Foto: Kübler Workwear

Rund ums Haus

Faire Baumwolle in deiner Arbeitskleidung

Unverpackt einkaufen, regional und in Bioqualität – viele Menschen achten heute mehr denn je auf Nachhaltigkeit. Auch beim Heimwerken. Das kann bedeuten, sich Werkzeug mit dem Nachbarn zu teilen oder Dinge kreativ wiederzuverwenden – aber auch, seine Arbeitshose entsprechend auszuwählen.

Verschiedene Hersteller von Arbeitsbekleidung haben sich für eine Kooperation mit „Fairtrade Deutschland“ zusammengetan. So können sie eine größere Menge Material einkaufen und zeigen: Wir übernehmen bei der Produktion der Kleidung Verantwortung für Mensch und Umwelt. 

Gemeinsam mehr erreichen
Fairer Handel Baumwolle Arbeitskleidung

Foto: Fairtrade Deutschland

Gemeinsam mehr erreichen

Das Fairtrade-Logo kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten werden. Für den Start der Kooperation haben sich die Partner gemäß der Richtlinien des „Supporting Fairtrade Cotton“-Projekts auf eine ehrgeizige Abnahmemenge von fair gehandelter Baumwolle geeinigt, die sukzessive gesteigert werden soll. 

Fairtrade arbeitet derzeit mit knapp 50.000 Baumwollproduzenten in einigen der ärmsten Regionen der Welt zusammen, hauptsächlich in Indien und Westafrika. Als Kunde erkennt man durch das aufgenähte Logo an der Kleidung, dass der Hersteller Baumwolle zu Fairtrade-Bedingungen einkauft – und so gezielt die Nachhaltigkeitsbestrebungen unterstützt.


Fairtrade heißt nicht automatisch Bio
Fairer Handel Baumwolle Arbeitskleidung

Foto: Didier Gentilhomme/Fairtrade Deutschland

Fairtrade heißt nicht automatisch Bio

Es sind zwei unterschiedliche, sich ergänzende Ansätze: Das Fairtrade-Siegel ist in erster Linie ein Sozialsiegel und zielt darauf ab, die Handelsbedingungen für Produzenten zu verbessern. Dennoch wird mit zahlreichen Umweltkriterien das Ziel verfolgt, die landwirtschaftlichen Produkte ressourcenschonend und umweltverträglich anzubauen.

Zu hohe Bio-Standards als Eingangsvoraussetzung würden aber gerade die ärmsten Produzentengruppen ausgrenzen. Sobald sie jedoch im System sind, fördert Fairtrade die Umstellung auf Bio-Produktion – oft wird dies sogar erst durch die Mehreinnahmen über den fairen Handel möglich. 

Fairer Handel Baumwolle Arbeitskleidung

Foto: Kübler Workwear

90 Prozent der Baumwolle, die Kübler Workwear einkauft, stammt bereits aus fairem Handel. Zu erkennen ist die entsprechend produzierte Kleidung an einem Label, erklärt uns Dieter Gorff, Director Sales bei Kübler Workwear.

Herr Gorff, wie viele Ihrer Produkte tragen das Fairtrade-Label?
Fairer Handel Baumwolle Arbeitskleidung

Foto: Kübler Workwear

Herr Gorff, wie viele Ihrer Produkte tragen das Fairtrade-Label?

Gorff: Drei Viertel der Kleidung von Kübler Workwear mit einem Baumwollanteil von mehr als 35 Prozent wird mit fair gehandelter Baumwolle produziert. Dazu gehört auch die Reihe „Pulsschlag“, die Heimwerker im Baumarkt kaufen können.


Seit wann beschäftigt sich Kübler Workwear mit Nachhaltigkeit?

Seit wann beschäftigt sich Kübler Workwear mit Nachhaltigkeit?

Gorff: Schon sehr lange, quasi mit der Gründung des Unternehmens. Wir sind uns unserer Verantwortung als einer der marktführenden Hersteller unserer Branche bewusst. Nachhaltiges Handeln und Entscheiden unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Belange hat für uns einen hohen Stellenwert.


Welche konkreten Maßnahmen gibt es?

Foto: amfori

Foto: OEKO-Tex

Foto: Bündnis für nachhaltige Textilien

Foto: Kübler Workwear

Welche konkreten Maßnahmen gibt es?

Gorff: Wir haben zum Beispiel einen Code of conduct (dt. Verhaltenskodex) verfasst. Der hält das unternehmensweite Verständnis von Nachhaltigkeit und Compliance sowie unsere diesbezüglichen Anforderungen an Lieferanten und Dienstleister fest. Unser Ziel ist es, den Nachhaltigkeitsgedanken damit noch stärker in allen Unternehmensaktivitäten zu verankern.  

Außerdem sind alle unsere Produkte, für die es möglich ist, auch OEKO-TEX STANDARD 100 zertifiziert. Denn gerade wenn man Kleidung viele Stunden bei der Arbeit trägt und dabei ordentlich ins Schwitzen kommt, ist es wichtig, dass sie keine gesundheitsschädlichen Substanzen enthält. Dieses Gesundheitslabel für Textilien steht wie kein anderes für „textiles Vertrauen“. 

Zu nachhaltigem Handeln gehören aber nicht nur die Produkte, sondern auch die Sicherung einer guten Lebensqualität unserer Mitarbeiter. Wir sind der Ansicht, dass dafür existenzsichernde Löhne und angemessene Arbeitszeiten selbstverständlich und unumgänglich sind.

Wir akzeptieren auch keine Kinderarbeit in unseren Fertigungsbetrieben und keine Arbeitsbedingungen, die Menschen in ihrer Freiheit einschränken oder unterdrücken. Deshalb sind wir Mitglied von „amfori“, dem weltweit führenden Unternehmensverband für freien und nachhaltigen Handel. 

Weil das Thema so umfassend ist und gemeinsames Handeln sinnvoller ist als Einzelkämpfertum, haben wir uns zudem dem „Bündnis für nachhaltige Textilien“ angeschlossen. Hier geht es darum, die Kraft und Expertise der Mitglieder zu bündeln, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen. 


Und seit November 2019 sind Sie im „Supporting Fairtrade Cotton“-Programm.
Fairer Handel Baumwolle Arbeitskleidung

Foto: Suzanne Lee/Fairtrade Deutschland

Und seit November 2019 sind Sie im „Supporting Fairtrade Cotton“-Programm.

Gorff: Ja genau. Das Programm konzentriert sich vor allem auf die Menschen, die ganz am Anfang der textilen Wertschöpfungskette stehen: die Bäuerinnen und Bauern, die die Baumwolle anbauen und ernten. Durch feste Abnahmemengen bekommen sie Planungssicherheit und können so ihr Einkommen steigern.

Um die Fairtrade-Standards zu erfüllen und zertifiziert zu werden, müssen die Kleinbauern viele Bedingungen erfüllen: Umwelt- und Sozialauflagen einhalten und für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Baumwollproduktion sorgen. Dafür erhalten sie Prämien, die sie nach einer demokratischen Abstimmung für Gemeinschaftsprojekte vor Ort verwenden können. 


Werden die Produkte deshalb teurer?
Fairer Handel Baumwolle Arbeitskleidung

Foto: Vipul Kulkarni/Fairtrade Deutschland

Werden die Produkte deshalb teurer?

Gorff: Durch die nachhaltige Produktion, den Verzicht auf genmanipuliertes Saatgut, keine künstliche Bewässerung und den restriktiven Einsatz von Chemikalien muss die faire Baumwolle teurer sein.

Die Kleinbauern erhalten feste Mindestpreise und profitieren davon. Somit ist sichergestellt, dass zum Beispiel Projekte zur Regenwassernutzung, zum Straßenbau oder auch zur Bildung der Kinder umgesetzt werden können.

Wer diese Produkte kauft, obwohl sie teurer sind, unterstützt damit also indirekt die Menschen vor Ort.  


Wollen Sie langfristig nur noch faire Baumwolle verwenden?
Fairer Handel Baumwolle Arbeitskleidung

Foto: Kübler Workwear

Wollen Sie langfristig nur noch faire Baumwolle verwenden?

Gorff: Ja, definitiv! 90 Prozent unserer gekauften Baumwolle ist bereits fair! Als Hersteller von Workwear haben wir die Aufgabe und Verantwortung, dass unsere eingesetzten Rohstoffe so nachhaltig wie möglich sind.

Außerdem ist Nachhaltigkeit eines der bestimmenden gesellschaftlichen Themen und zunehmend eines der prägenden Kriterien bei Kaufentscheidungen. Immer mehr Menschen erwarten, dass auch ihre Arbeitskleidung nachhaltig produziert wird, damit sie sie mit einem guten Gefühl tragen können. 


Wie setzen Sie Nachhaltigkeit zum Beispiel bei sich im Büro um?

Wie setzen Sie Nachhaltigkeit zum Beispiel bei sich im Büro um?

Gorff: Wir trennen natürlich unseren Müll, dafür gibt es insgesamt vier verschiedene Tonnen im Büro. So versuchen wir, so viel wie möglich zu recyceln. Zudem haben wir in der Tat keine Plastikbecher mehr, wir haben komplett auf Keramikbecher umgestellt. Außerdem arbeiten wir konstant am „papierlosen Büro“. Das heißt nicht nur, dass möglichst wenig ausgedruckt werden soll, sondern erfordert teilweise auch ein Umrüsten der Technik auf mehrere Bildschirme und ähnliches.

In der Produktion, zum Beispiel beim Zuschnitt, arbeiten wir so optimiert, dass fast keine Stoffreste übrig bleiben. In der Regel werden die einzelnen Stoffteile so zugeschnitten, dass wir 98 bis 99 Prozent weiterverarbeiten können. 

Und wir bemühen uns um einen klimaneutralen Versand. Dafür beteiligen wir uns am Klimaschutzprojekt GOGREEN von DHL. Die Emissionen, dir durch den Transport der Ware anfallen, werden dabei von uns ausgeglichen. Unser Ziel ist es, unser Unternehmen zu 100 Prozent CO2-neutral aufzustellen.

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