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Heizung, Lüftung & Energie

So bekommen Heimwerker Geld vom Staat

Handwerkermangel und hohe Kosten – für Heimwerker sind das triftige Gründe, bei der energetischen Sanierung des Eigenheims selbst anzupacken. Seit 2023 gibt es für Eigenleistungen staatliche Fördermittel. Zugegeben: Einfach ist der Antrag nicht. Aber wir sagen dir, welche Schritte du gehen musst.

Wichtig ist vorab zu beachten, was genau bezuschusst wird! Der Bund übernimmt nämlich einen Teil der Materialkosten für Eigenleistungen. Das gilt jedoch nur für bestimmte Maßnahmen. Außerdem müssen Bauherren einige formale Anforderungen erfüllen. Die Details sind in den Richtlinien für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) geregelt. Sie wurden zuletzt zum 1. Januar 2023 geändert. 

Was sind förderfähige Maßnahmen?
Dämmen Dach

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Was sind förderfähige Maßnahmen?

Für die Förderung von Eigenleistungen gelten die gleichen Förder- und Rahmenbedingungen wie bei einer Umsetzung mit einem Fachbetrieb. Das heißt: Der Staat unterstützt energetische Modernisierungen wie die Dämmung der Gebäudehülle, den Fenstertausch oder die Heizungserneuerung nur dann, wenn sie über den gesetzlich geforderten energetischen Standard hinausgehen. Dabei müssen technische Mindestanforderungen erfüllt werden.

Wenn ein Fachunternehmen die Modernisierung umsetzt, fördert der Staat die gesamten Investitionskosten und außerdem noch Kosten für Umfeldmaßnahmen wie die Baustelleneinrichtung.

Bei Eigenleistungen werden nur die Materialkosten gefördert, die direkt mit der Sanierungsmaßnahme in Verbindung stehen,


Einzelne Maßnahme oder komplette Sanierung?
Dachboden Ausbau dämmen

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Einzelne Maßnahme oder komplette Sanierung?

Die Höhe der Förderung, die Auszahlungsform und auch die Antragstellung richten sich danach, ob es sich bei der Eigenleistung um eine Einzelmaßnahme handelt oder ob sie Teil einer Komplettsanierung ist.  

Für Einzelmaßnahmen gibt es Zuschüsse aus dem Programm BEG EM (Einzelmaßnahme). Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier können Eigentümer den Förderantrag selbst online stellen. Die Zuschüsse werden nach Beendigung der Maßnahme direkt an den Bauherren ausgezahlt. 

Komplettsanierungen werden im Programm BEG WG (Wohngebäude) mit Krediten gefördert. Hier besteht die Förderung aus zwei Teilen – einem nicht rückzahlbaren Tilgungszuschuss und einer Zinsvergünstigung. Die Darlehen werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bzw. deren Finanzierungspartnern vergeben. Den notwendigen Förderantrag muss ein dafür zugelassener Energieeffizienz-Experte stellen. Er nimmt die Materialkosten in das Gesamtpaket der förderfähigen Kosten auf. Bei diesem Förderweg gibt es also keine direkte Auszahlung an den Bauherren. 

Die Förderung von Eigenleistungen gibt es für Anträge, die ab dem 1. Januar 2023 in den Förderprogrammen BEG EM (BAFA) und BEG WG (KfW) gestellt werden.


So viel Geld kannst du bekommen
Heizung Tausch Energie

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So viel Geld kannst du bekommen

Bei Einzelmaßnahmen fallen die Zuschüsse sehr unterschiedlich aus.

Für die

  • Dämmung von Außenwänden, Dachflächen, Geschossdecken und Bodenflächen,
  • den Austausch von Fenstern und Außentüren sowie
  • den Einbau von außenliegenden Sonnenschutzeinrichtungen

beträgt der Fördersatz 15 Prozent.

Für den

  • Einbau von raumlufttechnischen Anlagen inklusive Wärme-/Kälterückgewinnung und
  • von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung ebenfalls.
  • Bei der Heizungserneuerung liegen die Fördersätze je nach Energieträger zwischen 10 und 30 Prozent.

Die förderfähigen Kosten für energetische Sanierungsmaßnahmen von Wohngebäuden sind gedeckelt auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr, insgesamt auf maximal 600.000 Euro pro Gebäude. Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 2000 Euro brutto. Alle Informationen zur BAFA-Förderung von Einzelmaßnahmen sind hier hinterlegt.


Bei den Komplettsanierungen hängt die Höhe des Tilgungszuschusses davon ab, wie energieeffizient das gesamte Gebäude nach der Sanierung ist. Definiert wird das anhand der Effizienzhaus-Stufen der KfW. Dabei gibt es auch diverse Boni.

Für den höchsten energetischen Standard inklusive aller erreichbaren Boni beträgt der höchste Tilgungszuschuss 45 Prozent. Die Zinsvergünstigung wird nicht eigens ausgewiesen. Sie richtet sich nach der Entwicklung auf dem Finanzmarkt. Der maximale Kreditbetrag liegt bei 150.000 Euro. Alle Details zu den KfW-Konditionen findest du hier. 

Hinweis
Rechnung korrekt stellen

Rechnung korrekt stellen

Materialkosten sind nur dann förderfähig, wenn die entsprechende Rechnung drei formale Anforderungen erfüllt: 

1. Sie muss in deutscher Sprache ausgefertigt sein.

2. Der Name des Antragstellers für die Förderung muss ausgewiesen sein.

3. Die Rechnung darf ausschließlich förderfähige Posten enthalten. 

Eigenleistung muss geprüft sein

Eigenleistung muss geprüft sein

Ohne fachliche Kontrolle gibt es keine Fördermittel für die Eigenleistung. Bauherren müssen für die Prüfung einen Energieeffizienz-Experten oder ein Fachunternehmen beauftragen. Das kann sich als Nadelöhr des ganzen Vorhabens entpuppen.

Der Experte muss formlos bestätigen, dass die Maßnahme fachgerecht umgesetzt wurde. Das ist im Nachhinein nicht immer ganz einfach. Schließlich sieht er nicht, was sich unter der Dämmung der Geschossdecke verbirgt. Es empfiehlt sich deshalb, vor Beginn der Bauarbeiten mit einem Profi Kontakt aufzunehmen und das Vorgehen zu besprechen. Unter Umständen möchte er vorher vorbeischauen oder auch einen Zwischenstand sehen. 

So geht's!
In 8 Schritten zur Förderung
Material Dämmung

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In 8 Schritten zur Förderung

Klingt kompliziert? Wirklich simpel ist das Verfahren in der Tat nicht, aber trotzdem zu bewältigen.

Willst du eine Einzelmaßnahme fördern lassen – beispielsweise die Dämmung der Kellerdecke – gehst du so vor: 

Schritt 1:
Informationen über die Förderung einsammeln: Auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) das „Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen“ und das „Allgemeine Merkblatt zur Antragstellung“ downloaden; die technischen Mindestforderungen in der Anlage der Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen prüfen.

Schritt 2: Maßnahme nach diesen Vorgaben planen, eventuell mit einem Energieberater oder Fachunternehmen besprechen, Materialpreise vergleichen.

Schritt 3: Vor Maßnahmenbeginn online den Förderantrag stellen. So erhälst du auch einen Zugang zum BAFA-Portal.
 
Schritt 4: Nach Eingang des Zuwendungsbescheids: Material kaufen, Rechnung aufbewahren.

Schritt 5: Baumaßnahme umsetzen.

Schritt 6: Eigenleistung von einem Energieexperten oder einem Fachunternehmen prüfen und die fachgerechte Durchführung sowie die korrekte Angabe der Materialkosten formlos bestätigen lassen.

Schritt 7: Online-Verwendungsnachweis erstellen und mit den erforderlichen Nachweisen über das BAFA-Portal einreichen.

Schritt 8: Nach positiver Prüfung: Festsetzungsbescheid und gewährten Zuschuss erhalten.

Voraussichtlich zum 1. Januar 2024 werden sich die Förderbedingungen allerdings ändern. Details dazu sind noch nicht bekannt!

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