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Heizung, Lüftung & Energie

Schimmel beseitigen und vorbeugen

Braune oder schwarze Schimmelflecken in Wohnräumen sind nicht nur unappetitlich, sondern vor allem gefährlich für die Gesundheit. Sie müssen schnell beseitigt werden. Dann heißt es: Vorbeugen, damit die Pilze künftig keinen Nährboden finden.

Schimmelpilzsporen sind allgegenwärtig, im Boden, in der Luft und auch in der Wohnung. In normaler Konzentration stellen sie keine Gefahr für den Menschen dar. Erst wenn sie sich rasant vermehren, können sie die Gesundheit beeinträchtigen und Schleimhautreizungen, Asthmaanfälle oder Kopfschmerzen auslösen und das Immunsystem schwächen. 

Schimmelbefall beseitigen
Schimmel Fenster

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Schimmelbefall beseitigen

Sobald Schimmel sichtbar ist, musst du schnell handeln. Wichtig ist, sowohl die Ursache zu ermitteln und zu beheben als auch den vorhandenen Befall vollständig zu entfernen. Ist die Ursache bekannt – beispielsweise ein Wasserschaden – dann kannst du bei geringem, oberflächlichem Befall selbst Hand anlegen. Voraussetzung ist, dass du nicht unter einer Allergie, einer Immunschwäche oder einer chronischen Erkrankung leidest.

Glatte, geschlossene Oberflächen werden einfach mit einem haushaltsüblichen Reiniger abgewaschen. Poröse Oberflächen machen mehr Arbeit. „Kleine Flecken streicht man am besten mit einem Pinsel und mindestens 70-prozentigem Ethylalkohol aus der Apotheke zweimal satt ein“, rät Ulrich Opitz, Trainer der DIY Academy und Experte für Bauschäden und Schimmelpilzbewertung. Der Alkohol tötet den Schimmelpilz. Anschließend werden die behandelten Stellen mit Wandfarbe überstrichen und die abgetöteten Pilze so fixiert, damit sie sich auch nach dem Trocknen des Alkohols nicht mehr lösen. Belasteter Wandputz wird angefeuchtet und abgeschlagen, Tapete entweder angefeuchtet oder mit einer Folie abgeklebt und dann entfernt. Das Anfeuchten sorgt dafür, dass möglichst wenige Schimmelpilzbestandteile freigesetzt und verbreitet werden. „Bei allen Sofort-Maßnahmen gut lüften; Handschuhe, Augen- und Mundschutz tragen“, warnt Ulrich Opitz. 

Ist jedoch die Ursache des Befalls unbekannt und / oder eine Fläche von mehr als 0,5 Quadratmetern betroffen, empfiehlt das Umweltbundesamt, eine Fachfirma hinzuziehen. Die Experten untersuchen den Befall, erforschen die Ursache und das Schadensausmaß und entscheiden dann über die geeignete Sanierungsmethode.


Sonderfall Mietwohnung

Sonderfall Mietwohnung

„Mieter sollten in jedem Fall umgehend den Vermieter informieren“, rät Ulrich Opitz. Er muss sich darum kümmern, dass die Schadensursache gefunden und behoben wird. Je schneller das geschieht, umso größer die Chance, dass sich der Schaden nicht weiter vergrößert. 


Beseitigung alleine reicht nicht
Schimmel Treppe

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Beseitigung alleine reicht nicht

Jede Form der Schimmelbeseitigung kann allerdings nur vorübergehend wirken. Wenn die Sporen genug Feuchtigkeit im Raum vorfinden, werden sie sich erneut niederlassen und vermehren. Warme Raumluft speichert die Feuchtigkeit. Doch wenn sie auf kalte Stellen trifft, kondensiert sie. Den Temperaturwert, ab dem die Kondensation der Luftfeuchte beginnt, bezeichnen Experten als Taupunkt. Dann bilden sich feuchte Stellen - die idealen Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze.

Organische Nahrung finden sie in Form von Tapeten, Holzwerkstoffen, Gipskartonplatten und Teppichböden. Und in Staub. Zunächst wachsen unsichtbare Pilzfäden, das sogenannte Myzel. Dann erst zeigt sich der oberflächliche Pilz. „Häufig entsteht Schimmel an Wärmebrücken in Gebäudeecken, im Fußbodenbereich zum Keller oder an der Decke zum ungedämmten Dachboden, in Fensterlaibungen oder in Heizkörpernischen“, berichtet DIY-Trainer Ulrich Opitz. „Die Ursache für zu viel Feuchtigkeit in Wohnräumen können Bauschäden sein – beispielsweise falsche Isolierungen, ein verrutschter Ziegel oder undichte Stellen an Mauerwerk oder Fenstern. In 95 Prozent aller Fälle ist jedoch falsches Heizen und Lüften der Grund für zu hohe Feuchte und in der Folge für Schimmelbefall.“


Raus mit der Feuchtigkeit!
Fenster lüften

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Raus mit der Feuchtigkeit!

Mehr als zehn Liter Feuchtigkeit entstehen täglich in einem Mehrpersonenhaushalt beim Kochen, Duschen, Putzen und Atmen. Dem Schimmel die Lebensgrundlage entziehen heißt, diese Feuchtigkeit immer schnell nach draußen zu befördern. Als Faustregel gilt: Wenn die Luftfeuchte in Innenräumen auf über 50 Prozent steigt, ist es Zeit zu lüften. Die verbrauchte Innenraumluft wird samt der Feuchte gegen frische, kühlere und trockenere Außenluft ausgetauscht. Richtiges Lüften ist allerdings eine kleine Wissenschaft für sich (siehe Tipps).


Maßnahmen in Küche und Bad

Maßnahmen in Küche und Bad

In einzelnen Räumen entsteht besonders viel Feuchte. Hier sind zusätzliche Maßnahmen gefragt. Zum Beispiel in der Küche: Ein Dunstabzug ist ein probates Mittel, um den feuchten Dampf schnell zu entfernen. Voraussetzung ist allerdings, dass es einen Abzug nach außen gibt.

Auch in der Waschküche entsteht viel Feuchte. Hier kannst du entweder verstärkt lüften. Alternativ übernimmt ein Abluftkasten diese Aufgabe. Einige Produkte springen automatisch an, wenn ein Schwellenwert überschritten wird. Und im Bad werden die nassen Fliesen nach dem Duschen oder Baden abgezogen und trockengewischt. „Feuchtigkeit, die in den Abfluss gelangt, muss nicht weggelüftet werden“, so die Devise von DIY-Trainer Opitz. Problematisch sind fensterlose Bäder. Hier sollte der Lüfter – falls er nicht feuchtegesteuert ist – nach dem Baden oder Duschen rund 30 Minuten laufen. 

Schimmelige Silikonfugen im Bad kannst du relativ einfach erneuern.


Für Ausnahmefälle: Bautrockner

Für Ausnahmefälle: Bautrockner

Beim Neubau wird mit Putz und Mörtel viel Feuchte ins Gebäude gebracht. Die muss nach der Fertigstellung möglichst schnell raus. Konsequentes Lüften plus Trockenheizen ist eine Methode. Schneller geht es mit einem professionellen Bautrockner. Er kann auch nach Sanierungen oder nach Wasserschäden zum Einsatz kommen. 


Vorsicht nach der energetischen Sanierung
Schimmel Wand

Foto: Knauf

Vorsicht nach der energetischen Sanierung

Anders als oft dargestellt, ist die fachgerechte Fassadendämmung kein Problem. Im Gegenteil: Durch sie erhöht sich die Oberflächentemperatur der Wand. Damit kondensiert weniger Feuchte, und die Gefahr von Schimmelbildung verringert sich.

Viel kritischer ist der Tausch alter Fenster gegen moderne Mehrscheiben-Isolierglasfenster. Dank kaputter Dichtungen, verzogener Fensterrahmen und kleiner Spalten an den Bauteilgrenzen fand in der Regel ein kontinuierlicher Luftaustausch im Gebäude statt. Die Lüftung funktionierte von selbst. Nach dem Fenstertausch ist alles dicht. Die einfachste Lösung ist dann der Einbau einer Lüftungsanlage. Sonst ist manuelles Lüften Pflicht. Und das will gelernt sein – siehe unten.  


Praktische Hilfsmittel

Praktische Hilfsmittel

Die Menge der Feuchtigkeit, die Bewohner und Pflanzen an die Raumluft abgeben, wird leicht unterschätzt. Mit einem Hygrometer lässt sich das leicht kontrollieren. Die praktischen Geräte zeigen neben der aktuellen Raumtemperatur auch die Luftfeuchte an. Sobald diese die 50-Prozent-Marke überschreitet, ist Lüften angesagt. 

Für den Hausgebrauch empfiehlt DIY-Experte Ulrich Opitz die in der Basis-Version kostenlose App „Richtig lüften“. Sie bezieht das Klima vor der Haustür mit ein. Man wählt die nächstgelegene Wetterstation, von dort holt die App die Daten für Temperatur und Luftfeuchte außen. Die Innen-Daten werden manuell eingegeben. Daraus errechnet die App eine Empfehlung, wann wieder gelüftet werden sollte.

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden zahlreiche weitere Lüftungs-Apps entwickelt. Sie errechnen aus Personenzahl, Aufenthaltsdauer und Raumvolumen die voraussichtliche CO2-Konzentration und geben an, wann und wie oft gelüftet werden soll. Die Luftfeuchte wird dabei nicht direkt einbezogen. Der integrierte Timer ist jedoch ein zweckmäßiges Erinnerungstool. 

Profi-Tipp
Vier Tipps vom Profi
DIY Academy Trainer Uli Opitz

Foto: DIY Academy

Vier Tipps vom Profi

DIY-Trainer Ulrich Opitz empfiehlt vier wichtige Vorbeugemaßnahmen: 

1. Regelmäßig stoßlüften: Mindestens dreimal, besser sechsmal täglich 5 bis 10 Minuten die Wohnräume mit weit geöffneten Fenstern lüften, Bad und Küche länger. An schwülen Sommertagen nur morgens und abends lüften.


2. Luftzirkulation im Raum sicherstellen: Möbel nicht zu dicht an Wände stellen, Heizkörper nicht zustellen oder -hängen. 


3. Feuchte entfernen: Kondenswasser an Fenster und anderen glatten Flächen abwischen, Badfliesen nach dem Duschen oder Baden trockenwischen. Handtücher außerhalb des Bades und Wäsche außerhalb der Wohnung trocknen.


4. Auskühlen vermeiden: Wenig benutzte Räume und Treppenhaus leicht beheizen, Kellerfenster und Treppenhausfenster nicht dauerhaft offenstehen lassen. 

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