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Tiere im Garten

Sicherer Stall für Kaninchen

Wer Haustiere hält, muss sich einiges Wissen aneignen, um seinem tierischen Zögling die beste Pflege angedeihen zu lassen. Hier erfährst du wichtige Tipps, die du beim Bau eines Außengeheges für dein Kaninchen oder Meerschweinchen beachten solltest.

Damit es kleineren Haustieren wie Meerschweinchen und Kaninchen gut geht, brauchen sie nicht nur das richtige Futter und ein sicheres, geborgenes Zuhause. Denn auch kleine Nager brauchen Auslauf und sollten sich hin und wieder im Freien austoben und ihre Umgebung entdecken können. Da vor allem Kaninchen aber gerne waghalsige Sprünge machen, anfangen tiefer zu buddeln, als man denkt, und an allem knabbern, was ihnen begegnet, ist es wichtig, vor dem Bau eines Kleintiergeheges einige Dinge über Sicherheit und Materialien zu wissen.

Der Untergrund
Kaninchen im Garten

Foto: Fotolia/Claudia Paulussen

Der Untergrund

Wenn das Kleintiergehege in den Garten verlagert wird oder sogar dauerhaft im Garten steht, gilt es, den Untergrund zu sichern und den richtigen Boden auszuwählen. Das sorgt zum einen für die richtigen Hygienebedingungen für die Tiere und verhindert zum anderen, dass sich Kaninchen aus dem Gehege buddeln oder dass Raubtiere wie Füchse, Marder oder auch Hunde hineinkommen können.

Bei kleineren Gehegen kann von einem Naturboden, also reiner Erde, abgeraten werden. Denn dieser wird sich – gerade bei Kaninchen – in kürzester Zeit in eine Art Schlammgrube verwandeln. Die Erde ist im Winter schwierig sauber zu halten, bei Regenwetter leben die kleinen Nager im Schlamm und sind ständig verdreckt. Sind viele Kaninchen auf kleinem Raum beisammen, kann sich der Naturboden nicht ausreichend reinigen und wird schnell unhygienisch. Bei großen Gehegen und geringem Besatz ist ein Naturboden dagegen möglich, weil die Grasnarbe hier in der Regel erhalten bleibt.

Für stubenreine Kaninchen eignet sich Sandboden. Denn er verschmutzt bei Regenwetter nicht und reinigt sich sehr gut. Köttel sind allerdings schwer zu entfernen und er bröckelt recht schnell.

Rindenmulch ist für die kleinen Nager schön zum Laufen und Buddeln, allerdings muss er in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden. Mitunter kommt es zu ungesunder Schimmelbildung. Holzhäcksel sind eine gute Alternative, da bei Rindenmulch mittlerer Qualität nie sicher ist, was wirklich im Mulch enthalten ist.

Stroh und Heu sind für überdachte Bereiche, die gut vor Regen und Wind geschützt sind, zu empfehlen. Allerdings sollte der Boden darunter absolut dicht sein und mit PVC, Teichfolie etc. ausgelegt werden.

Damit das Gehege nach unten auch wirklich komplett buddelgesichert ist, solltest du  beispielsweise entlang der Gehegeränder einen Draht mindestens 30 Zentimeter in den Boden eingraben. Alternativ können außen oder innen entlang der Ränder auch etwa 30 Zentimeter breit (Beton-)Platten verlegt werden. Das Gehege kann auch ausgehoben und die gesamte Fläche nach unten mit Draht gesichert werden. Natürlich ist Letzteres nur bei kleineren Gehegen und entsprechenden Böden umsetzbar.

Kontrolle ist besser!

Kontrolle ist besser!

Generell gelten außerdem zwei Dinge: 

  • Egal, wie gut ein Gehege gesichert ist: Kaninchenbauten sollten immer im Auge behalten und, insofern sie den Gehegerändern zu nahekommen, verschlossen werden.
  • Gerade in Außenbereichen sind Raubtiere nicht die einzigen natürlichen Feinde. Viele Garten - und Zimmerpflanzen sind für Nager giftig; deshalb sollte ständig überprüft werden, was im Garten wächst oder welche Topfpflanzen in der Nähe der Gehege in Haus und Wohnung stehen und was den Tieren eventuell zwischen die Zähne kommen könnte. Dazu gehören: 
  • Alpenveilchen
  • Begonien
  • Amaryllis
  • Bärlauch
  • Ficus
  • Efeu
  • Weihnachtsstern
  • Eibe (stark giftig)
  • Gummibaum
  • Tollkirsche
  • Kaladie
  • Rhododendron

Quelle: http://www.zooroyal.at/magazin/kleintier/kleintierhaltung/freilauf-fuer-kleintiere/

Die richtigen Materialien auswählen
Kaninchen im Kleintiergehege

Foto: Fotolia/Steve Lovegrove

Die richtigen Materialien auswählen

Um im Nachhinein Komplikationen zu vermeiden, das Gehege nicht ständig reparieren oder nachbesser oder gar rundum erneuern zu müssen und die Tiere dauerhaft sicher zu schützen, spielt auch die Wahl der Materialien und der richtige Bau des Geheges eine große Rolle. 

Für das Grundgerüst eines Kleintiergeheges sind stabile Balken, Kanthölzer und Dachlatten zu empfehlen, alternativ kann aber beispielsweise auch einfach ein altes stabiles Gewächshaus, das im Anschluss mit Volierendraht überzogen wird, benutzt werden. Fast jedes Holz hält auch den „Attacken“ durch Kaninchenzähne stand. Allerdings sollten auch zusätzliche Nagematerialien wie dicke Zweige angeboten werden, an denen sich die Nager vorher bereits austoben können. Wer sich unsicher ist, kann auch einfach innen Draht anbringen, sodass die Nager das Holz gar nicht erreichen.

Damit die Ecken stabil und wettergeschützt sind, sollten sie gut verschraubt oder mit Winkeln fest verbunden werden. Das Anstückeln zweier Balken oder Latten funktioniert am besten mit Flachverbindern. Diese werden über die Nahtstelle zweier Latten geschraubt und halten diese dann stabil zusammen.

Um das Gehege im Boden fest zu verankern, sind Einschlagbodenhülsen zu empfehlen. Mit Hilfe von U-Pfostenträgern kann es auch einbetoniert werden. Wer ein besonders standsicheres und schweres Gehege wie zum Beispiel ein Pyramidengehege verwendet, kann auf eine zusätzliche Verankerung oft auch verzichten.

Für das Dach eignen sich Wellplatten oder -bleche, die in jedem Baumarkt erhältlich sind, etwa 2 x 1 Meter das Stück messen und wetter- sowie mardersicher sind. Die Platten werden einfach rundherum angeschraubt und halten, gerade wenn sie aus Metall sind, in der Regel sehr lange.

Material & Werkzeuge
Tacker-Tipps

Foto: Bosch

Foto: Bosch

Tacker-Tipps

Ein Tacker ist ein hilfreiches Werkzeug, wenn es darum geht, einen Kaninchenstall zu bauen. Hier kannst du zum Beispiel das Drahtgeflecht mit Klammern am Rahmen anbringen oder das Dach etwa mit Teerpappe belegen. Im Schnellfeuermodus können sogar bis zu 30 Schüsse pro Minute gesetzt werden. Dank des Akkus kannst du das Gerät auch draußen unproblematisch verwenden.

Spezielles Zubehör, das eigentlich zum Heften von Papieren gedacht ist, kannst du auch als Abstandsführung nutzen, um beim Tackern alle Klammern in immer gleicher Distanz – also in einer geraden Linie – zu setzen. Und das sogar in wahlweise sechs unterschiedlichen Abständen. 

Dadurch, dass du mit einem Tacker auch Tackernägel verarbeiten kannst, werden diese Verbindungen sehr unauffällig.

Seitenhöhe und Dach

Seitenhöhe und Dach

Kleintiergehege können unterschiedlich groß sein und in verschiedenen Formen gebaut werden. Am praktischsten sind natürlich begehbare Gehege. Sie sollten etwas mehr als die Körpergröße desjenigen messen, der sich um die Nager kümmert. Die Tiere können in solchen Gehegen optimal versorgt werden. Außerdem ist das Ausmisten hier besonders praktisch und bequem.

Bei Bodengehegen dagegen sollte zumindest die Abdeckung vollständig aufklappbar sein. Ansonsten wird das Ausmisten des Geheges umständlich, da du dich ständig bücken und umständlich herumkrabbeln müsstest. Die Seitenhöhe von Bodengehegen liegt meist bei knapp einem Meter. 

Pyramidengehege sind nicht nur sehr stabil, sie sind auch mittig begehbar und werden an den Rändern dann sehr niedrig. Aufgepassen solltest du generell, in welchem Bundesland das Gehege gebaut wird und ob es für die Öffentlichkeit sichtbar ist. Denn mitunter ist für eine bestimmte Größe und Bauweise des Geheges eine Baugenehmigung notwendig. Dafür kannst du einfach bei deiner Kommune nachfragen.

Gerade auch nach oben hin sind Gehege immer abzusichern, damit die Nager nicht abhauen können und damit sich keine Füchse oder Marder Zutritt verschaffen. Es gibt die Möglichkeit, das Gehege vollständig zu überdachen. Dafür sind Gitter, feste Balkendächer oder Wellplatten empfehlenswert. Netze dagegen sind nicht mardersicher.

Etwas umständlicher sind nach oben offene Gehege, die eine Mindesthöhe von etwa 2 Metern haben sollten und einen darauf aufgesetzten, etwa 50 Zentimeter breiten Streifen, der wiederum in einem Winkel von 25 bis 30 Grad nach außen gerichtet ist. Damit Wildtiere sich keinen Zutritt verschaffen können, sollte dieser außerdem entweder mit einem glatten Streifen aus Plexiglas oder Metall versehen sein, an dem diese abrutschen. Die allerletzte Schutzmöglichkeit kann unter besonderen Umständen sogar ein elektrischer Weidezaun sein.


Welches Gitter ist das beste?
Mädchen am Kaninchenkäfig

Foto: Fotolia/Mikkel Bigandt

Welches Gitter ist das beste?

Ein letzter wichtiger Punkt ist das Gitter, das einerseits vor Fressfeinden schützen soll und andererseits dem täglichen Geknabber der Kleintiere standhalten muss. Viele herkömmliche Gitter und darunter auch solche, die als „Kaninchengitter“ angeboten werden, sind nicht stabil genug. 

Die Merkmale sicheren Drahtes sind dagegen:

  • Eine Punktverschweißung, die garantiert, dass der Draht nicht vollständig aufgeht, wenn eine Stelle angenagt wird oder kaputtgeht.
  • Maschen, die eng genug beieinanderliegen. Gerade bei dünneren Drähten haben sonst Nager sowie Raubtiere zu große Angriffsfläche zum Nagen.
  • Eine Dicke von mindestens einem Millimeter bei dichten Maschen. Bei weitmaschigen Gittern sollten sie dagegen extrem nagefest und noch einmal deutlich dicker sein.
  • Eine Verzinkung, die dafür sorgt, dass der Draht eine Langlebigkeit hat und nicht etwa alle zwei Jahre wieder ausgewechselt werden muss. Ein feuerverzinkter Draht ist die beste Wahl.

Wichtig ist generell, den Draht ordentlich zu befestigen und richtig anzutackern. Die Befestigungen sollten daher in den Endmaschen und nicht an wegstehenden Drahtteilen, die nicht in sich geschlossen sind, gemacht werden. Ein Zieh-Test und eine jährliche Kontrolle und eventuelle Ausbesserung des Drahtes sind unabdingbar. 

Hase oder Kaninchen?
Feldhase

Foto: pixabay

Hase oder Kaninchen?

Auch wenn viele ihren flauschigen Vierbeiner gerne als "Hasen" bezeichnen – in den meisten Fällen handelt es sich dabei doch um ein Kaninchen. Die Tierarten sind zwar miteinander verwandt, sehen aber sehr unterschiedlich aus: So sind ausgewachsene Hasen größer und schwerer als Kaninchen, dabei aber schlanker und kräftiger mit längeren Ohren (wie man auf dem Bild sieht).

Kaninchen graben komplexe Tunnelsysteme, während Hasen oberirdisch leben und nicht durch Verstecken, sondern durch ihre Schnelligkeit und ihr berühmtes "Haken schlagen" dem Feind zu entgehen versuchen. Beide sind sehr fruchtbar, doch während Hasenkinder fast komplett entwickelt zur Welt kommen, sind Kaninchenjunge anfangs nackt und blind. 

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