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Bauprojekte im Garten
So gelingt dein DIY-Holzpodest
- Veröffentlicht: 06.06.2018
- Zuletzt aktualisiert: 19.05.2026
Freistehende Podeste eigenen sich für kleine Gärten um eine versteckte Wohlfühloase zu schaffen. Aber auch in großen Gärten setzen sie tolle Akzente: Wenn du gleich mehrere dieser Ruheinseln anlegst, kannst du im Tagesverlauf einfach mit der Sonne mitziehen. Da dein Holzpodest nicht direkt an das Haus anschließen muss, bist du bei der Standortwahl völlig frei. Platziere dein neues Deck genau dort, wo du am Morgen die ersten Sonnenstrahlen oder am Nachmittag den kühlen Schatten genießen möchtest.
Wie aufwendig die Vorbereitung ist, hängt von deinem Boden ab: Bei unserem Bauprojekt war die Erde so fest, dass kein tiefes Fundament nötig war. Falls jedoch dein Holzdeck auf Rasen oder lockerem Boden entstehen soll, entfernst du zuerst die Grasnarbe und verdichtest den Untergrund gründlich. Perfekt ist ein 30 bis 40 cm hohes, verdichtetes Splittbett. Darauf verlegst du dann Betonplatten oder Gehwegplatten, die als stabile Auflagepunkte für die Unterkonstruktion dienen.
Welche Holzart passt zu deinem Holzpodest?
Welche Holzart passt zu deinem Holzpodest?
Für ein Holzpodest im Garten eignen sich robuste Holzarten wie Lärche, Douglasie, Bangkirai, Robinie oder Thermoholz. Wichtig ist, dass das Holz für den Außenbereich geeignet ist und mit Feuchtigkeit sowie wechselnder Witterung zurechtkommt. Lärche ist gut verfügbar und beliebt für DIY-Projekte, Bangkirai, Robinie und Thermoholz sind ebenfalls geeignete Optionen für stark beanspruchte Flächen.
Egal, welche Holzart am Ende dein Favorit ist: Der konstruktive Holzschutz entscheidet über die Lebensdauer deines Decks. Die Dielen und die Unterkonstruktion sollten nicht dauerhaft feucht liegen. Auflagepads, offene Fugen, etwas Abstand zum Boden und behandelte Schnittkanten helfen, Staunässe zu vermeiden und das Holz zu schützen.
Benötigte Werkzeuge:
Benötigte Werkzeuge:
- Handkreissäge mit Führungsschiene
- Kapp- und Gehrungssäge
- Akku-Bohrschrauber
- Stichsäge
- Richtlatte/Wasserwaage
- Gartenwerkzeuge, wie Handstampfer
- Bohr- und Winkellehre,
- Abstandshalter, Winkelanschlag
Schritt 1: Standort wählen und Fläche vorbereiten
Schritt 1: Standort wählen und Fläche vorbereiten
Lege zuerst die Größe des Holzdecks fest und schaffe anschließend Platz dafür. Überlege dabei auch, wie du das Holzpodest im Garten nutzen möchtest: Soll nur ein Liegestuhl darauf stehen oder brauchst du Platz für Gartenmöbel, Tisch und mehrere Stühle?
Entferne eventuell vorhandene Pflanzen vollständig, dazu gehören auch die Wurzeln. Dann füllst du die Wurzellöcher mit Erde auf, lockerst die Oberfläche und verteilst die Erde gleichmäßig mit einer Harke. Baue das Holzpodest möglichst nicht direkt auf den Rasen. Entferne die Grasnarbe im Bereich der späteren Fläche, ebne den Untergrund und verdichte ihn sorgfältig. So entsteht eine tragfähige Basis für Betonplatten oder Gehwegplatten und die Unterkonstruktion bleibt besser vor Feuchtigkeit geschützt.
Schritt 2: Untergrund ebnen und Gefälle einplanen
Schritt 2: Untergrund ebnen und Gefälle einplanen
Nun ziehst du die Fläche mit einer Richtlatte gleichmäßig ab. Vergiss nicht, ein leichtes Gefälle von zwei Prozent einzubauen. Dieses minimale Gefälle ist wichtig, damit Regenwasser später zuverlässig vom Holzpodest weggeführt wird und sich keine Staunässe unter den Dielen bilden kann.
Überprüfe die abgezogene Fläche mit der Wasserwaage kreuz und quer, um einen absolut flachen Untergrund zu garantieren. Sobald alles eben ist, kommt der Handstampfer zum Einsatz: Verdichte die gesamte Oberfläche und vor allem die aufgefüllten Löcher gründlich. Das verhindert bei lockerem Boden oder altem Rasen effektiv, dass die Gehwegplatten und Betonplatten später unter der Last des Holzpodests einsinken oder ins Kippen geraten.
Schritt 3: Unkraut verhindern
Schritt 3: Unkraut verhindern
Damit unter der Terrasse kein Unkraut wächst, legst du ein Spezialvlies auf den Boden. Lasse es seitlich mit ausreichend großem Überstand über die Fläche ragen. Ziehe das Vlies glatt und fixiere es am Rand mit Befestigungshaken. Achte dabei auf die benötigte Überlappung von mindestens 30 cm, wenn du mehrere Vliesbahnen nebeneinander legst.
Das Vlies sollte besonders vorne, bei der gewachsenen Grasnarbe ausreichend überstehen, damit es später mit den Blendbrettern hochgeschlagen werden kann.
Unkrautvlies:
Unkrautvlies:
Im Laufe der Zeit wächst unter vielen Holzterrassen Unkraut. Unansehnlich wird es dann, wenn sich das Unkraut durch die Fugen zwischen den Holzdielen seinen Weg sucht. Ein Spezial-Terrassenvlies verhindert das Durchwurzeln von Unkraut, ist UV-stabil sowie luft- und wasserdurchlässig und hält ca. 20 bis 25 Jahre. Wichtig bei der Verlegung ist eine ausreichende Überlappung und eine Fixierung an den Seiten, etwa mit U-Befestigungshaken.
Schritt 4: Fundament aus Betonplatten erstellen
Schritt 4: Fundament aus Betonplatten erstellen
Ermittle zuerst das Raster für die Unterkonstruktion und platziere dann die 30 x 30 x 4 cm großen Betonplatten von der Mitte ausgehend gerade aus. Alternativ kannst du auch geeignete Gehwegplatten verwenden, wenn sie tragfähig sind und eben aufliegen.
Anschließend die übrigen Platten in gleicher Flucht auslegen. Verwende dafür eine Richtlatte, um die Flucht einzuhalten. Das Rastermaß beträgt ca. 50 x 50 cm, wobei die äußeren Balken näher am Plattenrand aufliegen, damit der seitliche Überhang der Dielen und somit ein Verwerfen so gering wie möglich gehalten werden kann.
Nun legst du dünne Pads aus Gummigranulat auf jede Betonplatte. Die Gummipads schützen vor Fäulnis, da sie verhindern, dass das Holz direkt auf dem Beton aufliegt. Dieser Abstand ist ein wichtiger Teil des konstruktiven Holzschutzes: Zwischen Balken und Beton kann Luft zirkulieren, Feuchtigkeit trocknet schneller ab und Staunässe wird reduziert.
Bei den äußeren Platten liegen die Auflagepunkte näher am Rand, so wird der seitliche Terrassenüberstand verringert.
Schritt 5: Unterkonstruktion für das Holzpodest bauen
Schritt 5: Unterkonstruktion für das Holzpodest bauen
Lege nun die 40-x-70-mm-Hölzer hochkant als Unterkonstruktion auf die Gummipads. Die Balken beziehungsweise Tragebalken bilden das stabile Gerüst für dein Holzpodest im Garten. Achte darauf, dass sie nicht direkt auf Erde, Rasen oder Beton aufliegen, sondern immer durch Auflagepads oder Gummipads geschützt sind.
Überprüfe mit einer ausreichend langen Wasserwaage, ob alle Hölzer auf einem Niveau liegen. Dann ermittelst du die niedrigste Stelle und fütterst sie mit unterschiedlich dicken Granulatpads auf, bis das Niveau überall gleich ist, maximal 2 cm hoch.
Anschließend kontrollierst du jeden Auflagepunkt, ob die Konstruktionshölzer aufliegen. Wenn nicht, legst du auch hier Granulatpads in der passenden Dicke unter. Markiere nun das vordere Terrassenende auf der Unterkonstruktion und säge die Hölzer sauber ab. Je genauer die Unterkonstruktion ausgerichtet ist, desto einfacher lassen sich später die Dielen mit gleichmäßigem Abstand verlegen.
Praxis-Tipp: Niveau ausgleichen
Praxis-Tipp: Niveau ausgleichen
Mit unterschiedlich dicken Gummigranulat-Pads kannst du Niveauunterschiede einfach ausgleichen. Da das Material der Pads aber nachgibt, solltest du nicht mehr als 2 cm Höhe überbrücken. Bei größeren Distanzen kannst du dir mit Betontütchen behelfen: Fülle dafür eine Plastiktüte mit nicht zu grobkörnigem Beton und drücke die Konstruktionshölzer in den Beton. Steche dann seitlich in die Plastiktüte, damit die Luft entweichen und der Beton schneller aushärten kann.
Wichtig: Hierbei kannst du dich nicht von Punkt zu Punkt vorarbeiten, sondern musst direkt die ganze Länge ausgleichen. Also über die gesamte Länge auf jeden Auflagepunkt je ein Betontütchen legen, Tütchen einstechen und das Holz auf ein Niveau eindrücken.
Schritt 6: Erste Terrassendiele montieren
Schritt 6: Erste Terrassendiele montieren
Jetzt kürzt du alle Dielen mit einer Kapp- und Gehrungssäge sauber ab und legst sie zunächst erstmal lose auf die Unterkonstruktion. Dann bestimmst du die Position der ersten Diele. Plane dabei den Überstand und das Blendbrett ein. Richte an dieser Stelle die Diele mit einer Bohr- und Winkellehre aus, bohre die Schraubenlöcher vor und drehe die erste Schraube ein.
Die zweite Bohrung errechnest du wegen des großen Überstands und zeichnest sie dann an. Anschließend bohren und festschrauben. Achte darauf, dass die Schraubenköpfe bündig mit dem Holz abschließen und nicht hervorstehen.
Schrauben-Tipp:
Schrauben-Tipp:
Wer Holz im Außenbereich verarbeitet, sollte keine verzinkten Schrauben verwenden. Diese rosten nämlich sehr schnell und hinterlassen hässliche Rostflecken im Terrassenholz. Stattdessen solltest du spezielle Terrassenschrauben aus rostfreiem Edelstahl der Gruppe A2 oder A4 verwenden, die sehr widerstandsfähig und witterungsbeständig sind.
Schritt 7: Das Holzpodest fertig beplanken
Schritt 7: Das Holzpodest fertig beplanken
Das weitere Beplanken der Unterkonstruktion ist nun reine Fleißarbeit. Richte die nächste Diele mit Abstandshalter und Winkelanschlag aus, bohre die Diele vor und schraube sie fest. Die Abstandshalter sorgen für eine gleichmäßige Fugenbreite. Die Fugen sind wichtig, damit Regenwasser ablaufen kann, das Holz arbeiten darf und die Fläche nach einem Schauer schneller trocknet.
Pro Diele und Auflagepunkt auf der Unterkonstruktion benötigst du zwei Terrassenschrauben. Falls eine Diele etwas krumm sein sollte, kannst du sie in die richtige Position „zwingen“. Verfahre so weiter, bis du alle Dielen verlegt hast.
Schritt 8: Seitliche Verblendung
Schritt 8: Seitliche Verblendung
Für die seitliche Verblendung kürzt du die Dielen in der Höhe mit einer Tauchsäge mit Führungsschiene. Schneide alle benötigten Blendbretter zu. Dann kannst du das Vlies rundum besäumen. Lasse so viel Material überstehen, dass es mit den Blendbrettern hochgeschlagen werden kann und dabei die Köpfe der Unterkonstruktion vollständig verdeckt.
Dann verschraubst du die Blende mit der Unterkonstruktion. Auch hier wieder vorbohren. Bei den Seiten kannst du die leicht überstehenden Betonplatten überbrücken, indem du Resthölzer an die Unterkonstruktion schraubst. Daran lässt sich das Blendbrett an der gewünschten Position befestigen. Achte darauf, die Blende nicht komplett luftdicht zu schließen. Etwas Luftzirkulation unter dem Holzpodest hilft, Feuchtigkeit abzuführen und die Balken langfristig zu schützen.
Zum Schluss schleifst du die Schnittkanten mit dem Exzenterschleifer glatt und behandelst die Oberfläche mit Lärchenöl. So schützt du besonders die Schnittkanten und frisch bearbeiteten Stellen vor eindringender Feuchtigkeit.
Holzpodest schützen
Holzpodest schützen
Reinige dein Holzpodest regelmäßig von Laub, Erde und stehender Nässe. Je nach Holzart kannst du die Dielen mit Holzöl oder einem geeigneten Holzschutz auffrischen. Besonders wichtig bleiben offene Fugen, Abstand zum Untergrund und Auflagepads zwischen Balken und Betonplatten. So kann Feuchtigkeit besser abtrocknen und das Holzdeck bleibt länger stabil und schön.
Mehr Anleitungen und Ideen zu Sitzplätzen findest du unter www.selbst.de.