Verlege-Verfahren
Früher wurden Fliesen ausschließlich im Mittelbett-Verfahren verlegt. Bei diesem Verfahren war das Mörtelbett ca. 5 bis 20 mm dick und hatte den Vorteil, dass Uneben-heiten des Unter-grunds direkt beim Verlegen ausgeglichen werden konnten. Diese Methode erfordert aber besondere handwerkliche Fähigkeiten. Das Dünnbettverfahren für das Verlegen kleiner Fliesen ist jedoch für jeden geschickten Heimwerker garkein Problem mehr. Hierbei ist ein ebener Untergrund wie z. B. Putz oder Gipskarton die Vorraus-setzung. Auf diesen Untergrund wird ein Dünnbettkleber mit der Zahnkelle in gleichmäßiger Dicke (max. 5 mm) aufge-zogen.
Fliesenkleber
Für das Dünnbettverfahren verwendet man hauptsächlich hydraulisch härtende Klebemörtel auf Zementbasis. Sie werden nach Herstellerangaben mit Wasser angemischt. Das machen Sie am besten in einem großzügigen Eimer und einem in der Bohrmaschine eingespannten Rührquirl. Tipp: Gießen Sie zuerst das Wasser in den Eimer und dann den Kleber und rühren Sie bis eine klumpfreie Masse entsteht. Nach einer Reifezeit von einigen Minuten ver-rühren Sie den Kleber ein weiteres Mal. Nun ist der Fliesen-kleber bereit zum Verabeiten.
In besonderen Räumen, wie Nassbereiche oder arbeitenden Untergründen verwendet man einen Flexkleber - dieser Zementkleber wurde durch Kunststoffzusätze verbessert und gleicht Schwingungen aus. Durch ihre Wasser- und Frostbeständigkeit können zementgebundenen Fliesenkleber sowohl innen als auch außen verwendet werden.
Dispersionskleber
Neben den Zementkleber in Pulverform wird auch ein fertig angerührter Dispersionskleber anbeboten. Dieser eignet sich für die Verlegung von Wandfliesen im Innenbereich und ist besonders für kleinere Flächen zu empfehlen. Auch für das Verlegen von "Fliese-auf-Fliese" ist mit dem Disper-sionskleber möglich. Dafür sollten Sie den Untergrund auf jeden Fall gründlich reinigen und schadhafte Stellen aus-bessern.
Für besonders stark beanspruchte Fliesenbeläge empfiehlt sich ein Zwei-Komponenten-Kleber. Die getrennt verpackt-en Komponenten werden ebenfalls mirt Bohrmaschine und Rührquirl klumpfrei vermischt.
Fugenmörtel
Fugenmörtel gibt es in mehreren Farben und für unter-schiedliche Fugenbreiten. Der pulverförmige Fugenmörtel basiert auf Zementbasis und ist in der Regel mit Kunst-stoffzusätzen aufbereitet. Es bietet sich an, Fliesenkleber und Fugenmörtel aus einem Herstellersystem zu verwen-den, da die Produkte dann optimal aufeinander abgestimmt sind. Der Mörtel wird nach Herstellerangaben angemischt und anschließend portionsweise auf dem Fliesenbelag ausgeschüttet und eingearbeitet.
Dauerelastische Anschlussfugen
Anschlussfugen müssen mit dauerelastischem Material gefüllt werden. Das kann erst ganz zum Schluss, wenn die Fliesen verlegt und die Fläche verfugt ist in Abgriff genom-men werden. Überall dort, wo unterschiedliche Bau- und Werkstoffe miteinander verbunden werden, treten Material-spannungen auf. Bei Temperaturschwankungen ziehen sich die Stoffe zusammen oder dehnen sich aus. Stein reagiert anders als Holz, Kunststoff oder Metall. Bei Sanitärobjekten ist die Temperaturschwankung durch das heiße Wasser besonders hoch. Um diese Spannungen auszugleichen, sind Dehnungs- und Bewegungsfugen im Bauwerk unerlässlich. Hier kann man Sanitärsilikon aus der Kartusche verwenden.
Materialbedarf ermitteln
Für eine exakte Materialberechnung der Fliesen übertragen Sie den maßgerechten Grundriss der zu verfliesenden Flächen auf Millimeterpapier. Zeichnen Sie das Verlege-muster nach Fliesengröße und vorgesehener Fugenbreite ein. Zu der errechneten Anzahl der benötigten Fliesen werden noch ca. 5 % für den Verschnitt eingerechnet. Bei Diagonalverlegung erhöht sich der Verschnitt auf 10 %. Es ist auf jeden Fall ratsam, für spätere Reparaturarbeiten ca. 5 % Reservefliesen einzuplanen.
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