsbild.

Verlegt wird parallell zum Lichteinfall. Du beginnst links in einer Ecke mit der Federseite zur Wand.

Dort auch Abstandhalter legen, die eine 12 bis 15 mm breite Dehnungsfuge sicherstellen.

Das zweite Paneel wird an der Stirnseite des ersten schräg eingehebelt.

Am Ende von Reihe eins misst du den Restabstand zur Wand aus. Den Wert minus 12 mm Dehnungsfuge auf ein Element übertragen.

Für den Zuschnitt kannst du einen Laminatschneider verwenden. Statt viel feinen Staubs entstehen damit nur grobe Krümel.
Auch das letzte Element schräg einhebeln. Dann die erste Reihe überprüfen, alle Paneele müssen exakt in einer Flucht liegen.


04. Und so geht es weiter

Foto: sidM

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04. Und so geht es weiter

Ist das Reststück mind. 30 cm lang, beginnst du damit Reihe zwei. Dadurch hast du auch direkt den nötigen Versatz.

Die Elemente längsseits mit der Federseite auf die Nutseite der ersten Reihe legen, aber nicht einklicken! Zuerst alle Stirnseiten einhebeln und dann die komplette Reihe Stück für Stück leicht anheben und längs einklicken.

Tipp: So, wie du den Laminatboden jetzt Bahn für Bahn zusammenklickst, kannst du ihn auch wieder „entklicken“ und beim nächsten Umzug mitnehmen.


Maßarbeit: Ecken und Zargen

Maßarbeit: Ecken und Zargen

Jede nicht rechtwinklige Wand, jede Ecke und besonders Zargen erfordern etwas mehr und besonders genaues Arbeiten. Die Zuschnitte werden hier mit der Stichsäge gemacht, leichte Unebenheiten überdecken später die Fußleisten.

Musst du Zargen kürzen, solltest du das mit dem Vermieter absprechen, am besten, bevor du den neuen Boden gekauft hast. Die Aufbauhöhe kannst du dir vorab ausrechnen, indem du die Höhe des Laminats mit der Höhe der Trittschallmatte zusammenzählst. In unserem Fall ergeben sich fast 10 mm Höhe − ziemlich sicher ein Fall für die Säge!


05. Außenecke zuschneiden

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05. Außenecke zuschneiden

Bei Zuschnitten an Ecken immer auf die Dehnungsfuge achten und gut 12 mm draufgeben. Achtung: Räume haben selten rechte Winkel!

Das zugesägte Paneel längsseits wieder nur ablegen, nicht einklicken. Stirnseits die restlichen Elemente der Reihe einklicken, dann die gesamten Längsseiten.

Trittschallmatte und Paneel liegen unter der Säge: So ermittelst du die Höhe für den Schnitt. Eine Säge mit abgewinkeltem Griff ist hierbei optimal.

Das Laminatbrett wird mit der Stichsäge zugeschnitten. Zur Wand hin an die nötigen Dehnungsfugen denken!


06. Fußleisten montieren

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06. Fußleisten montieren

Nach der Laminatverlegung entfernst du die Abstandkeile zur Wand hin und montierst Sockelleisten.

Die Befestigungsclips der Fußleisten etwa alle 50 bis 70 cm an der Wand verschrauben. Je unebener die Wand, desto enger setzt du die Clips.

Eine Gehrungssäge sorgt für perfekte Zuschnitte übereck. Eine Säge plus Gehrungslade reichen aber auch.

Praktisch: Unter den Leisten innerhalb der Clips kann man Elektrokabel verstecken. So laufen sie unsichtbar an der Wand.

Alternativ kann man die Leisten auch kleben. Tipp: Über Eck bis zur Trocknung mit einem Streifen Kreppband fixieren.


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