Laminat verlegen

Laminat sieht aus wie echtes Holz, genau genommen besteht jedoch nur die untere Trägerplatte aus Span- oder Faserholz. Da die heutigen Varianten jedoch ebenso strapazierfähig und recht einfach zu verarbeiten sind, zählt es zu den beliebtesten Bodenbelägen.


Qualitativ hochwertiges Laminat sollte stoß- und kratzfest, schwer entflammbar und lichtecht sein. Ähnlich wie bei Fliesen werden Laminatböden nach ihrer Belastbarkeit unterschieden und in verschiedene Nutzungsklassen unterteilt. Im Schlafzimmer reicht bereits ein Laminatboden der Klasse 21 aus, im Flur oder in der Küche empfiehlt sich die höhere Abriebklasse 23. Bildsymbole auf der Verpackung weisen auf die entsprechende Kategorie hin. In der Küche sollte außerdem ein Laminat mit Quellschutz verwendet werden. Es ist imprägniert und verhindert, dass Wasser oder Feuchtigkeit in den Boden eindringen.

 

Tipps zum Verlegen

Bevor der neue Boden verlegt wird, die Paneele 48 Stunden lagern, damit sich das Holz akklimatisieren kann. Je nach Muster und Material kann der Belag verklebt oder "schwimmend" (Nut- und Federsystem oder auch Klick-System) verlegt werden. Beim Klick-System sind die Kanten speziell gefräst, Nut und Feder greifen fugenfrei ineinander. Das System eignet sich besonders für Mietwohnungen. Bei einem Umzug kann dieser theoretisch wieder mitgenommen werden.

 

Schwimmende Verlegung:
Step-by-Step 

 

1. Die Ausgangslage

Laminatböden mit Nut- und Federsystem können auf vielen Untergründen verlegt werden, sogar auf bestehenden Bodenbelägen. Ausgenommen ist ein hochfloriger Teppich, den man zunächst entfernen muss. Generell gilt, dass der Untergrund trocken, eben, sauber und tragfähig sein sollte. Auf Estrichen und Fliesenbelägen ist eine Feuchtigkeitssperre empfehlenswert, z.B. eine 0,2 Millimeter starke Polyethylenfolie. Zudem ist auf Schallschutz zu achten. Bei einigen Laminat-Herstellern ist dieser bereits integriert. Ansonsten sollte vor dem Verlegen eine Trittschalldämmung ausgelegt werden. Geeignet sind unter anderem Polyethylen-Schaumfolie, PU-Matten, Rippenpappe oder Wollfilz.

 

2. Paneele für Paneele

Die Verlegerichtung der einzelnen Laminatpaneele richtet sich nach dem Lichteinfall, der Hauptblickrichtung oder der Raumgröße. Machen Sie sich am besten vor Beginn eine Skizze, wie die Reihen verlegt werden sollen und messen Sie dann den Bedarf aus. Das erste Paneel wird mit der Nut zur Wand angelegt. Dabei ist es wichtig, Bewegungsfugen von 10 bis 15 Millimeter zur Wand einzuplanen. Abstandskeile helfen dabei.

 

Am Ende der Reihe wird das letzte Paneel ausgemessen und passend zurechtgesägt. Das Reststück der ersten Reihe kann nun für den Anfang der zweiten Reihe verwendet werden. Ist dieses jedoch kürzer als fünf Zentimeter, sollte ein neues Paneel genommen und längs auf mindestens 20 Zentimeter gekürzt werden. Einen stabilen Halt erreicht man mit mindestens 40 Zentimeter Versatz der Paneele. In stark beanspruchten Räumen, wie z.B. der Küche oder im Büro, sollte Fugenleim auf die Nut und Feder aufgetragen werden.

 

Achten Sie darauf, dass alle Stöße fugenfrei zusammenliegen, indem Sie mit dem Schlagholz vorsichtig gegen die Federseite klopfen. Überschüssigen Leim sofort mit einer Kunsstoff-Spachtel abschieben und anschließend mit einem feuchten Tuch nachwischen. Mit dem Zugeisen werden die Endstücke zusammengefügt. Die letzte Reihe wird auf Breite passgenau zugesägt. Dazu das einzusetzende Paneel exakt auf die vorletzte Reihe legen und die Maße bis zur Wand übertragen. Achtung: Fugen nicht vergessen!

  

3. Fußleisten anbringen

Nachdem Sie die Angaben des Herstellers zur Trocknungszeit eingehalten haben, können Sie die Abstandskeile entfernen und überstehende Folie abschneiden. Die Befestigung der Fußleisten folgt.

 

Tipps für Spezialstellen

 

 

Offene Randfugen

Randfugen, die nicht mit der Fußleiste abgedeckt werden können, füllt man am besten mit farbig passendem Fugenfüller auf.

 

Heizungsrohre

Bei Heizungsrohren bohren Sie in das betreffende Laminatpaneel ein Loch, das etwa 10 Millimeter größer ist als der Rohrdurchmesser. Dann sägen Sie von der Seite durch den Querschnitt der Löcher.

 

 

Auf die Kanten Fugenleim geben und die beiden Teile mit dem Zugeisen zusammenführen. Die offene Fuge mit Fugenfüller auffüllen.


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