Holzboden schleifen
Wer eine natürliche Raumgestaltung mag, entscheidet sich in der Regel für einen Holzboden wie Dielen oder Parkett. Was aber, wenn das Parkett im Laufe der Zeit abgenutzt und unansehnlich geworden ist? Mit ein wenig Geschick, Geduld und dem richtigen Werkzeug können Sie Ihren Holzboden wieder zum Glänzen bringen - ganz ohne Fachmann. In 6 Schritten erfahren Sie, wie Sie Ihre Parkett- oder Holzböden renovieren und damit die Wohnqualität in den eigenen vier Wänden erhalten.
Wichtig: Die Vorarbeiten
Ob alt oder neu: Vor der Versiegelung muss der Boden geschliffen werden. Bei alten Böden wird bis auf das rohe Holz abgeschliffen, bei neu verlegten Böden soll eine glatte Oberfläche geschaffen werden.
Nachdem Möbel, Teppiche und Vorhänge im Raum entfernt wurden, müssen die Sockelleisten abgelöst werden. Das geht am Besten mit einem kleinen Meißel. Zum Schutz der Wand empfiehlt es sich, einen Holzkeil dazwischen zu schieben. Jetzt wird die Beschaffenheit des Bodens geprüft. Gelöste Holzteilchen müssen festgeleimt und vorstehende Nagelköpfe gut versenkt werden, sonst können später beim Schleifen Funkenschläge entstehen und unter Umständen den Beutel mit Schleifmehl in Brand setzen. Danach den Boden gründlich absaugen.
Expresspflege oder Tiefenkosmetik?
Sollen Laufspuren entfernt werden und der Boden ein einheitliches Farbbild erhalten, so ist es mit einer Auffrischung getan. Die beschädigte Lackschicht muss entfernt bzw. matt geschliffen werden, um eine Verbindung mit dem neuen Lack zu schaffen. Dazu geht man mit dem Schwingschleifer einmal über das Parkett, um es anschließend neu zu versiegeln.
Soll hingegen die alte Beschichtung vollständig entfernt werden, sind je nach Anwendungsbereich und Oberflächenverschleiß mindestens zwei bis maximal vier Schleifgänge nötig. Entscheidend ist hierbei die Schleifrichtung und die hängt von der jeweiligen Oberfläche ab. Mosaikparkett und Würfelparkett werden diagonal zum Faserverlauf von links nach rechts geschliffen.
Stabparkett wird in einem Winkel von 7 bis 15 Grad bearbeitet. Der Feinschliff erfolgt dann in Faserrichtung. Dielenböden werden parallel zum Dielenverlauf behandelt. Sollte der Boden Unebenheiten aufweisen, empfiehlt sich hier eine diagonale Schleifbewegung, damit die Unebenheiten schneller plan werden.
Einsatz für die Schleifmaschine
Führen Sie die Schleifmaschine ruhig und kontinuierlich über die Oberfläche. Solange die Schleifwalze arbeitet, dürfen Sie nicht stehen bleiben oder die Schleifrichtung ändern, da sonst Vertiefungen entstehen, die sich nicht mehr beseitigen lassen.
Gibt es Unebenheiten im Boden, müssen diese Stellen im rechten Winkel zur Schleifrichtung abgeschliffen werden. Anschließend schleifen Sie noch einmal in der alten Schleifrichtung darüber, um Schleifspuren zu vermeiden. Vor dem letzten Schliff, der in Richtung des Lichteinfalls, also vom Fenster zur Wand, durchgeführt werden soll, müssen die Ecken und Ränder geschliffen sowie Risse und Fugen ausgebessert werden. Danach den Boden gründlich absaugen und mit einem leicht angefeuchteten Tuch nachwischen.
Ränder und Ecken
Vor dem letzten Schleifgang kommt die Rand- und Eckenschleifmaschine zum Einsatz. Spannen Sie eine Scheibe mit 40er Körnung auf den Schleifteller. Fahren Sie dann kreisend und ohne Druck über die bisher unbearbeiteten Flächen.
Auch hier sollten Sie ständig in Bewegung bleiben, um Schleif- und Brandspuren zu vermeiden. Für den abschließenden Feinschliff verwenden Sie eine 100er Körnung. Achten Sie dabei darauf, dass der Übergang von der Fläche zum Rand glatt verläuft. Vergessen Sie auch die schwer zugänglichen Stellen unter der Heizung und in den Ecken nicht. Hierfür gibt es spezielle Vorsätze für Ihre Maschine.
Risse und Fugen
Prüfen Sie vor dem letzten Schleifgang genau, ob Fugen oder Risse entstanden sind. Diese können leicht mit Parkett-Fugenlösung ausgebessert werden.
Vermengen Sie die Lösung mit dem Schleifstaub zu einer festen Masse und verteilen Sie diese gleichmäßig mit einem Spachtel auf den schadhaften Stellen. Die überschüssige Masse sollten Sie gleich mit dem Spachtel abkratzen. Falls nötig sollten Sie das Ausspachteln wiederholen, da die Parkett-Fugenlösung wasserlöslich ist und beim ersten Mal absacken könnte. Nach 30 bis 45 Minuten ist die Fugenmasse durchgetrocknet und Sie können mit dem Feinschliff beginnen.
Zum Abschluss: Versiegeln
Vor der Versiegelung müssen Sie den Boden noch einmal sehr gründlich absaugen. Dann können Sie den Versiegelungslack in gleichmäßigen Streichbewegungen auftragen. Denken Sie auch bei der Versiegelung daran, dass Sie von der Lichtquelle wegarbeiten. So erkennen Sie eventuelle Fehlstellen sofort und können diese nacharbeiten.
Der Parkett- oder Holzbodenlack sollte idealer Weise in breiten Streifen von ca. 1,50 Metern auf der gesamten Raumbreite ausgestrichen werden. Schützen Sie die Fläche während des Streichens gegen direkte Sonneneinstrahlung, damit sich keine Bläschen bilden. Frühestens nach zwei Stunden können Sie mit der zweiten Schicht beginnen. Zuvor empfiehlt sich ein Zwischenschliff per Hand oder Handschleifer mit 120er Körnung, da das Holz durch aufquellende Fasern aufraut. Danach müssen Sie den Boden wieder sorgfältig säubern.
Beim zweiten Versiegelungsauftrag verfahren Sie wie beim ersten. Bereits am Folgetag ist der Boden begehbar. Allerdings benötigt er ca. zwei Wochen Schonzeit, um vollständig auszuhärten und gegen handelsübliche Haushaltsreiniger resistent zu sein. Erst dann ist der Boden voll belastbar.
Tipps zur Behandlung vom Holzboden
- Beim Schleifen und Versiegeln müssen Sie immer von der Lichtquelle wegarbeiten. Auf diese Weise erkennen Sie sofort Fehlstellen und können diese ausbessern.
- Saugen Sie den Boden gründlich und wischen Sie ihn nach. Denn Reststaub ruiniert schnell das ganze Oberflächenbild. Verwenden Sie dafür ein leicht angefeuchtetes Tuch.
- Den Staubsack sollten Sie spätestens dann leeren, wenn er 1/3 voll ist. Sonst lässt die Absaugleistung der Maschine sehr schnell nach. Den Schleifstaub lagern Sie am besten im Freien, da er sehr leicht entzündlich ist.
- Wenn Ihr Boden besonders widerstandsfähig sein soll, können Sie ihn auch noch ein drittes Mal versiegeln. Wieder die Oberfläche antrocknen lassen, per Hand anrauhen, gründlich absaugen und feucht nachwischen.
- Ihre Fußböden sollten Sie in regelmäßigen Abständen renovieren. Je nach Abnutzung braucht die Versiegelung von Parkett- und Holzböden alle 6 bis 8 Jahre eine Auffrischung. Nur dann bleibt das Holz natürlich frisch und behält seinen Glanz.
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