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Möbel selbst bauen

Raumteiler aus Birkenstämmen

Einen größeren Raum „offen“ zu teilen hat viele Vorteile: Es entstehen kleine, anders nutzbare Nischen und der Blick kann trotzdem ungehindert hindurchgleiten. So ein bisschen wie im Wald. Warum dann nicht einfach Bäume "pflanzen"?

Wer einen großen Raum unterteilen möchte, kann eine Zwischenwand bauen. Der Nachteil – ob gemauert oder Trockenbau – ist die Lichtundurchlässigkeit. Das macht unter Umständen die neuen Räume zu dunkel. Eine Alternative ist eine offene Abtrennung. Birkenstämme sind dank ihrer dekorativen, hellen Rinde für eine solche Teilung sehr gut geeignet. So kommt trotz der möglichen Assoziation an Gitterstäbe im Wohnzimmer keine Knastatmosphäre auf. Dieser Raumteiler hat außerdem Regalkästen und eine ungewöhnliche Mini-Garderobe aus Saugglocken und ist dank seiner durchdachten Konstruktion für Eigentümer und Mieter gleichermaßen geeignet.

Material & Werkzeuge
Das brauchst du:

Das brauchst du:

  • Stichsäge
  • Bohrmaschine
  • Akkuschrauber
  • Gehrungssäge/Astsäge
  • Zwingen
  • Schonhammer
  • 20-mm-Forstner- oder Flachfräsbohrer
  • Senker
  • Bleistift, Zollstock
  • Senklot
  • Birkenstämme (je 3 Meter lang, Ø 5 bis 10 cm)
  • Kiefer-Leimholz 18 und 27 mm Stärke
  • Rundholz Ø 20 mm
  • Holzleim
  • ggf. Lack und Pinsel
  • Schrauben und Dübel
  • Malerkrepp
  • doppelseitiges Klebeband
  • Drahtstifte
  • Zimmermannsnägel

Für die Pömpel-Garderobe:

  • Saugglocken
  • Multiplex
  • Stichsäge mit Kurvensägeblatt
  • Bohrmobil
  • Akkubohrschrauber
  • Bohrer mit Senker
  • Zollstock
  • Beitel
  • Leim
01. Birkenstämme kürzen

Foto: sidM

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01. Birkenstämme kürzen

Kürze die Birkenstämme auf die erforderliche Länge entsprechend deiner Deckenhöhe (lichte Deckenhöhe minus 100 mm). Wenn du keine Gehrungssäge hast, kannst du auch eine Astsäge verwenden. Schneide möglichst senkrecht!


02. Sacklöcher schneiden

Foto: sidM

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02. Sacklöcher schneiden

In beide Stirnholz-Enden eines Stamms mittig gerade Sacklöcher mit einem 20-mm-Forstner- oder Flachfräsbohrer schneiden. Die Stämme dafür festzwingen.

Überprüfe die Bohrtiefe. Wichtig ist, dass die Rundstäbe später jeweils oben und unten das gleiche Maß aufweisen.


03. Rundholz sägen und einschlagen

Foto: sidM

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03. Rundholz sägen und einschlagen

Nun längst du den 20-mm-Rundstab ab: für die obere Bohrung auf 75 mm, für unten auf 85 mm Länge. 

Etwas Leim angeben und die Stäbe mit dem Schonhammer in die Bohrung im Stamm einschlagen.

Prüfe die Überstände mit dem Zollstock. Sie sollten exakt sein. Von Ende Dübel zu Ende Dübel misst der Stamm nun deine Raumhöhe minus 20 mm.


04. Halterungsbretter zuschneiden

Foto: sidM

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04. Halterungsbretter zuschneiden

Als Halter für die Stämme an Decke und Boden schneidest du für die Länge des Raumteilers je ein 100 mm breites Brett aus Kiefer-Leimholz (18 mm stark am Boden und 27 mm stark an der Decke).

Den Achsabstand der Stämme festlegen und die Bohrungen gleichmäßig verteilt markieren.


05. Haltelöcher bohren und und Brett lackieren

Foto: sidM

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05. Haltelöcher bohren und und Brett lackieren

Durchbohre die Bretter mit dem 20-mm-Bohrer (hier im Abstand von ca. 20 cm). Damit sich die Rundhölzer leichter hineinstecken lassen, schleife die Löcher etwas auf.

Für die Montage an der Decke zwei weitere Löcher in das Deckenbrett bohren und senken. Damit dieses Brett möglichst wenig auffällt, haben wir es in Deckenfarbe weiß lackiert.


06. Deckenbrett anbringen
Raumteiler Birkenstämme

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06. Deckenbrett anbringen

Die Position des Raumteilers an der Decke festlegen. Dort montierst du das Haltebrett mit geeigneten Schrauben und Dübeln.

Tipp: Die Lage exakt ausmessen und die Position des Brettes und der Befestigungslöcher markieren. Erst dann bohren.


07. Bodenbrett markieren und befestigen

Foto: sidM

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07. Bodenbrett markieren und befestigen

Mit einem Senklot ermittelst du nun von den Außenecken des Deckenbretts die genaue Position des 18-mm-starken Bretts am Boden.

Richte es entsprechend aus – am besten gelingt dies natürlich zu zweit!

Mit Malerkrepp die Umrisse am Boden markieren – ganz gleich, ob bei glatten Böden oder Teppichböden. Das Bodenbrett haben wir naturfarben belassen, aber natürlich kannst du es auch vorher lackieren.

Das Brett umdrehen und doppelseitiges Klebeband auf die Rückseite kleben. Rückenfolie vom Klebeband abziehen, das Brett ausrichten und fest auf dem Boden innerhalb der Markierung andrücken.


08. Stämme einsetzen

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08. Stämme einsetzen

Nun kannst du Stamm für Stamm einsetzen. Das obere Rundholz schräg bis zum Anschlag in die ersteBohrung des Deckenbretts führen und dann in die gegenüberliegende untere Bohrung absenken.

Diese Montage (ähnlich der von Schiebetüren) funktioniert nur, weil das Deckenbrett dicker ist als das Bodenbrett!


09. Stauraum ausmessen

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09. Stauraum ausmessen

Wenn du nur einen Raumteiler bauen möchtest, bist du hier schon fertig. Wir wollten aber zusätzlich Stauraum schaffen. Dazu misst du grob die Abstände zwischen den Stämmen. Dies muss individuell vor Ort geschehen.


10. Kisten zuschneiden und verleimen

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10. Kisten zuschneiden und verleimen

Aus 18-mm-Kiefer-Leimholz werden dann die Wände für die kleinen Regalkisten zugeschnitten: Deckel und Boden in der Breite des gemessenen Stammabstands, die Seiten in der gewünschten Länge.

In den Deckel und Boden an den Stoßflächen zu den Seiten Drahtstifte einschlagen und die Köpfe abkneifen. Nun drückst du kantenbündig die Seitenwände gegen die Nagelspitzen. Beim Verleimen finden die Bauteile so ihre Position und verrutschen nicht mehr (der sog. Nageltrick).


11. Kisten befestigen

Foto: sidM

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11. Kisten befestigen

Die Kisten sind zwischen 100 und 150 mm tief und – wegen der Wuchsform der Stämme – maximal 400 mm hoch. Wir haben die Kisten schräg mithilfe schlanker Schrauben an den Stämmen montiert.


12. Noch mehr Aufhängemöglichkeiten

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12. Noch mehr Aufhängemöglichkeiten

Um zusätzlich dekorative Gegenstände aufhängen zu können, vier Millimeter große Löcher schräg in die Stämme bohren und gekürzte Zimmermannsnägel einschlagen. Dank der Lagerung in Salzwasser sind die Nägel schön angerostet.

Tipp: Mit batteriebetriebenen Spots wirkt der Raumteiler auch bei Dämmerung und Dunkelheit.


13. Extra: Kleiderhaken aus Pömpeln

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13. Extra: Kleiderhaken aus Pömpeln

Die neu geschaffene Nische kann man natürlich auch als kleine Garderobe nutzen. Wenn auch dir Haken zu langweilig sind, kannst du Gummi-Saugglocken kurzerhand zweckentfremden.

Messe als erstes den Durchmesser des Pömpel-Holzstiels.


14. Schräges Sackloch bohren
Garderobe Pömpel Saugglocke

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14. Schräges Sackloch bohren

In eine Multiplexplatte (etwas größer als die Gummi-Saugglocke), bohrst du im Stieldurchmesser ein schräges Sackloch (ca. 20°). Hierzu benötigst du ein Bohrmobil. Alles gut festspannen!


15. Platte ausschneiden

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15. Platte ausschneiden

Zum Beispiel mit einer Dose einen Kreis um die Bohrung (Durchmesser kleiner als die Gummiglocke innen) ziehen, dann oben und unten bohren und senken. Dann schneidet du die Platte mit der Stichsäge aus (Kurvensägeblatt verwenden).


16. Stiel einkerben
Garderobe Pömpel Saugglocke

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16. Stiel einkerben

Kürze den Holzstiel auf etwa 250 mm Länge, säge ihn ein und stemme die Kerben mit einem schmalen Beitel aus.


17. Stiel und Platte verbinden

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17. Stiel und Platte verbinden

Den Holzstiel in die schräge Mittelbohrung leimen und von der Rückseite verschrauben. Dann die Platte an die Wand schrauben. Das Gewinde der Gummiglocke auf etwa Stieldurchmesser aufbohren und die Glocke darüberstülpen.

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