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Upcycling & Nachhaltigkeit

Vintage-Möbel restaurieren

Vintage-Möbel haben einen ganz eigenen Charme – wer diese wieder schick machen möchte, sollte einiges beachten. Das betrifft sowohl den Kauf als auch die Aufbereitung zu Hause. Wir geben dir hilfreiche Tipps.

Alte Möbel haben Charakter und atmen gelebte Geschichte. Allerdings sind solche Stücke eben oftmals betagt und haben deshalb einige fehlerhafte oder defekte Stellen, die die Funktion oder gar Stabilität beeinträchtigen können. Trotzdem sind sie unheimlich beliebt und werden auf Möbelbörsen, Flohmärkten oder auch am Straßenrand gerne an begeisterte Sammler und Restaurierer abgegeben. Aber was sollte man beachten, wenn die Stücke daheim restauriert und repariert werden? Und auf welche Punkte solltest du schon achten, bevor du das Möbel überhaupt mitnimmst? 

Möbel genau begutachten
Vintagemöbel gebrauchte Möbel restaurieren

Foto: assettasimone/pixabay.com

Möbel genau begutachten

Leider ist es so, dass nicht jedes ältere Möbelstück noch vernünftig restauriert werden kann. Der Grund ist, dass einzelne Defekte oft nicht schlimm sind, doch in der Summe bilden sie eine schlechte Basis. Einige Beispiele, die dafür sprechen, das Möbel stehen zu lassen:

Wasserschäden
Holz und Wasser vertragen sich nicht. Viele ältere Möbel wurden lange Zeit in Garagen, Kellern oder auf Dachböden gelagert. Du solltest genau hinschauen und prüfen, wie es um das Holz in Bodennähe bestellt ist. Trockene, aber aufgequollene Füße weisen eindeutig auf Wasserschäden hin.

Schimmel
Mit Feuchtigkeitsschäden kommt oft der Schimmel. Verschließbare Möbelstücke wie Truhen, Schränke oder Vitrinen sollten von allen Seiten, von innen und auch von unten begutachtet werden. Das gilt insbesondere dann, wenn Feuchtigkeitsspuren sichtbar sind. Aber: Ist das Holz selbst nicht geschädigt, sondern hatte sich Schimmel nur oberflächig abgesetzt, kann das Möbelstück durchaus mit der richtigen Behandlung gerettet werden.

Schäden
Auch sie sind wichtig zu begutachten. Hier gibt es keine direkte Handlungsrichtlinie, denn das eigene Können entscheidet über die Reparaturmöglichkeiten. Wer eine eigene Werkstatt hat, vielleicht sogar Tischler ist, kann alte Möbel wesentlich besser erneuern als jemand, der bislang höchstens mal neu lackiert hat.

Recht unproblematisch sind defekte Scharniere, kleinere Macken oder Kratzer.  Holzwurmbefall ist mit einem gründlichen Blick anhand von Poren im Holz und teilweises Abbröseln einfach zu erkennen, aber eine große Herausforderung bei der Reparatur. 


Den Vintage-Charme erhalten
Vintagemöbel gebrauchte Möbel restaurieren

Foto: MasAsfan/pixabay.com

Den Vintage-Charme erhalten

Beim Restaurieren alter Möbel geht es darum, den Charme der Möbelstücke zu erhalten. Sie sollen nach der Restauration nicht wie neu aussehen, sondern ihre eigene Geschichte erzählen. Daher gilt grundsätzlich, dass weniger mehr ist: 

  • Abschleifen: Hat das Stück Kratzer, können die Flächen vorsichtig abgeschliffen und schließlich neu lackiert werden. Ein wenig problematischer ist das bei Möbelstücken mit Stuckverzierungen. Diese können nicht flächig geschliffen werden, sondern müssen vorsichtig Stück für Stück bearbeitet werden. 
  • Ausbessern: Alles, was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, kann leicht ausgebessert werden. Ist beispielsweise die Rückwand eines Schranks herausgebrochen, kann diese natürlich gegen eine neue Rückwand getauscht werden. Auch Stellfüße lassen sich austauschen, zumal sie sich recht gut auf "alt" trimmen lassen. 
  • Beschläge und Co.: Scharniere sind problemlos austauschbar. Ein wenig schwieriger verhält es sich mit Türschlössern. Hier gilt die Devise, dass die alten Schlösser natürlich in ihrer Art erhalten bleiben sollten.
    Tipp: Alte Metallwarengeschäfte oder örtliche Schlüsseldienste mit eigener Werkstatt nehmen sich solcher Schlösser gerne an. Auch im Internet lassen sich oft sehr ähnliche oder gar identische Schlösser für kleines Geld finden. 

Alte Messingbeschläge lassen sich gut wieder polieren und aufbereiten – entweder mit speziellen Reinigern oder Hausmitteln wie Essig und Zahnpasta. 

Wie weit die Aufbereitung geht, hängt maßgeblich von der angedachten Nutzung ab. Wer das Stück selbst nutzen will, kann andere Maßstäbe ansetzen als diejenigen, die das Vintagestück weiterverkaufen möchten. 


Die beliebtesten Vintagemöbel
Vintagemöbel gebrauchte Möbel restaurieren

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Die beliebtesten Vintagemöbel

Wie bei vielen Dingen gibt es auch bei Vintagemöbeln einige Favoriten, die auf Flohmärkten beispielsweise schnell verkauft werden. Nicht selten hat dies mit der Händelbarkeit des Stücks zu tun: Während ein echtes Vintagebett nur schwer zu transportieren ist, passen kleinere Schränke oder Tische mitunter ins Auto.

Kommoden: Sie führen mit die Beliebtheitslisten an. Wobei es auch bei Kommoden Unterschiede gibt. Echte Wäschekommoden sind weniger beliebt als kleinere Modelle, die in einen Flur passen und beispielsweise als Schlüssel– und Telefonschränkchen genutzt werden können. Ein besonderes Highlight, das schwer zu finden ist, sind Kommoden, die zugleich als Schreibtisch fungieren.

Schränke: Ein Schrank im Vintage-Stil ist ebenfalls sehr beliebt. Das Highlight für viele Vintagefreunde sind einzelne Küchenschränke, die einen vitrinenhaften Aufsatz haben. Solche Schränke besitzen oft noch verblasste, doch bunte Farben und machen schon optisch etwas her. Aber auch kleine Exemplare kommen gut an.

Tische und Stühle: Esstische oder kleinere Beistelltische bleiben auf Flohmärkten oder Wohnungsauflösungen nicht lange stehen. Kein Wunder, sie sind auch für Laien gut restaurierbar und nehmen kaum Platz weg. Esszimmerstühle sind hingegen nicht die Favoriten unter den Stühlen. Hier kommen eher Einzelstücke zur Geltung, die sich optisch gut für Eckdekorationen eignen. 

Letztendlich gilt jedoch immer, dass die Vintagestücke beliebt sind, die dem eigenen Geschmack entsprechen. Das können Vitrinen oder auch Sekretäre sein, ein echtes Vintagebett oder auch der altbekannte Ohrensessel, der nur so nach Gemütlichkeit ruft.

Wer es sich zutraut, kann all diese Stücke recht gut reparieren und aufbereiten. Gepolsterte Möbelstücke erfordern zwar eine neue Polsterung, doch lässt sich dies – je nach Geschick und Art – sogar selbst bewerkstelligen. Auch Vintagebetten sind leicht zu reparieren, da die Matratzen eh getauscht werden und das Hauptaugenmerk auf dem sichtbaren Gestell liegt. Es ist also absolut erlaubt, das Lattenrost zu ersetzen und auf der Innenseite des Gestells mit modernen Mitteln zu arbeiten. Mit den richtigen Kniffen sehen Vintagemöbel nachher wieder richtig gut aus!

Unser Fazit:

Unser Fazit:

Vintagemöbel gibt es längst in jedem Kaufhaus neu zu erwerben. Doch sind das nicht die Stücke, die wirklich faszinieren. Alte, gebrauchte Möbel mit all ihren Macken und Kanten erzählen ihre eigene Geschichte und bringen Leben mit in das neue Heim. Mit Geschick, den richtigen Werkzeugen und dem Wissen, wann Hilfe benötigt wird, ist die Restauration jedoch recht leicht zu bewerkstelligen. 

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