Bauanleitung für einen Bollerwagen 

Diesen fahrbaren Untersatz wünschen sich fast alle Kinder: In den praktischen Bollerwagen zum Nachbauen passen nicht nur sämtliche Spielsachen, sondern auch die Kleinen selber hinein.

 

Schritt 1:
Zuerst sollten alle Teile für den zerlegbaren Aufbau des Bollerwagens zugeschnitten werden. Für die langen geraden Schnitte an den Stirnwänden empfiehlt sich eine Kreissäge mit einer Führungsschiene als Anschlag.

Schritt 2:
Für die Ausbuchtungen in den Seitenwänden nimmt man am besten eine Stichsäge mit einem Kurvensägeblatt. Stellen Sie den Pendelhub auf 1 und sägen Sie langsam mit geringem Vorschub genau entlang der aufgezeichneten Linie. Je genauer und sorgfältiger Sie hierbei vorgehen, desto weniger muss nachgearbeitet werden.

Schritt 3:
Stellen Sie für die Längsschlitze in der Bodenplatte auf dem Bohrständer mit einem 15 mm Forstnerbohrer (kann auch kleiner sein) je zwei Bohrungen her. Anschließend verbinden Sie mit der Stichsäge ein Bohrloch mit dem anderen. In diese Schlitze können später die Seitenteile eingesteckt werden

Schritt 4:
Damit sich später niemand am Bollerwagen verletzen kann, werden alle Kanten mit der Oberfräse und einem Abrundfräser mit Kugellager entschärft. Das Kugellager tastet dabei die Kantenkontur exakt ab. Auf diese Weise kann nicht zu viel weggefräst werden. Sie können die Kanten natürlich auch von Hand mit Feile und Schleifklotz abrunden.

Schritt 5:
Nachdem nun alle Bretter für den Aufbau fertig sind, sollten Sie mit dem genauen Einpassen der Teile untereinander beginnen. Das Steck-System ist effektiv und simpel zugleich: Zuerst die beiden Seitenwände gerade in die Bodenplatte einstecken und nach außen schwenken, dann die Stirnwände aufstecken. Hierbei dürfen die Seitenwände ruhig etwas nach außen gedrückt werden, damit sie auch richtig fest in der Bodenplatte verkeilt sind, nicht zu locker sitzen oder beim Fahren klappern. Bei den Löchern in den Stirnwänden hingegen können Sie ruhig etwas Luft mit einplanen. Das erleichtert das Aufstecken.

 

Schritt 6:
Damit der Wagen künftig auch härtere Gangarten übersteht, werden Seiten- und Stirnwände durch kleine Holzklötzchen gehalten, die mittels einer 5 mm großen Schlossschraube und Flügelmutter an den Seitenenden befestigt werden.

Schritt 7:
Als Nächstes fertigen Sie die Elemente für die Vorderachse an. Die Lagerscheibe zur Befestigung des Drehkranzes kann entweder mit der Stichsäge rund geschnitten oder - falls Sie eine Oberfräse besitzen - mit der Zirkeleinrichtung auf 240 mm Durchmesser in mehreren Etappen gefräst werden.

Schritt 8:
Nun kann auch die Deichselplatte mit der Stichsäge gemäß Bauplan zugeschnitten werden. Anschließend bohren Sie ein 8 mm Loch für die Befestigung des Griffs mit einer 8 mm Schlossschraube. Setzen Sie bei diesem Arbeitsschritt unbedingt einen Bohrständer ein, um ein möglichst exaktes Loch zu erhalten. Spannen Sie die Platte genau rechtwinklig in die Werkbank ein und drehen Sie den Bohrständerarm um 180 Grad nach hinten. Richten Sie dann den Bohrständer auf das Loch aus und zwingen ihn auf der Werkbank fest. Da der Bohrer nicht lang genug ist, um in einem Durchgang zu bohren, wenden Sie die Platte noch einmal und bohren Sie den Rest von der anderen Seite.

 

Schritt 9:
Die Achsträger werden aus drei Lagen Multiplex verleimt. Dazu nehmen Sie zwei 15 mm dicke Platten und eine 21 mm dicke Platte sowie kräftige Zwingen und Zulagen, die für den nötigen Druck sorgen. Benutzen Sie unbedingt wasserfesten Leim, denn der Bollerwagen soll später wettertauglich sein.

Schritt 10:
Der fertig verleimte Vorderachsträger wird anschließend mit einer Aussparung für die Deichselplatte versehen. Da hier eine gewisse Präzision erforderlich ist, sollte man eine Oberfräse im Frästisch für diesen Arbeitsschritt einsetzen. Besitzen Sie keine Oberfräse, so reicht auch eine Bandsäge aus. Eine Stichsäge ist hier nicht zu empfehlen, da bei dieser Holzstärke hiermit keine exakte Aussparung herzustellen ist.

Schritt 11:
Auch die Nuten für die Achsen sind mit dem Frästisch schnell und besonders präzise hergestellt. Fräsen Sie aber unbedingt in mehreren Etappen von maximal 5-7 mm Frästiefe, um den Fräser nicht zu überlasten. Tipp: Benutzen Sie bei Multiplex wie auch bei Hartholz immer mit Hartmetall bestückte Fräser.

 

Schritt 12:
Danach wird die Deichselplatte in die Aussparung der Vorderachse gelegt und mit Leim und Schrauben befestigt.

 

Schritt 13:
Schrauben Sie dann den Drehkranz zuerst auf die Deichselplatte. Drehen Sie dabei den Drehkranz wie auf dem Foto dargestellt so, dass durch den Kranz geschraubt werden kann. Verschrauben Sie nun den Drehkranz mit der runden Platte.

Schritt 14:
Befestigen Sie im Anschluss das Ganze auf der Bodenplatte. Damit der Drehkranz beim Ziehen des Bollerwagens nicht zu sehr belastet wird, muss eine 8 x 140 mm große Schlossschraube durch Bodenplatte, Drehkranz und Achsträger gedreht werden. Ziehen Sie die Schraube nicht zu stark an und sichern Sie sie mit einer Kontermutter. Der kugelgelagerte Drehkranz ist buchstäblich Dreh- und Angelpunkt des Bollerwagens, er hat eine Tragkraft von 150 kg und eine Auflagenfläche von 155 x 155 mm.

 

Schritt 15:
Die 800 mm langen Achsen müssen zunächst noch mit einer Eisensäge auf das entsprechende Maß gekürzt werden. Anschließend stecken Sie die Federscheibe ohne Kappe auf. Achten Sie hierbei darauf, dass die Scheibe nicht zu weit aufgesteckt wird, denn ein Zurückziehen ist fast unmöglich. Danach folgen in der angegebenen Reihenfolge: U-Scheibe, Rad und schließlich die Federscheibe mit Kappe.

Schritt 16:
Zum Schluss werden 9-10 mm starke Multiplex- oder Sperrholzbrettchen auf die Achsträger aufgeschraubt. Benutzen Sie bitte keinen Leim, denn sonst lassen sich die Achsen und Räder im Falle einer Beschädigung nicht mehr so leicht demontieren.

Schritt 17:
Für die Oberflächenbehandlung nehmen Sie am besten Anstrichmittel, die nach DIN 53160 als speichel- und schweißecht gekennzeichnet und somit kindertauglich sind. Außerdem sollten sie für den Außenbereich geeignet sein. Tragen Sie dann mit einer Schaumstoffrolle die erste Schicht auf das gereinigte Holz auf. Nach ca. 12 -24 Stunden kann der zweite Anstrich vorgenommen werden. Besonders glatt wird die Oberfläche, wenn Sie sie nach dem ersten Anstrich (über Nacht trocknen lassen) mit 280er Schleifpapier (oder feiner) abschleifen.

 

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