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Kleine Reparaturen
Schimmelige Silikonfugen erneuern
- Veröffentlicht: 02.07.2026
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Dass Schimmel langfristig die Gesundheit beeinträchtigt, ist allgemein bekannt. Trotzdem leben in Deutschland viele Menschen in schimmligen Wohnungen oder Häusern. Undichtes Mauerwerk, eine mangelhaft ausgeführte oder aber eine zu gute Dämmung, falsches Beheizen und Belüften der Räume können Gründe für Schimmelbildung sein.
Schimmel in Silikonfugen ist eines der häufigsten Probleme im Badezimmer. Vor allem in Dusche, Badewanne oder an Waschbecken sind die Anschlussfugen regelmäßig Feuchtigkeit ausgesetzt. Zeigen sich schwarze Flecken auf der Silikonfuge, stellt sich oft die Frage, ob eine gründliche Reinigung ausreicht oder ob die Silikonfuge erneuert werden muss. Da Sanitärsilikon mit der Zeit altert und porös werden kann, lässt sich tief eingedrungener Schimmel häufig nicht dauerhaft entfernen. In diesem Fall ist das Erneuern der Silikonfuge die dauerhaft sicherere Lösung.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmel
Vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmel
Eines ist allerdings sicher: Schimmel entsteht durch zu viel Feuchtigkeit. Eine vierköpfige Familie produziert durch Kochen, Duschen, Wäsche trocknen etc. täglich etwa 12 Liter Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit. Da die Raumluft nur eine begrenzte Menge Feuchtigkeit aufnehmen kann, kondensiert überschüssiger Wasserdampf an den kältesten Flächen im Raum, beispielsweise an Fenstern oder Außenwänden. Dort finden Schimmelpilze ideale Wachstumsbedingungen.
Vorbeugend kannst du selbst einiges tun. Damit die relative Luftfeuchte in Wohnräumen nicht dauerhaft über 60 Prozent liegt, ist regelmäßiges Lüften der Räume ein Muss. Konkret heißt das: Öffne drei- bis viermal am Tag die Fenster vollständig (keine Kippstellung) und sorge für eine Querlüftung. Dabei sind die Fenster und Türen mehrerer Räume komplett geöffnet, so dass ein schneller Austausch von warmer, feuchter Raumluft und kühler, trockener Außenluft stattfinden kann. Nach dem Duschen empfiehlt es sich außerdem, Wasser von Fliesen, Glasflächen und Silikonfugen mit einem Abzieher zu entfernen. Dadurch verbleibt deutlich weniger Restfeuchtigkeit im Bad und Schimmel in Silikonfugen kann sich wesentlich schlechter entwickeln. Auch regelmäßiges Heizen trägt dazu bei, Feuchtigkeit schneller aus dem Raum zu transportieren.
Problematisch sind Wohnungen mit innenliegenden Bädern ohne Fenster. Hier ist es deutlich schwieriger, für einen angemessenen Luftaustausch zu sorgen. Helfen können elektrisch betriebene, an das Stromnetz gekoppelte Ventilatoren, sowie Luftentfeuchter. Und: Die Badtür sollte nie die ganze Zeit geschlossen bleiben.
Eine weitere Regel lautet: Positioniere an Außenwänden keine hohen Wandschränke, schwere Vorhänge oder große Bilder. Zwischen der kühleren Außenwand und den Möbelstücken kann die Luft nicht mehr zirkulieren, hinter den Objekten setzt sich Kondenswasser ab und es beginnt zu schimmeln. Bereits wenige Zentimeter Abstand zwischen Wand und Schrank verhindern die Schimmelbildung. Sobald du kleine Spuren von Schimmel in Form von grauen oder schwarzen Flecken entdecken, solltest du sofort handeln.
Relativ einfach zu beheben sind schimmlige Silikonfugen im Bad. Wenn Raumecken, Fensterlaibungen oder sogar ganze Wände betroffen sind, wird es schwieriger. In diesen Fällen musst du mit dem Vermieter klären, ob unter Umständen bauliche Mängel für den Befall verantwortlich sind.
Schimmel entfernen oder Silikonfuge erneuern?
Schimmel entfernen oder Silikonfuge erneuern?
Nicht jede Verfärbung bedeutet automatisch, dass die Fuge ersetzt werden muss. Oberflächliche Verschmutzungen oder leichte Ablagerungen lassen sich häufig mit geeigneten Reinigern beseitigen. Bleiben die schwarzen Flecken jedoch trotz Reinigung sichtbar oder sitzen sie bereits im Silikon, ist die Dichtmasse dauerhaft befallen. Da Schimmel tief in das Material eindringen kann, sollte die Silikonfuge in diesem Fall vollständig entfernt und erneuert werden.
Video: Schimmelige Silikonfugen erneuern
Video: Schimmelige Silikonfugen erneuern
Schritt 1: Altes Silikon entfernen und Fuge reinigen
Schritt 1: Altes Silikon entfernen und Fuge reinigen
Um die alte Fuge zu entfernen, kannst du einen sogenannten Fugenhai oder Fugenkratzer verwenden. Steche dazu die Silikonfuge zuerst mit dem spitzen Ende an und ziehe dann den Fugenkratzer oben und unten entlang der Wand. Bleiben kleine Silikonrückstände übrig, werden sie mit dem spachtelförmigen Ende des Fugenkratzers abgelöst. Sind die verbleibenden Rückstände sehr hartnäckig, kann auch ein chemischer Silikonentferner verwendet werden. Dieser weicht das Silikon in kurzer Zeit auf, sodass du es anschließend leichter entfernen kannst.
Trage beim Entfernen der alten Fuge möglichst Einweghandschuhe. Bei stärkerem Schimmelbefall empfiehlt sich zusätzlich eine FFP2-Maske, um möglichst wenige Schimmelsporen einzuatmen.
Säubere die Stellen anschließend gründlich mit einem Schwamm oder Lappen und etwas Spiritus, um letzte Reste des Dichtstoffs und des Silikonentferners zu beseitigen. Nach dem Entfernen der alten Silikonfuge sollte der Untergrund vollständig trocken, sauber und fettfrei sein, bevor neues Sanitärsilikon verarbeitet wird.
Kann man Silikon mit WD-40 entfernen?
Kann man Silikon mit WD-40 entfernen?
Ob man Silikon mit WD-40 entfernen kann, fragen sich viele Heimwerkende. Die kurze Antwort lautet: nur bedingt. WD-40 kann das Entfernen kleiner Silikonreste erleichtern, ersetzt aber keinen speziellen Silikonentferner. Ausgehärtetes Sanitärsilikon wird durch WD-40 nicht aufgelöst. Für das vollständige Entfernen einer alten Silikonfuge solltest du, wie zuvor beschrieben, die Fuge zunächst mit einem Fugenkratzer oder Cuttermesser herausschneiden und verbliebene Reste anschließend mit einem geeigneten Silikonentferner behandeln.
Wird WD-40 verwendet, sollten die behandelten Flächen anschließend gründlich mit Spiritus oder einem geeigneten Reiniger entfettet werden. Andernfalls kann das neue Silikon schlechter haften und die neue Silikonfuge ihre Dichtwirkung verlieren.
Schritt 2: Frische Silikonfuge ziehen
Schritt 2: Frische Silikonfuge ziehen
Die Spitze der Kartusche schneidest du schräg ab, wobei der Winkel des Schnitts die Breite der Fuge bestimmt. Wähle den Winkel entsprechend der gewünschten Fugenbreite. Bis du nicht so geübt, klebst du die Ränder der Fuge beidseitig mit Malerkrepp ab, um saubere Kanten zu erzielen.
Drücke anschließend gleichmäßig und kontrolliert auf den Dosierhebel der Kartusche, um einen gleichmäßigen Silikonstrang zu erhalten. Fülle die Fuge in einem durchgehenden Arbeitsgang lückenlos aus. So entstehen keine Hohlräume oder Lufteinschlüsse, die später Undichtigkeiten begünstigen könnten. Bei breiteren Anschlussfugen kann eine Hinterfüllschnur sinnvoll sein. Sie reduziert den Materialverbrauch und sorgt dafür, dass das Silikon optimal arbeiten kann.
Glätte die frische Silikonfuge direkt nach dem Auftragen mit einem Fugenglätter oder einem anderen geeigneten Werkzeug. Ziehe anschließend das Malerkrepp vorsichtig im 45-Grad-Winkel von der Fuge weg ab, solange das Silikon noch nicht angetrocknet ist. So entstehen besonders saubere und gerade Kanten.
Schritt 3: Silikonfuge glattziehen und trocknen lassen
Schritt 3: Silikonfuge glattziehen und trocknen lassen
Kontrolliere die Fuge nach dem Entfernen des Malerkrepps. Falls nötig, kannst du sie jetzt noch einmal vorsichtig nacharbeiten.
Die Trocknungszeit von Silikonfugen ist abhängig von verschiedenen Faktoren und kann zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen variieren. Beachte die Angaben des Herstellers auf der Verpackung. In der Regel ist die Fuge nach etwa 24 Stunden oberflächlich trocken und nach ein bis zwei Tagen vollständig belastbar. Um Schäden zu vermeiden, solltest du die Fuge während der Trocknungszeit keiner direkten Wasserbelastung aussetzen. Vermeide daher in den ersten Tagen nach dem Auftragen der Fuge langes Duschen oder Baden. Leichte Spritzer sind in der Regel kein Problem.
Häufige Fehler vermeiden und Silikonfugen richtig pflegen
Häufige Fehler vermeiden und Silikonfugen richtig pflegen
Die häufigsten Ursachen für eine kurze Lebensdauer neuer Silikonfugen sind ein feuchter Untergrund, verbliebene Silikonreste, ungleichmäßiges Auftragen oder eine zu frühe Belastung der Fuge. Halte deshalb unbedingt die vom Hersteller angegebene Aushärtezeit des Silikons ein. Erst danach sollte die Dusche oder Badewanne wieder regelmäßig genutzt werden.
Neue Silikonfugen bleiben länger sauber, wenn Feuchtigkeit nach dem Duschen möglichst schnell entfernt wird. Wische überschüssiges Wasser ab und lüfte das Badezimmer regelmäßig. Verwende möglichst milde Badreiniger, da stark scheuernde oder aggressive Reinigungsmittel die Oberfläche des Silikons angreifen und seine Lebensdauer verkürzen können.
Praktische Werkzeuge für das Erneuern von Silikonfugen
Praktische Werkzeuge für das Erneuern von Silikonfugen
- Fugenhai/Fugenkratzer: Zum Entfernen alter Silikonfugen. Die scharfe Klinge ermöglicht ein sauberes Herausschneiden des Dichtstoffs.
- Silikonentferner: Weicht hartnäckige Silikonreste auf. Beachte die Herstellerhinweise und prüfe die Materialverträglichkeit, da Silikonentferner aggressiv sein können. Für dickere Silikonschichten kann eine mehrmalige Anwendung erforderlich sein.
- Schimmelhemmendes Silikon: Dichtet Anschlussfugen ab und beugt Schimmelbildung vor. Achte auf die Inhaltsstoffe und wähle gegebenenfalls umweltfreundlichere Alternativen.
- Fugenglätter-Set: Enthält verschiedene Glättwerkzeuge aus Kunststoff für unterschiedlich breite Fugen. Ermöglicht ein sauberes und professionelles Finish.
- Hinterfüllschnur (Dreikant-Schnur): Für größere Fugen. Begrenzt die Fugentiefe, verhindert ein dreiseitiges Anhaften des Silikons und spart Material.
- Kreppband: Sorgt für saubere und präzise Kanten.
- Kartuschenpistole mit variabler Dosierung: Ermöglicht eine kontrollierte Dosierung und gleichmäßiges Auftragen des Silikons.
- Cuttermesser: Zum präzisen Abschneiden der Kartuschenspitze im gewünschten Winkel.
- Spachtel: Hilfreich zum Entfernen von hartnäckigen alten Fugenresten.
Wie oft sollten Fugen erneuert werden?
Wie oft sollten Fugen erneuert werden?
Die Lebensdauer von Silikonfugen hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Qualität des Silikons, der Beanspruchung, der Reinigung, den Umwelteinflüssen und der Verarbeitung. Als grobe Richtlinie kann ein Erneuerungsintervall von 5-8 Jahren dienen. Bei sichtbaren Schäden wie Rissen, Undichtigkeiten oder Schimmelbefall sollte die Fuge jedoch unabhängig vom Alter umgehend erneuert werden, um Folgeschäden zu vermeiden. In Bereichen mit hoher Beanspruchung, wie z.B. in Duschen oder Badewannen, kann ein häufigerer Austausch notwendig sein. Regelmäßige Reinigung und Pflege der Fugen tragen dazu bei, ihre Lebensdauer zu verlängern.
Gut zu wissen: Silikonfugen zählen zu den sogenannten Wartungsfugen. Sie unterliegen einer natürlichen Alterung und sollten regelmäßig kontrolliert werden. Kleine Risse, Ablösungen oder Undichtigkeiten können dazu führen, dass Feuchtigkeit hinter Fliesen oder in die Bausubstanz eindringt. Deshalb empfiehlt es sich, Silikonfugen mindestens einmal jährlich sorgfältig zu überprüfen und bei Schäden zeitnah zu erneuern.
Treten trotz neuer Silikonfugen immer wieder Feuchtigkeit oder Schimmel auf, kann die Ursache auch außerhalb der Fuge liegen. Undichte Leitungen, Wärmebrücken oder bauliche Mängel lassen sich als Auslöser nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Sind neben den Silikonfugen auch Wände, Decken oder Fugenmörtel von Schimmel betroffen oder kehrt der Befall trotz Erneuerung regelmäßig zurück, solltest du einen Fachbetrieb hinzuziehen. Dieser kann die Ursache fachgerecht untersuchen und geeignete Maßnahmen empfehlen, bevor erneut verfugt wird.