Foto: Bosch Home & Garden

Tiere im Garten

Igelhaus für den Winter

Hast du auch im Herbst einen Igel durch den Garten huschen sehen? Vielleicht ist er auf der Suche nach einem Schlafplatz für den Winter. Aus wenig Material baust du dem Stacheltier ein gemütliches Häuschen.

Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper, die Alttiere beginnen ihr Winternest zu bauen, junge Igel fressen sich fleißig Speck an.

Ein gutes Winterquartier besteht schon aus einem Haufen Totholz, Reisig und Laub. Schutz gegen Kälte finden sie auch in Erdmulden oder unter Hecken. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten sind aber Igelhäuschen gerade in sehr "ordentlichen" Gärten eine gute Möglichkeit. Einzugstermin ist meist, wenn die Bodentemperaturen auf den Nullpunkt sinken.

Das brauchst du:

Foto: Bosch Home & Garden

Das brauchst du:

  • Akku-(Stich)säge mit Kurvensägeblatt Holz
  • Akku-Zweigang-Schlagbohrschrauber 
  • Akku-Multischleifer  
    > Alle Geräte hier werden mit demselben 18-Volt-Akku betrieben
  • Holzbohrer 3 mm
  • Senkbohrer
  • Forstnerbohrer 15 mm Durchmesser
  • Multiplexplatten z. B. Birke, 15 mm dick (40 x 17 cm, 2 x 40 x 22 cm)
  • 30 x 4 x 50 mm Schrauben
  • 16 x 4 x 17 mm Schrauben
  • 4 Winkelverbinder (4 x 15 mm)
  • 6 Meter Birkenstämme (Durchmesser 4 bis 6 cm)
  • optional Moos
  • Schutzausrüstung: Handschuhe, Gehörschutz, Schutzbrille, Staubmaske
  • Schraubzwingen
  • Bleistift
  • Zollstock
  • Geodreieck

01. Birkenstämme zusägen

Foto: Bosch Home & Garden

01. Birkenstämme zusägen

Als erstes sägst du die Birkenstämme in 50 cm lange Stücke zu. Markiere dafür zunächst mit einem Bleistift die gewünschte Länge. Anschließend fixierst du die Stämme auf der Werkbank, sodass du mehr Kontrolle beim Sägen habst und sicher arbeiten kannst.


02. Stämme ausklinken

Foto: Bosch Home & Garden

02. Stämme ausklinken

Anschließend werden die Aststücke an beiden Enden ausgeklinkt. Dafür zeichne zunächst 5 cm für die Länge der Aussparung an und markiere dann noch einen Strich auf der Mitte des Stammes. Achte darauf, dass ein Stammstück jeweils auf der gleichen Seite an den Enden ausgeklinkt wird!

Tipp: Im Bild für den vierten Schritt siehst du ein fertiges ausgeklinktes Birkenstück auf der Werkbank liegen. Es werden also ein Längs- und ein Querschnitt vorgenommen, die sich treffen.


03. Vorder- und Rückseite aussägen

Foto: Bosch Home & Garden

03. Vorder- und Rückseite aussägen

Drucke die Schablonen für die Vorder- und Rückseite sowie die Innenwand des Igelhauses je zweimal aus und schneiden sie aus. Klebe diese in der Mitte zusammen.

Du kannst die Skizzen auch freihändig auf die Multiplexplatten zeichnen und individuell gestalten. Wichtig ist, dass du auf der Vorderseite einen Eingang anzeichnest, durch den ein ausgewachsener Igel passt. Dieser kann bis zu 30 cm lang und 20 cm hoch werden! 

Aber Vorsicht: Mache die Öffnung nicht größer als notwendig, sonst können auch größere Tiere wie Katzen oder Marder den Winterschlaf des Igels stören.

Verspanne  die Multiplexplatten am Tisch und säge entlang der markierten Schnittlinien die Form der Vorder- und Rückseite aus. Bevor du mit dem Aussägen der Eingangstür beginnst, mache mit dem Forstnerbohrer ein großes Loch an der Nasenspitze des Igels. Das erleichtert das Einsetzen des Stichsägeblatts und damit das Aussägen des Eingangs erheblich. Auch die Mittelwand wird zugeschnitten.

Anschließend werden die Schnittkanten und Flächen sorgfältig geschliffen.


04. Bauteile verschrauben

Foto: Bosch Home & Garden

04. Bauteile verschrauben

Nun wird das Grundgerüst des Igelhauses aus den drei Holzelementen (Vorder- und Rückseite plus Mittelwand) zusammengesetzt. Befestige die Mittelwand mit je zwei Winkelverbindern gegengleich an der Vorder- und Rückseite des Igelhauses.

Wichtig: Die Aussparung für den inneren Durchgang befindet sich auf der hinteren Seite des Hauses, sodass der Bewohner einmal um die Ecke geht. Dadurch können Katzen, Hunde oder andere größere Tiere nicht in den abgetrennten Bereich des Igelhauses eindringen.


05. Dach decken

Foto: Bosch Home & Garden

05. Dach decken

Nun geht es an die Konstruktion für das Dach: Nach und nach legst du die bearbeiteten Stammstücke mit den ausgeklinkten Seiten so außen am Haus an, dass die Schnittkante des Ausklinkung von innen an die Front bzw. Rückseite andockt. Beginne an einem unteren Ende und zwinge das Stammstück fest. Dann bohrst und senkst du von beiden Seiten die Löcher und verschraubst die Teile. 

Optional kannst du die Lücken zwischen den Stämmen anschließend mit Moos füllen. So wird das Dach dicht und der Igel hat es im Winter besonders kuschelig. Und um es richtig gemütlich zu machen, kannst du noch Moos und Laubblätter in das Haus legen. 


Konstruktion und Standort

Foto: DIY Academy

Konstruktion und Standort

Das Winterquartier für den Igel solltest du an einem ganzjährig schattigen Ort aufstellen, zum Beispiel auf der Nordseite des Hauses, unter einem Vordach, unter einem immergrünen Strauch oder einer Tanne. Unter einer Hecke platziert kann das Häuschen auch von größeren Tieren nicht so einfach umgeworfen werden.
Falls im Frühling die Sonne darauf scheint, sorge mit einem Behelfsdach für Schatten. Die Lage sollte windgeschützt sein und der Eingang zur regenabgewandten Seite zeigen.

Simple Variante

Ganz ohne Werkzeuge entsteht ein besonders einfaches Igelhaus aus Verbund- oder Ziegelsteinen, die im Viereck mit einem Hohlraum von 30 x 30 x 30 cm und natürlich mit einem Eingang aufgeschichtet werden. Entweder nimmst du ein einfaches Brett bzw. eine Holzplatte als Untergrund oder baust direkt auf die Erde, ggf. mit einer Mischung aus Sand und Kies oder mit Holzschnitzeln als Bodenschicht. Als Dach eignet sich eine einfache, überstehende Holzplatte, um das Innere vor Regen zu schützen.

Wichtig bei allen abnehmbaren Dachvarianten für Igelhäuser ist, dass diese mit Steinen etc. beschwert werden, damit sie sowohl dem Wind als auch Fressfeinden standhalten. Bei einem selbstgebauten Igelquartier aus Holz kannst du Scharniere anbringen oder das Dach durch Sturmhaken sichern.

Achtung: Abnehmbar bzw. aufklappbar sollte das Dach eines Igelhäuschens mit Boden auf jeden Fall sein, da es sonst nach dem Winter nicht gereinigt werden kann.

Uhu und Dachs gelten als die wichtigsten natürlichen Feinde des Igels, sind aber in urbanen Gärten weniger verbreitet. Auch Marder, Iltisse und Wildschweine können dem Stacheltier gefährlich werden, erbeuten aber eher kranke und schwache Tiere. Füchse und Hunde kann man vom Innenraum des Igelhauses besser fernhalten, indem man wie in dieser Anleitung den Eingangs- und den Schlafbereich durch eine Wand mit einem kleinen Durchlass trennt.


Futter und Pflege

Foto: AdobeStock/Superingo

Futter und Pflege

Verspätete Jungigel sind im Herbst manchmal auch tagsüber auf Futtersuche unterwegs. Auf keinen Fall solltest du diese Tiere aufnehmen – nur, wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank ist, sollte er versorgt oder einer Igelstation übergeben werden. Die Inpflegenahme oder Hausüberwinterung sollte eine absolute Ausnahme bleiben und immer eine schnelle Auswilderung zum Ziel haben. Igel sind Wildtiere, sie sind weder zu zähmen noch als Haustier zu halten.

Die Speisekarte

Fressbares finden Igel in Gebüschen, an Trockenmauern, unter Obstbäumen und auf Rasenflächen. Wenn du bei Nahrungsknappheit selbst Futter anbieten willst, sollte es qualitativ hochwertiges Feucht- und/oder Trockenfutter für Katzen mit hohem Fleischanteil sein. Auch gegartes (niemals rohes Fleisch!) ungewürztes Rinderhackfleisch oder gestocktes Rührei können gefüttert werden. Definitiv ungeeignet für Igel sind Milch, Nüsse, Obst und Küchenabfälle. Spezielles Igelfutter ist wenig sinnvoll.

Igel brauchen viel Eiweiß und Fett, die aufgenommen Kohlenhydrate durchs Insektenfressen sind unverdaulich und dienen lediglich als Ballaststoffe. Deshalb ist Hundefutter aufgrund seiner im Vergleich zum Katzenfutter proteinärmeren und kohlenhydratreicheren Zusammensetzung nicht geeignet. Frisches Wasser solltest du immer anbieten.

Tonuntersetzer haben sich als Näpfe bewährt, weil sie sehr gut zu reinigen und zu desinfizieren sind. Die Futter- und Wasserschalen sollten täglich gesäubert und Futterreste entfernt werden. Der beste Zeitpunkt für die Fütterung ist am Abend.


Bitte nicht wecken

Bitte nicht wecken

Ab Mitte November schlummern die meisten Igel. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen verschlafen sie die kalte Jahreszeit bis zum März oder April. Da die schlafenden Tiere bei Störungen nicht reagieren oder fliehen können, bedeutet das: Einmal geschaffene Unterschlupfe während des Winterhalbjahres nicht mehr umsetzen. Vorsicht gilt auch beim Beseitigen von Sträuchern, beim Mähen unter tiefliegenden Zweigen, beim Umgang mit Motorsensen und Balkenmähern.

Tipps im Überblick:

Tipps im Überblick:

  • Biete in deinem Garten Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie niedriges Buschwerk, Laub- und Reisighaufen für Igel an
  • Schaffe Überwinterungsquartiere, indem du zum Beispiel ein Igelhäuschen baust
  • Gestalte deinen Garten ohne kleinmaschige Zäune, damit sich Igel frei bewegen können
  • Kein Abbrennen von Reisighaufen ohne vorheriges vorsichtiges Umsetzen 
  • Vorsicht beim Mähen sowie bei Aufräum- und Rodungsarbeiten: In Haufen und Holzstapeln können sich Igelnester befinden
  • Kellerschächte und Gruben sind Tierfallen, die abgedeckt werden sollten
  • Baugruben, Kabel- und ähnliche Gräben (auch an Straßen) auf hineingefallene Igel kontrollieren und Opfer aus ihrer misslichen Lage retten
  • Rettungsplanken für Teiche und an Wasserbecken mit steilem, glattem Rand anbringen, damit sich Igel im Notfall selbst retten können
  • Keine Schlagfallen aufstellen und keine Vogel-Schutznetze am oder bis zum Boden verwenden
  • Kein unnötiger Chemieeinsatz im Garten: Schöpfe bei der Schädlingsbekämpfung umweltverträgliche Alternativen aus
  • Sorge regelmäßig für frisches Trinkwasser, zum Beispiel mit einem Vogelbad oder einer Tränke im Garten
  • Verzichte auf Laubsauger

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