Anti-Aging für Türen und Fenster

 

Teil 1: Die Vorarbeiten 

 

Massivholz-Elemente sind robust und langlebig, brauchen nach einigen Jahren jedoch ein Auffrischungsprogramm. Im Außenbereich setzen Feuchtigkeit und wechselnde Temperaturen dem Material zu. In Haus und Wohnung sind es die Gebrauchsspuren des Alltags. Mit ein wenig Zeit, dem richtigen Werkzeug und unserer Anleitung lassen sich strapazierte Holzoberflächen wieder erneuern. 

 

 

 

 

1. Vorarbeiten

Türen und gegebenenfalls Fenster aushängen, auf zwei Böcke legen und alle Beschläge wie Griffe und Blenden entfernen. Dann das Holz mit einem Fett lösenden Reiniger abwischen und bei Fenstern die Scheiben nicht vergessen.


2. Alte Anstriche entfernen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, alte Lacke, Holzfarben, Beizen oder Lasuren zu entfernen. Bei gut erhaltenen, haftenden und glatten Altanstrichen reicht es aus, die Flächen vor dem Neuanstrich mit Schleifpapier anzuschleifen (80er Körnung). Ist der alte Anstrich rissig oder blättert er ab, muss er komplett entfernt werden. Gleiches gilt, wenn auf einer lackierten Tür eine Lasur verwendet werden soll, denn hier soll die Maserung durchscheinen.

 

Schleifen

Für das Abschleifen nimmt man am besten ein elektrisches Schleifgerät oder einen Schleifklotz und Schleifpapier. Hartnäckige Farbschichten zuerst mit grobem Schleifpapier vorschleifen (Körnung 80 bis 100), dann mit 120er Papier und am Ende mit feinem 180er nachschleifen. Dabei immer mit leichtem Druck in Richtung der Maserung arbeiten und den Staub mit einer trockenen Bürste entfernen. Große, glatte Flächen wie Türblätter und Rahmen können leicht mit einem Exzenter-, Schwing- oder Deltaschleifer bearbeitet werden. Wichtig: Das Gerät gleichmäßig und nicht zu lange über eine Stelle führen, sonst besteht die Gefahr, dass Vertiefungen entstehen. An Ecken, Kanten und Profilen, die ein Schleifgerät nur schlecht oder gar nicht erreicht, per Hand arbeiten.

 

Tipp: Zwischendurch immer das Schleifpapier prüfen und gegebenenfalls auswechseln. Abgenutztes Papier drückt die aufgestellten Holzfasern nur platt anstatt sie abzuschneiden.

 

Abbeizen

Dicke oder mehrlagige Lackschichten lassen sich nur mit großem Kraft- und Arbeitsaufwand mit Schleifpapier entfernen. In diesem Fall kann ein Abbeizmittel helfen. Es gibt lösemittelhaltige und alkalische Abbeizer. Sie werden in Pulverform, flüssig oder als Paste angeboten. Alkalische Abbeizer arbeiten auf Basis von Laugen und wirken nur bei Öl- und Kunstharzlacken, nicht bei wasserlöslichen Acryllacken. Ätzende Laugen sind außerdem nicht für Eichenholz geeignet. Lösemittelhaltige Abbeizer sind bei allen Lacktypen anwendbar. Das Abbeizmittel wird je nach Hersteller mit einem breiten Pinsel, einer Bürste, Lammfellrolle oder einem Spachtel aufgetragen.

 

Wichtig: Beim Arbeiten mit Abbeizmitteln unbedingt lösungsmittelfeste Handschuhe, Schutzbrille und Atemschutzmaske mit Kohlefilter tragen und für eine sehr gute Belüftung sorgen. Am besten arbeitet man im Freien.

 

Nach der angegebenen Einwirkzeit die abgelösten Farbschichten mit einem Spachtel abziehen und bei Bedarf den Vorgang mehrmals wiederholen. Danach die Oberfläche wie vom Hersteller beschrieben reinigen, damit kein Abbeizer auf dem Holz zurückbleibt. Er könnte sonst dem Neuanstrich schaden.

 

Tipp: Abbeize und Farbreste gehören nach Gebrauch in den Sondermüll!

 

Heißluft

Als Alternative kommt auch ein Heißluftgerät in Frage. Es erwärmt den Lack und weicht ihn auf, so dass er sich mit einem Spachtel ablösen lässt. Dabei muss man jedoch aufpassen, dass das Gerät nicht zu dicht und zu lange an eine Stelle gehalten wird. Ansonsten verbrennt das Holz. Da beim Erhitzen des Lackes gesundheitsschädliche Dämpfe freigesetzt werden können, sollte unbedingt eine Atemschutzmaske mit Kohlefilter getragen werden.

 

3. Schäden ausbessern

Risse und Löcher müssen vor dem Anstrich mit Reparaturholzspachtel oder Holzkitt aufgefüllt werden. Bei Fenstern und Außentüren ist dies besonders wichtig, denn durch Risse in der Oberfläche kann Feuchtigkeit in das Material eindringen und zu Schäden führen. Die aufgetragene Masse entsprechend den Herstellerangaben trocknen lassen und glatt schleifen. Tiefere Risse oder Dellen sollten besser mehrmals dünn als einmal dick gespachtelt werden. Bei kleineren Schäden an transparent lackierten oder lasierten Türen kann man auch Fugenwachs nehmen. Es ist in verschiedenen Farbtönen erhältlich und lässt sich am ehesten auf den Holzfarbton abstimmen. Vor der Anwendung wird das Wachs erwärmt und dann auf die entsprechende Stelle aufgetragen. Nach dem Aushärten mit einem Tuch nachpolieren. Auch Holzkitt kann aus verschiedenen Farbtönen zusammengemischt werden, falls die angebotenen Farben nicht genau den Originalton treffen.

 

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