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Heizung, Lüftung & Energie
Schimmel entfernen und vorbeugen
- Veröffentlicht: 25.08.2026
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Warum entsteht Schimmel überhaupt? Schimmelpilzsporen gibt es praktisch überall, auch in Häusern und Wohnungen. Ob sich Schimmel entwickelt, hängt vor allem von der Feuchtigkeit ab. Bleiben Oberflächen oder Materialien über längere Zeit feucht, finden Schimmelpilze gute Wachstumsbedingungen. Woher die Feuchtigkeit kommt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Undichte Dächer oder Mauerwerke, Wasserschäden und Wärmebrücken kommen ebenso als Ursache infrage wie unzureichendes Heizen und Lüften.
Eine wichtige Rolle spielen kalte Oberflächen: Trifft warme, feuchte Raumluft auf eine kalte Wand oder andere kühle Bauteile, steigt dort die relative Feuchtigkeit stark an. Unter ungünstigen Bedingungen kann sich Tauwasser bilden. Sichtbares Tauwasser ist für Schimmelwachstum jedoch nicht erforderlich. Bereits eine länger anhaltend hohe Feuchtigkeit an der Materialoberfläche kann ausreichen. „Häufig entsteht Schimmel an Wärmebrücken in Gebäudeecken, im Fußbodenbereich zum Keller oder an der Decke zum ungedämmten Dachboden, in Fensterlaibungen oder in Heizkörpernischen“, berichtet DIY-Trainer Ulrich Opitz. Nährstoffe finden Schimmelpilze auf vielen Materialien und Oberflächen, beispielsweise auf Tapeten, Holzwerkstoffen und Gipskartonplatten, aber auch im Hausstaub.
Schimmelbefall beseitigen
Schimmelbefall beseitigen
Sobald Schimmel sichtbar ist, musst du schnell handeln. Wichtig ist, die Ursache für die Feuchtigkeit zu ermitteln und zu beheben. Einen kleinen, nur oberflächlichen Befall kannst du unter bestimmten Voraussetzungen selbst beseitigen. Als Orientierung: Ist die Ursache des Befalls unbekannt und / oder eine Fläche von mehr als 0,5 Quadratmetern betroffen, empfiehlt das Umweltbundesamt, eine Fachfirma hinzuziehen. Die Experten untersuchen den Befall, erforschen die Ursache und das Schadensausmaß und entscheiden dann über die geeignete Sanierungsmethode. ist die Fläche kleiner als 0,5 Quadratmetern, der Befall nur oberflächlich und die Feuchtigkeitsursache bekannt ist, kannst du versuchen, den Schimmel zu beseitigen. Aber: Die Arbeiten solltest du nicht selbst durchführen, wenn du allergisch auf Schimmelpilze reagierst, an einer chronischen Atemwegserkrankung leidest oder ein geschwächtes Immunsystem hast.
Wie du den Schimmel entfernst, hängt vom befallenen Material ab. Willst du Schimmel an der Wand entfernen, kommt es deshalb zunächst darauf an, wie die Wandoberfläche beschaffen ist. Glatte, geschlossene Oberflächen wie Fliesen, Keramik, Glas oder Metall können mit Wasser und einem haushaltsüblichen Reiniger abgewaschen werden. Befallene Tapeten sollten vor dem Entfernen leicht angefeuchtet und anschließend möglichst staubarm abgenommen werden. Deutlich mit Schimmel befallene dauerelastische Fugen, beispielsweise Silikonfugen, lassen sich häufig nicht ausreichend reinigen und sollten in der Regel erneuert werden. Kleine, oberflächlich befallene Stellen auf verputzten oder gestrichenen Wänden können mit einem haushaltsüblichen Reiniger – jedoch nicht mit Essigreiniger – oder einem alkoholischen Reiniger mit 70 bis 80 Prozent Alkoholanteil abgewischt werden. Verwende dafür möglichst ein Einwegtuch, das anschließend entsorgt wird. Da hochprozentiger Alkohol leicht entzündlich ist, solltest du nur kleine Mengen verwenden, gut lüften und Zündquellen fernhalten.
Im Handel gibt es außerdem spezielle Schimmelentferner. Biozidhaltige Produkte sind für eine fachgerechte Schimmelbeseitigung in der Regel nicht erforderlich und ersetzen weder die Entfernung befallener Materialien noch die Beseitigung der Feuchtigkeitsursache. Einige Mittel können zudem Nachteile für Gesundheit, Umwelt oder das behandelte Material haben. Prüfe Sie deshalb vor der Anwendung, ob das Produkt für die betreffende Fläche geeignet ist, und beachte die Sicherheits- und Anwendungshinweise des Herstellers. Achte bei allen Arbeiten darauf, möglichst wenig Staub aufzuwirbeln und Schimmelbestandteile nicht in andere Räume zu verteilen. Trage Schutzhandschuhe aus Kunststoff und einen geeigneten partikelfiltrierenden Atemschutz, mindestens FFP2. Bei Arbeiten über Kopf oder bei Spritzgefahr ist zusätzlich eine Schutzbrille sinnvoll. Verwendete Einwegtücher und entfernte befallene Materialien sollten anschließend staubdicht verpackt und entsorgt werden.
Wichtig: Die Beseitigung des sichtbaren Schimmels allein reicht nicht. Nur wenn auch die Ursache der Feuchtigkeit behoben ist, lässt sich verhindern, dass erneut Schimmel entsteht.
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Fachgerecht sanieren
Fachgerecht sanieren
Bei größerem Schimmelbefall sollten qualifizierte Fachleute hinzugezogen werden. Das gilt auch bei kleineren Flächen, wenn die Ursache unklar ist, der Schimmel tiefer in das Material eingedrungen ist oder immer wieder auftritt. Fachleute können klären, woher die Feuchtigkeit kommt, wie weit der Befall reicht und welche Maßnahmen notwendig sind. Je nach Schadensbild können qualifizierte Sachverständige für Feuchte- und Schimmelschäden, entsprechend qualifizierte Fachbetriebe für Schimmelsanierung, Baubiologen sowie Bausachverständige mit entsprechender Fachkunde die richtigen Ansprechpartner sein.
Anschließend wird die Sanierung geplant: Befallene Materialien werden fachgerecht entfernt, angrenzende Bereiche vor einer Verbreitung der Schimmelbestandteile geschützt und der Sanierungsbereich gründlich gereinigt. Entscheidend ist auch hier, die Feuchtigkeitsursache dauerhaft zu beseitigen. Je nach Ursache können dafür beispielsweise bauliche Reparaturen, ein verbesserter Wärmeschutz oder Maßnahmen zur Lüftung erforderlich sein. Nach Abschluss der Arbeiten sollte der Sanierungs- und Reinigungserfolg kontrolliert werden, bevor Abschottungen entfernt, der Wiederaufbau begonnen oder die Räume wieder uneingeschränkt genutzt werden. Bei größeren oder komplexeren Schäden sollte ein qualifizierter Sachverständiger den Erfolg der Sanierung überprüfen. Dabei nimmt er die sanierten und angrenzenden Bereiche genau in Augenschein. Je nach Schadensbild können ergänzend Messungen, etwa der Raumluft, sinnvoll sein.
Sonderfall Mietwohnung: „Mieter sollten in jedem Fall umgehend den Vermieter informieren“, rät Ulrich Opitz. So kann die Ursache möglichst schnell geklärt und der Schaden begrenzt werden. Größere eigenständige Sanierungsmaßnahmen sollten vor der Ursachenklärung und Abstimmung mit dem Vermieter vermieden werden.
Raus mit der Feuchtigkeit!
Raus mit der Feuchtigkeit!
In einem Vier-Personen-Haushalt können durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und Atmen täglich etwa zehn Liter oder mehr Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben werden. Wird sie nicht ausreichend abgeführt, kann die relative Luftfeuchtigkeit an kühlen Oberflächen stark ansteigen und Schimmel begünstigen. Als Orientierung sollte die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen möglichst zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Länger anhaltende Werte über 60 Prozent können bei kühlen Bauteiloberflächen das Schimmelrisiko erhöhen. Dabei spielen auch Raumtemperatur, Nutzung und bauliche Gegebenheiten eine Rolle.
Regelmäßiges Stoßlüften sorgt für den nötigen Luftaustausch: Öffne die Fenster mehrmals täglich für einige Minuten weit. Besonders wichtig ist das Lüften nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen. Die verbrauchte Innenraumluft wird samt der Feuchte gegen frische, kühlere und trockenere Außenluft ausgetauscht. Richtiges Lüften ist allerdings eine kleine Wissenschaft für sich (siehe Tipps). Wie häufig und wie lange gelüftet werden sollte, hängt unter anderem von Jahreszeit, Außentemperatur und Raumnutzung ab.
In der kalten Jahreszeit ist außerdem ausreichendes Heizen wichtig. Besonders in Schlafräumen sollte die Temperatur möglichst nicht unter 16 °C sinken. Wird der Raum nachts stärker abgekühlt, sollte er morgens nach dem Aufstehen und Lüften wieder ausreichend temperiert werden, damit sich auch die Bauteiloberflächen wieder erwärmen und die relative Feuchtigkeit an den Wandoberflächen sinkt. Vermeide große Temperaturunterschiede zwischen benachbarten Räumen. Halte die Türen zu deutlich kühleren Räumen geschlossen, damit warme, feuchtere Luft nicht hineinströmt und die Feuchtigkeit an kalten Oberflächen ansteigt. Große Möbel sollten mit ausreichend Abstand zu schlecht gedämmten Außenwänden aufgestellt werden, damit die Luft dahinter zirkulieren kann. Richtiges Lüften und Heizen, möglichst geringe Temperaturunterschiede zwischen den Räumen und eine ausreichende Luftzirkulation vor kühlen Außenwänden sind damit wichtige Stellschrauben, um schimmelbegünstigende Feuchtigkeit zu vermeiden und Schimmel vorzubeugen.
Küche, Bad und Wäschetrocknen
Küche, Bad und Wäschetrocknen
Kochen, Duschen und Wäschetrocknen bringen besonders viel Feuchtigkeit in die Raumluft. Deshalb ist es wichtig, sie möglichst schnell nach draußen zu befördern.
In der Küche sollte Wasserdampf möglichst direkt nach draußen gelangen. Eine Dunstabzugshaube mit Abluft kann dabei helfen. Umlufthauben filtern zwar Fett und Gerüche, führen die beim Kochen entstehende Feuchtigkeit aber nicht ab. Lüften Sie deshalb zusätzlich nach dem Kochen.
Im Bad sollten nasse Fliesen und Duschwände nach dem Duschen oder Baden abgezogen und möglichst trockengewischt werden. So gelangt weniger Feuchtigkeit in die Raumluft. Lüften Sie anschließend gründlich. In fensterlosen Bädern übernimmt eine mechanische Lüftung den Luftaustausch. Ist der Lüfter nicht feuchtegesteuert, sollte er ausreichend lange nachlaufen. Schimmelige Silikonfugen im Bad kannst du relativ einfach erneuern.
Wäsche sollte möglichst im Freien oder in dafür vorgesehenen Trockenräumen trocknen. Wird sie in der Wohnung getrocknet, sollte der Raum gut beheizt und häufiger gelüftet werden.
Auch im Schlafzimmer sollte die Feuchtigkeit im Blick behalten werden. Durch Atmen wird während der Nacht Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben. Lüfte deshalb morgens nach dem Aufstehen gründlich. Besonders in Schlafräumen sollte die Temperatur möglichst nicht unter 16 °C sinken. Wird das Schlafzimmer nachts stärker abgekühlt, sollte es nach dem Lüften wieder ausreichend temperiert werden. Große Möbel sollten zudem mit ausreichend Abstand zu schlecht gedämmten Außenwänden stehen, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
Lüften nach energetischen Modernisierungen
Lüften nach energetischen Modernisierungen
Eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung erhöht die Temperatur an den Innenseiten der Außenwände. Dadurch verringert sich das Risiko für schimmelbegünstigende Feuchtigkeit an den Wandoberflächen. Anders sieht es beim Austausch alter Fenster aus: Moderne Fenster schließen deutlich dichter, sodass weniger Luft unbemerkt über Fugen und Spalten ausgetauscht wird. Die Feuchtigkeit in den Wohnräumen muss deshalb durch bewusstes Lüften oder gegebenenfalls lüftungstechnische Maßnahmen nach draußen gelangen.
Nach DIN 1946-6 ist bei zu modernisierenden Gebäuden mit lüftungstechnisch relevanten Änderungen ein Lüftungskonzept zu erstellen. Ein vollständiger Austausch der Fenster stellt eine solche Änderung dar. Dabei wird geprüft, ob der notwendige Luftwechsel zum Feuchteschutz sichergestellt ist oder zusätzliche lüftungstechnische Maßnahmen erforderlich sind. Ein Lüftungskonzept bedeutet dabei nicht automatisch, dass eine Lüftungsanlage eingebaut werden muss.
Raumklima im Blick behalten
Raumklima im Blick behalten
Die Menge der Feuchtigkeit, die Bewohner und Pflanzen an die Raumluft abgeben, wird leicht unterschätzt. Ein Thermo-Hygrometer zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit an und hilft dabei, ungünstige Bedingungen frühzeitig zu erkennen und das Lüftungsverhalten anzupassen. Das Gerät erfasst jedoch das Raumklima; kritische Feuchtebedingungen an kalten Bauteiloberflächen lassen sich damit allein nicht sicher beurteilen.
Vier Tipps vom Profi
Vier Tipps vom Profi
DIY-Trainer Ulrich Opitz empfiehlt vier wichtige Vorbeugemaßnahmen:
1. Regelmäßig stoßlüften: Mindestens dreimal, besser sechsmal täglich 5 bis 10 Minuten die Wohnräume mit weit geöffneten Fenstern lüften, Bad und Küche länger. An schwülen Sommertagen nur morgens und abends lüften.
2. Luftzirkulation im Raum sicherstellen: Möbel nicht zu dicht an Wände stellen, Heizkörper nicht zustellen oder -hängen.
3. Feuchte entfernen: Kondenswasser an Fenster und anderen glatten Flächen abwischen, Badfliesen nach dem Duschen oder Baden trockenwischen. Handtücher außerhalb des Bades und Wäsche außerhalb der Wohnung trocknen.
4. Auskühlen vermeiden: Wenig benutzte Räume und Treppenhaus leicht beheizen, Kellerfenster und Treppenhausfenster nicht dauerhaft offenstehen lassen.
Quellen und weiterführende Informationen:
Quellen und weiterführende Informationen:
Bundesverband Schimmel- und Schadstoffsanierung e.V. (BSS): Die Mitglieder des BSS beschäftigen sich professionell mit der Prävention, Begutachtung und Beseitigung von Schimmelschäden, mikrobieller Belastungen und Schadstoffen in Gebäuden. Mit praxisorientierten Lehrgängen hat der BSS eine mehrstufige bundeseinheitliche Zertifizierung eingeführt und Experten geschult.
Umweltbundesamt, Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, aktualisierte Auflage April 2024; ergänzend DIN 1946-6:2019-12, Raumlufttechnik – Teil 6: Lüftung von Wohnungen.
Schimmel ade – praktische Tipps gegen Feuchtigkeit und Schimmelbildung: In diesem Kurs bekommst du die Ursachen und Wirkung von feuchten Stellen und Schimmelbildung erläutert.