Materialien zum Fliesenlegen

Foto: Knauf Bauprodukte

Mit keramischen Fliesen und Platten wird schon seid über vier Jahrtausenden gebaut. Keramische Fliesen gibt es in altorientalischen Kulturen seid etwa 2.000 v. Chr. Ursprüng-lich kommt das Wort Keramik aus dem Griechischen. Unter Ceramos verstand man den zur Verarbeitung kommenden Ton und die daraus hergestellten Gegenstände.

 

Für die Herstellung von Fliesen werden vor allem die Materialien Ton, Talkum, Kaolin, Kreide, Quarze und Feldspate verwendet. Für Wandfliesen eignen sich Kaolintone aus England, der Türkei, Tschechien oder Griechenland. Kaolintone haben den Vorteil, dass sie reinweiße Scherben (gebranntes Material) ermöglichen. Die Qualität der fertigen Keramikfliese zeichnet sich durch die Wahl der Tonmischung, die Aufbereitung, des Brennvorgangs und der Sortierung der fertigen Fliese aus.

Glasuren

Flussmittelhaltige, glasige Silikate werden Glasuren genannt. Diese werden nach entspre-chender Feinmahlung auf die tonigen Scherben aufgetragen. Beim Brennvorgang bilden sie eine transparente oder deckend eingefärbte Glasschicht. Durch unterschiedliche Auf-tragstechniken und Dekorationsverfahren ist die Vielfalt an Farben und Design unbe-grenzt.

In Bezug auf die Glasur unterscheidet man zwischen Ein- und Mehrbrandfliesen. Einbrand-fliesen werden nach dem pressen und Trocknen glasiert und dann gebrannt. Im Gegensatz zu den Mehrbrandfliesen, die zuerst gebrannt, dann glasiert und anschließend zum zweit-en Mal gebrannt werden.

Gängige Fliesenarten:

Wer Fliesen verlegt, sollte sich vorher genau erkundigen, ob die ausgewählten Fliesen den jeweiligen Ansprüchen genügen, d.h. ob die Fliesen von ihren Eigenschaften her für den jeweiligen Raum oder die jeweilige Verwendung geeignet sind.

Arten von Fliesen unterscheiden sich in der Regel durch ihre Eigenschaften wie der Auf-nahme von Wasser und ihrer Brandtemperatur, aus denen wiederum unterschiedliche Eigenschaften, wie beispielsweise Frostsicherheit resultieren - was für den Außenbereich unerlässlich ist.

DIN EN 202 Bestimmung der Frostbeständigkeit

Ein Bodenbelag im Außenbereich muss dauerhaft witterungsbeständig sein. Eine sorgfältige und fachgerechte Verlegung sind dafür ebenso Grundvoraussetzung wie die Frostbeständigkeit der Keramik selbst. Keramische Fliesen und Platten müssen der Prüfnorm DIN-EN 202 entsprechen, um das Qualtitätsmerkmal "frostbeständig" zu erhalten. Dies bedeutet, dass die Fliesen 100 Stunden lang fünfzig simulierten Temperaturschwankungen von +15 Grad bis -15 Grad ausgesetzt werden und diesen standhalten müssen.

Steingut

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Eine herkömmliche Steingut Fliese ist aus Keramik und weist eine Wasseraufnahmefähigkeit von über 10% auf. Die Brenntemperatur liegt bei um die 1000 Grad. Da sie zudem im Gegensatz zu andere Fliesen Arten recht porös ist, sollte sie nur im Innenbereich verwendet werden, da sie wegen ihrer mangelnden Frostfestigkeit im Außenbereich springen würden und daher für eine solche Verwendung nicht geeignet ist. Der Vorteil von Steingut ist die problem-lose und einfache Verarbeitung.

Steinzeug

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Steinzeug bezeichnet eine Keramik mit einer Wasserauf-nahmefähigkeit von nur 3%, die bei etwa 1200 Grad ge-brannt wird. Durch die hohe Temperatur und die Zugabe von Flussmitteln werden hier viele Zwischenräume beim Brand geschlossen. In Folge dessen die Porösität weniger hoch. Fliesen aus Steinzeug sind überdurchschnittlich strapazierfähig und werden deswegen gerne in viel beanspruchten Bereichen verwendet. Steinzeug Fliesen sind zumindest frostbeständig und können daher auch in kälteren Zimmern (z.B. Flur, Garage, etc.) verwendet werden; allerdings sind sie nicht frostfest und deswegen nur sehr eingeschränkt im Außenbereich verwendbar.

Feinsteinzeug

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Feinsteinzeug besitzt eine Wasseraufnahmefähigkeit von weniger als 0,5% und wird bei 1300 Grad gebrannt. Daraus erfolgen Eigenschaften wie beispielsweise eine relativ hohe Bruchfestigkeit sowie Frostsicherheit. Aus diesen Gründen ist Feinsteinzeug ein geeignetes Material für den Außen-bereich. Wegen der geringen Porösität ist die Verlegung von Feinsteinzeug jedoch nicht ganz einfach, da spezielle Kleber und Fugenmittel benötigt werden.

INFO:

Glasierte Fliesen werden nach Ihrer Verschleißfestigkeit in fünf Beanspruchungs-gruppen eingeteilt:

  • Beanspruchungsgruppe 1: Reine Wandfliesen
  • Beanspruchungsgruppe 2: Wand- und Bodenfliesen im privat genutzten Bad (leichte Beanspruchung:Hausschuhe, barfuß, wenig Schmutz)
  • Beanspruchungsgruppe 3: Bodenfliesen im gesamten Wohnbereich mit mittlerer Beanspruchung außer Küche, Diele, Terrasse
  • Beanspruchungsgruppe 4: Bodenfliesen für stärkere Beanspruchung (z. B. Küche, Diele, Terrasse)
  • Beanspruchungsgruppe 5: Bodenfliesen für stärkste Beanspruchung, z. B. in öffentlichen Bauten 

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